Die Wohnung. Ein Film von Arnon Goldfinger. Kinostart: 14. Juni 2012 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 WOHNE LIEBER UNGEW├ľHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 17.06.2012

Die Wohnung. Ein Film von Arnon Goldfinger. Kinostart: 14. Juni 2012
AVIVA-Redaktion

Eine Spurensuche in Israel und Deutschland. Eine Wohnung in Tel Aviv, ein St├╝ck Berlin mitten in Israel. 70 Jahre lang hat Gerda Tuchler hier mit Ehemann Kurt gelebt, nachdem sie aus Deutschland ...



... fliehen mussten.

Als sie mit 98 Jahren stirbt, trifft sich die Familie zur Wohnungsaufl├Âsung und macht eine unglaubliche Entdeckung.
Inmitten von Geschirr, eleganten Handschuhen, antiken M├Âbeln finden sich auch unz├Ąhlige Briefe, Fotos und Dokumente, durch die eine der Familie v├Âllig unbekannte Vergangenheit der Verstorbenen sichtbar wird: Die Gro├čeltern waren eng befreundet mit der Familie des SS-Offiziers Leopold von Mildenstein.
Der Enkel und Filmemacher Arnon Goldfinger macht sich zusammen mit seiner Mutter auf eine schmerzhafte Spurensuche. Gemeinsam stellen sie sich den Kisten, dem Staub, den Antiquit├Ątenh├Ąndlern, der Familie, vor allem aber der Vergangenheit und Gegenwart, Verdr├Ąngung und Wahrheit.

Nicht nur in Israel begeben sie sich auf ihrer Reise in die Geschichte, auch in Deutschland recherchieren sie St├╝ck f├╝r St├╝ck und setzen so ein Mosaik der Geschichte von Gerda und Kurt Tuchler zusammen, die schlie├člich auch zu ihrer eigenen wird.

Im Zuge des Zusammentreffens mit der Tochter von Mildensteins, die im ├ťbrigen bis heute fest davon ├╝berzeugt ist, ihr Vater sei ein harmloser Nazi gewesen, erfahren die Tuchlers und mit ihnen die ZuschaurInnen auch vom "Haavara-Abkommen".

Arnon Goldfinger ├╝ber seinen Film
"Der Film entwickelt seine Geschichte wie ein Detektivfilm. Insofern sollte man nicht allzu viel vorab verraten.
In Israel waren die Menschen, die ihn ihren Freunden empfehlen wollten, peinlich darauf bedacht, nur das N├Âtigste ├╝ber seine Geschichte zu erz├Ąhlen.
Wenn ich einen Film mache, bin ich darauf gefasst, dass mich das ├╝ber einen langen Zeitraum besch├Ąftigen wird. Jeden Stein muss ich umdrehen, jeden Flecken Erde umgraben. Ich wei├č genau, dass das etwas in mir ausl├Âsen wird, der Prozess des Dokumentarfilmemachens geht ja nicht spurlos an einem selbst vor├╝ber.
An DIE WOHNUNG habe ich f├╝nf Jahre gearbeitet. Nebenher gab ich Kurse im Drehbuchschreiben ÔÇô f├╝r Spielfilme, denn das ist ein guter Ausgleich: das ├ťberraschende und oftmals Chaotische des Lebens mit dem Bed├╝rfnis zu verbinden, eine Geschichte zu erz├Ąhlen.
Zun├Ąchst dachte ich ja, dass die Eigenart meiner Familie, ├╝ber die Vergangenheit kein Wort zu verlieren, einzigartig sei. Doch seit der Film gezeigt wird, sehe ich, dass Menschen ihn mit Fragen an ihre eigenen Eltern verlassen, die sie offensichtlich nie gestellt haben. Oder dass andere sich dar├╝ber bewusst werden, ihren Kindern bisher wichtige Dinge verschwiegen zu haben. Das hat f├╝r einige Gespr├Ąche zwischen den Generationen gesorgt.
Die Wohnung meiner Gro├čeltern hatte immer eine besondere Bedeutung f├╝r mich. Ich wollte darin drehen, bevor sie aufgel├Âst w├╝rde und die Welt, die darin konserviert war, f├╝r immer verschwunden w├Ąre. Ein Kameramann kam dazu und wir hielten die Dinge der Wohnung fest, ohne daran zu denken, dass irgendetwas Wichtiges zum Vorschein kommen k├Ânnte. Und dann, nach und nach, machten wir in dieser Wohnung Entdeckungen. Das wurde immer beunruhigender. Die Nachforschungen bekamen eine eigene Dynamik und neue Charaktere tauchten auf, v├Âllig unerwartet f├╝r uns. Auch das Filmteam wurde gr├Â├čer und pl├Âtzlich war das Projekt eine deutsch-israelische Koproduktion. Es w├Ąre nicht ├╝bertrieben zu sagen, dass der Film, w├Ąhrend er entstand, nicht aufh├Ârte, mich zu ├╝berraschen und zu ver├Ąndern."


