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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 22.09.2011

Vergiss dein Ende. Kinostart 22. September 2011
Katharina Meier

Die bekannte Darstellerin Renate Kr├Â├čner verk├Ârpert in dem Drama eine Mittsechzigerin, die sich aufopferungsvoll um ihren an Demenz erkrankten Ehemann k├╝mmert und sich dabei fast selbst vergisst.



Nico Woche schrieb das Drehbuch zu "Vergiss dein Ende" an der Filmhochschule Konrad Wolf als Abschlussarbeit zu einem sensiblen Thema, das von Regisseur Andreas Kannengie├čer in diesem preisgekr├Ânten Drama umgesetzt wurde.

Wir werden ZeugInnen im Alltag einer betroffenen Familie: Hannelore (Renate Kr├Â├čner) k├╝mmert sich seit vier Jahren um Klaus (Hermann Beyer) und st├Â├čt allm├Ąhlich an ihre Grenzen. Die Pflege der Angeh├Ârigen, die in vielen Familien zu Hause erfolgt, wird vom Regisseur in ihrer vollen Tragik, doch ohne viel Sentimentalit├Ąt, dargestellt.

In n├╝chternen Aufnahmen erleben wir eine Frau, die wegen der gro├čen psychischen wie physischen Belastung eines Tages am Ende ihrer Kr├Ąfte ist. Was Hannelores Alltag f├╝r unvorstellbare Belastungen birgt, ist sich wohl keiner in ihrem Umfeld bewusst. Sie hat ihren einstigen Ehemann, mit dem sie so viele Erinnerungen und gl├╝ckliche Jahre teilte, l├Ąngst verloren.

Stattdessen erwarten sie tagt├Ąglich Anschuldigungen, Beschimpfungen und t├Ątliche Angriffe ihres Ehemanns, der sie an manchen Tagen nicht einmal mehr erkennt, wenn er ├╝berhaupt ansprechbar ist.

Verst├Ąndlich, dass sich Hannelore nach Freiheit sehnt. Sie verl├Ąsst Hals ├╝ber Kopf ihre Wohnung und Klaus, um ihrem Nachbarn G├╝nther (Dieter Mann) zu folgen. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht wei├č: G├╝nther hat seinen Lebensgef├Ąhrten vor kurzem an Krebs verloren und ist auf dem Weg nach R├╝gen, um seinem Leben dort im Ferienhaus, wo er sch├Âne Tage mit Bernhard (Martin Seifert) verbrachte, ein Ende zu setzen.
In Berlin k├╝mmert sich indes Heiko (Eugen Kr├Â├čner), der Sohn des Ehepaars, geduldig um seinen demenzkranken Vater.

Zwei entkr├Ąftete Menschen st├Ąrken einander

Zwei einsame Seelen, die unterschiedlicher nicht sein k├Ânnten, sehen sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sie brechen aus ihrem Alltag aus und sto├čen auf der Insel erneut an ihre Grenzen, wo sich unerwartete Szenen abspielen. Wider Erwarten gelingt es Hannelore, zu G├╝nther durchzudringen. Die beiden fassen Vertrauen zueinander und kehren gest├Ąrkt nach Berlin zur├╝ck, wo sie sich ihren Problemen stellen m├╝ssen.

Andreas Kannengie├čer und Nico Woche, Absolventen der Hochschule f├╝r Film und Fernsehen "Konrad Wolf", ist ein Drama gelungen, in dem es einem beeindruckenden SchauspielerInnensemble gelingt, den Charakteren auf sehr sensible Weise ein hohes Ma├č an Authentizit├Ąt einzuhauchen. Die Mischung aus n├╝chterner Erz├Ąhlweise und Authentizit├Ąt ber├╝hrt die ZuschauerInnen wohl am meisten.

Der Film soll die Probleme der Pflege von Angeh├Ârigen in all ihren Facetten ergr├╝nden. Verzweiflung, ├ťberforderung, Anstrengung und Ersch├Âpfung belasten die Angeh├Ârigen und lassen sie meist fr├╝her sterben, wie der Regisseur Andreas Kannengie├čer in einem Interview anmerkt.
Die Betroffenen suchen meist viel zu sp├Ąt Hilfe von au├čen, weil sie es moralisch nicht mit sich vereinbaren k├Ânnen, ihre Lieben in ein Pflegeheim zu geben. Der Film soll dazu dienen, der Gesellschaft zu zeigen, dass fremde Hilfe manchmal unumg├Ąnglich ist.

Die Vorpremiere des Dramas lief bereits am Welt-Alzheimer-Tag, den 21. September 2011.

Auch im wahren Leben waren Hermann Beyer und Renate Kr├Â├čner ein Paar. Der Sohn der beiden steht erstmals mit seinen Eltern vor der Kamera.

AVIVA-Tipp: Vergiss dein Ende ist eine ergreifende Geschichte einer von Demenz betroffenen Familie, die durch ein gro├čartiges Schauspielerensemble besonders authentisch verk├Ârpert wird.

Zum Regisseur: Andreas Kannengie├čer wurde 1978 in Nordhausen geboren und wuchs in Bergen auf R├╝gen auf. Nach dem Abitur 1996, einem Praktikum als Zahntechniker, Zivildienst als M├╝llsammler und ersten Filmen begann er eine Lehre beim NDR in Hamburg. Dem Umzug nach Berlin folgten Assistenzen in Regie, Casting, Produktion, sowie pr├Ągende Kontakte zu Filmemachern. 2004 begann er ein Regiestudium an der HFF "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. "Vergiss dein Ende" ist sein Diplomfilm.
(Quelle: Presseinformation)

Vergiss dein Ende
D 2011
94 Minuten
Regie: Andreas Kannengie├čer
Drehbuch: Nico Woche
Produktion: Anna Wendt Filmproduktion (AWFP)
DarstellerInnen: Renate Kr├Â├čner, Dieter Mann, Hermann Beyer, Martin Seifert, Eugen Kr├Â├čner, Nadine Pasta
Verleih: Basis-Film Verleih GmbH
Kinostart: 22. September 2011
Der Film im Netz: www.vergiss-dein-ende.de




Kultur Beitrag vom 22.09.2011 Katharina Meier 





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