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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 24.05.2012

24. Mai - 24. Juni 2012 Berlin Pride Festival 2012 und CSD Berlin 2012 - Wissen schafft Akzeptanz
AVIVA-Redaktion

AnlÀsslich des 100. Geburtstages des bedeutenden, schwulen Mathematikers und Computerpioniers Alan Turing am 23. Juni 2012 stehen Thema und Motto dieses Jahr ganz im Zeichen der Wissenschaft.



Vom 24. Mai 2012 bis zum 24. Juni 2012 findet zum achten Mal Europas inzwischen grĂ¶ĂŸtes schwullesbisches Kulturfestival, das Berlin Pride Festival 2012 statt: Zu den rund 350 Veranstaltungen zĂ€hlen in diesem Jahr Ausstellungen, Bootstouren, Comedy, Diskussionen, FilmvorfĂŒhrungen, FĂŒhrungen, Galas, Gedenkfeiern, Gottesdienste, Kabarett, Konzerte, Lesungen, Modenschauen, Oper, Paraden, Parties, Quizabende, Shows, Soloabende, Sportveranstaltungen, Stadtrundfahrten, Straßenfeste, Tage der offenen TĂŒr, Theater, Travestie, Veranstaltungsreihen und VortrĂ€ge: Ein vielfĂ€ltiges Programm fĂŒr interessierte und feierfreudige Menschen.

KernstĂŒck des Festivals ist natĂŒrlich der mittlerweile 34. Christopher Street Day. Das Forum des Berliner CSD e.V. wird dieses Jahr besonders die Verdienste des britischen Mathematikers Alan Turing wĂŒrdigen, dessen spektakulĂ€rste Leistung die EntschlĂŒsselung der streng geheimen Chiffriermaschine der Nazis, "Enigma", war. Obwohl er sich mit seiner kriegsentscheidenden Arbeit hervorgetan hatte, wurde ihm seine HomosexualitĂ€t zum VerhĂ€ngnis, denn diese galt im damaligen Großbritannien noch als Krankheit. Turing hatte die Wahl, er konnte zur Strafe fĂŒr seine HomosexualitĂ€t entweder ins GefĂ€ngnis gehen oder sich zwangsweise einer psychiatrischen Behandlung in Verbindung mit einer Östrogen-Hormontherapie unterziehen. Er entschied sich fĂŒr letzteres. Die Folge war eine schwere Depression und 1954 sogar sein Selbstmord. Zu Turings Leistungen als Wissenschafter zĂ€hlt bis heute die Erarbeitung der theoretischen Grundlagen der frĂŒhen Entwicklung von Computer- und Informationstechnologien. Somit trĂ€gt fast jeder Mensch heute mit seinem Handy, Smartphone oder Notebook ein StĂŒck Alan Turing mit sich herum.

Die Forderungen zum CSD 2012

Die erste der fĂŒnf offiziellen Forderungen steht unter der Überschrift: "Queeres Wissen und Bildung schaffen Akzeptanz und rĂ€umen mit Vorurteilen auf". Konkret gefordert werden die Finanzierung und Förderung von Forschung zu LSBTI (lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen) Themen, die Verpflichtung zur Vermittlung von Erkenntnissen dieser Forschung an den Schulen sowie die Abbildung der gesellschaftlichen Vielfalt in der Schulgemeinschaft und die stete Fortbildung von PĂ€dagogInnen, damit diese als Vorbilder gegenseitige Akzeptanz und ein vorurteilsfreies Miteinander schaffen. Die weiteren vier Forderungen behandeln die Umsetzung allgemeiner und sexueller Menschenrechte, die Ermöglichung der vollen Entfaltung der IdentitĂ€t von trans- und intersexuellen Menschen, die rechtliche Gleichstellung von Regenbogenfamilien und die Vermeidung von sozialer Isolierung wegen sexuell ĂŒbertragbarer Krankheiten.

Besuch bei der Russischen Botschaft

Das seit Ende MĂ€rz in Sankt Petersburg geltende gesetzliche Verbot sogenannter "Homo-Propaganda" stellt jegliche positive Darstellung von HomosexualitĂ€t und TranssexualitĂ€t unter Strafe. Schon die öffentliche Zurschaustellung von ZĂ€rtlichkeiten wie HĂ€ndchenhalten, die Regenbogenfahne, die Aussage "HomosexualitĂ€t ist normal" oder gar ein CSD sind somit verboten. "Der Berliner CSD e.V. hat daher seine Route angepasst, damit die CSD TeilnehmerInnen ihrem Unmut ĂŒber das menschenverachtende Handeln des Unrechtsstaates direkt am GebĂ€ude der Botschaft der Russischen Föderation auf friedliche Art und Weise Luft machen können." erklĂ€rt CSD GeschĂ€ftsfĂŒhrer Robert Kastl. Außerdem unterstĂŒtzt der Berliner CSD e.V. ausdrĂŒcklich alle demokratischen und rechtsstaatlichen KrĂ€fte in Russland, die sich gegen die Verfolgung durch den Staatsapparat zur Wehr setzen.

Zivilcouragepreis des Berliner CSD e.V.

Der Zivilcouragepreis des Berliner CSD e.V. wird seit 2001 jenen Menschen und Organisationen verliehen, die sich in ihrem jeweiligen Bereich um die Gleichstellung von LSBTI Menschen besonders verdient gemacht haben.

In diesem Jahr zeichnet der Berliner CSD e.V. mit Claudia Schoppmann, GĂŒnter Grau und der Stiftung Denkmal fĂŒr die ermordeten Juden Europas zwei solche Menschen und eine Organisation aus.

Schoppmann ist Historikerin, war 1984 an der ersten Ausstellung zu homosexuellem Leben in Deutschland beteiligt und leistete mit ihren Veröffentlichungen und als Referentin im In- und Ausland einen signifikanten Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte lesbischer Frauen im Nationalsozialismus.
GĂŒnter Grau ist Sexualwissenschafter und Medizinhistoriker. Er veröffentlichte zahlreiche BeitrĂ€ge unter anderem zur Aufarbeitung des Schicksals homosexueller MĂ€nner im Dritten Reich und mit dem Lexikon zur Homosexuellenverfolgung 1933-1945 ein vielbeachtetes Standardwerk.
Schoppmann und Grau haben, auch durch ihre Zusammenarbeit, den homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus mit ihren Forschungen und Publikationen zu dem ihnen (leider) gebĂŒhrenden Platz in den GeschichtsbĂŒchern verholfen. DafĂŒr verleiht ihnen der Berliner CSD e.V. gemeinsam den Zivilcouragepreis 2012.
GegrĂŒndet durch Beschluss des Bundestages nahm die Stiftung Denkmal fĂŒr die ermordeten Juden Europas im April des Jahres 2000 ihre Arbeit auf. Zuerst als Bauherrin mit der Errichtung des Denkmals fĂŒr die ermordeten Juden Europas betraut, ist sie nunmehr auch fĂŒr den Betrieb des Denkmals fĂŒr die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen zustĂ€ndig. Im Rahmen dessen wird auch das Denkmal fĂŒr die verfolgten Homosexuellen umfassend betreut und bei FĂŒhrungen und Veranstaltungen mit einbezogen. Die Stiftung gestaltet die zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz gelegenen DenkmĂ€ler als Orte des Gedenkens, der AufklĂ€rung und der Begegnung und bezieht auch die LSBTI Community vorbildlich mit ein. FĂŒr diesen wichtigen Beitrag zu Aufarbeitung und AufklĂ€rung erhĂ€lt die Stiftung Denkmal fĂŒr die ermordeten Juden Europas den Zivilcouragepreis 2012 des Berliner CSD e.V.

Der diesjĂ€hrige Sonderpreis fĂŒr Zivilcourage des Berliner CSD e.V., der dem Friedrichstadt-Palast und seinem Intendanten Berndt Schmidt am 17. Mai, dem Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT 2012), verliehen wurde, wird ebenso wie die regulĂ€ren Zivilcouragepreise am 23. Juni, im Rahmen des CSD Finale, feierlich ĂŒberreicht werden.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.csd-berlin.de

Berlin Pride Festival 2012



Kultur Beitrag vom 24.05.2012 AVIVA-Redaktion 





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