Zum Filmemacher: Arnon Goldfinger, geboren 1963 in Ramat Gan, studierte an der Tel Aviv University Film School und arbeitet seit 1992 als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Er unterrichtet Regie und Drehbuch an der Tel Aviv University Film School sowie an der Sam Spiegel Film School in Jerusalem und arbeitete als Lektor f├╝r israelische Filmf├Ârderungen.
F├╝r seine Filme THE KOMEDIANT und DIE WOHNUNG erhielt er in den Jahren 2000 und 2011 den Israelischen Filmpreis.

Filmkritiken zum israelischen Kinostart

"Arnon Goldfingers zauberhafter Film DIE WOHNUNG ist einer der verbl├╝ffendsten und wichtigsten Dokumentarfilme, die in den letzten zehn Jahren in Israel entstanden sind. Nicht nur wegen seiner unglaublichen Geschichte, seiner feinen Erz├Ąhlweise, oder seiner perfekten Form, sondern vor allem auch wegen der Komplexit├Ąt seiner Themen und den Emotionen, die er in den Zuschauern hervorruft."
Yehuda Stav, Yediot Aharonot

"Goldfinger bringt die Leinwand zum Leuchten, schickt uns auf eine aufregende Reise und pr├Ąsentiert uns in bewundernsw├╝rdiger Art und Weise eine hochkomplexe Erz├Ąhlung. Wie bei einer Zwiebel wird sorgsam Schicht um Schicht freigelegt. Ein beeindruckender Film, raffiniert und mitrei├čend."
Meir Schnitzer, Ma┬┤ariv

"Dramatische Szenen, vollgesogen mit Ironie, wie sie nur ein au├čergew├Âhnlich talentierter Drehbuchschreiber oder eben die Realit├Ąt (mithilfe eines klugen Dokumentarfilmers) mit solcher Pr├Ązision schreiben kann!
Das aufgeladene Drama gegenseitiger Verdr├Ąngung in einem spannenden Dokumentarfilm, punktgenau und bewegend inszeniert, voller ├╝berraschender und ehrlicher Einblicke, die einem bisher verwehrt waren."
Yael Shuv, Time out Tel Aviv

"Eine unscheinbare Wohnung wird zu einer Menschen und Nationen ergreifenden Geschichte. Ein wichtiger und faszinierender Film."
Shmulik Duvdevani, Ynet

Awards:
"Bester Dokumentarfilm" Ophir Award
"Beste Dokumentarfilmregie" Jerusalem International Film Festival
"Beste Recherche, Beste Regie, Bester Dokumentarfilm" Israeli Documentary Forum
"Bester Dokumentarfilm" Bayerischer Filmpreis
"David A. Stein Memorial Award" Toronto Jewish Film Festival


Die Wohnung (Hadira)
DE/IL 2011, 97 Minuten, deutsche Fassung, z.T. dUT
Buch und Regie: Arnon Goldfinger
Produzenten: Thomas Kufus, Arnon Goldfinger
Schnitt: Tali Halter Shenkar
Kamera: Philippe Bellaiche, Talia (Tulik) Galon
Ton: Amos Zipori
Recherche: Mareike Leuchte, Franziska Lindner, Arnon Goldfinger
Musik: Yoni Rechter
Sprecher der deutschen Fassung: Axel Milberg

Eine Koproduktion von zero one film und Arnon Goldfinger mit ZDF, SWR, Noga Communications / Channel 8 in Kooperation mit Arte, gef├Ârdert durch FFA, Medienboard Berlin-Brandenburg, DFFF, New Israeli Foundation for Cinema and Television
Im Verleih der Edition Salzgeber

Kinostart: 14. Juni 2012
Weitere Infos unter: www.die-wohnung-film.de


Weitere Informationen:
Axel Meier, "Das Haavara-Abkommen"
www.zukunft-braucht-erinnerung.de

(Quelle: Edition Salzgeber, Axel Meier - Shoa.de)

Kultur Beitrag vom 17.06.2012 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken