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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 29.09.2012

Die Wand - ein Film von Julian Roman P├Âlsler nach dem Roman von Marlen Haushofer. Jetzt auf DVD
Sonja Baude

Abgeschnitten von Menschen und auf sich selbst zur├╝ckgeworfen k├Ąmpft eine Frau einen inneren und ├Ąu├čeren Kampf ums ├ťberleben, auch f├╝r ein besseres Leben. Martina Gedeck f├╝hrt ihn ├╝berzeugend vor.



1963 schrieb die ├ľsterreicherin Marlen Haushofer ihren heute weitbekannten Roman Die Wand. Es ist der Bericht einer Frau, die in eine absonderliche Situation der Einsamkeit geworfen wird, eine Situation der v├Âlligen Isolation von Menschen. Eine surreale Katastrophe n├Âtigt die Protagonistin, allein im Wald um ihr ├ťberleben zu k├Ąmpfen und in diesem Kampf erschlie├čen sich ihr unverhofft R├Ąume, die ihr in der Zivilisation bislang unbekannt waren.

Vorgesehen war ein idyllischer Wochenendausflug in die Gebirgsjagdh├╝tte eines Freundes. Als die GastgeberInnen nach einem Spaziergang ins Dorf nicht zur├╝ckkehren, macht sich die Frau am n├Ąchsten Morgen auf ins Tal, um die beiden zu suchen. Aber sie kommt nicht weit, denn eine unsichtbare Wand versperrt ihr den Weg. Sie ist gefangen in einem St├╝ck Wald in den Bergen, eingesperrt in die Natur.. Und mit ihr ein Hund, der bald zum engsten Gef├Ąhrten werden soll. Eine tr├Ąchtige Kuh und eine Katze kommen hinzu. Dieser katastrophische Zustand, abgeschlossen von Menschen, f├╝hrt in die absolute Introspektion, einerseits, andererseits weitet er den Blick in die Natur und damit auf das Leben, fern von menschlichen Bedingtheiten.

Nun hat der ├Âsterreichische Regisseur Julian Roman P├Âlsler den Roman mit Martina Gedeck in der Rolle der Berichterstattenden erstmals kongenial verfilmt. Martina Gedeck brilliert in dieser Rolle. Ihre Figur oszilliert ├╝berzeugend zwischen zerst├Ârender Depression und einer lebenserhaltenden Willenskraft. Vorgef├╝hrt wird die eigenartige Gleichzeitigkeit eines radikalen Abschieds von allem, was das bisherige Leben unter Menschen ausmachte und dem Erlernen eines neuen Blickes auf alles, was Leben in der Natur bedeutet. Um zu ├╝berleben im Gebirge, muss die Frau lernen, Sorge zu tragen, f├╝r sich und f├╝r die Tiere, f├╝r Raum und Zeit. Sie lernt zu jagen, Kartoffeln anzubauen, sie lebt in den Jahreszeiten und ├╝berlebt den Winter. P├Âlsler selbst hat sich viel Zeit genommen, hat zu allen Jahreszeiten gedreht und immer ist die Natur - die Tiere, die Berge und der weite Himmel - einzige und gewaltige Gegen- und Mitspielerin von Martina Gedeck.

Schon das Buch, das vielleicht als eine moderne Robinsonade aus weiblicher Perspektive verstanden werden darf, evoziert einerseits ein Gef├╝hl kaum aushaltbarer Bedr├╝ckung und andererseits birgt es das utopische Versprechen eines begl├╝ckenden und freien Lebens in und mit der Natur. P├Âlsler schafft es, dieses weite Spannungsfeld im Film aufzutun, indem er beide Seinszust├Ąnde nicht als sich ausschlie├čende gegen├╝berstellt, sondern sie gleichberechtigt ineinanderf├╝gt. Und so fokussiert die Kamera (Christian Berger u.v.m.) wechselweise in Nahaufnahme die beiden Protagonistinnen, die Frau und die sich ins Unendliche ├Âffnende Natur. Die gro├če N├Ąhe zur Romanvorlage wird durch die ├╝berzeugende Entscheidung P├Âlslers gew├Ąhrleistet, Martina Gedeck ausschlie├člich aus dem Off berichten zu lassen, die Bilder sprechen daneben eine eigene, sehr lyrische Sprache.

AVIVA-Tipp: Eine gelungene Literaturverfilmung! Der ├ľsterreicher Julian Roman P├Âlsler hat Marlen Haushofers Roman Die Wand knapp 50 Jahre nach seiner Ver├Âffentlichung als Erster auf die Leinwand gebracht. Einsamkeit, Angst und Selbstvergewisserung sowie die gro├če Utopie von einem neuen Leben stehen in diesem Film zur Disposition. Martina Gedeck verk├Ârpert eine Frau, die sich aus einem Zustand beklemmender Erstarrung auf den Weg macht in eine unbekannte Welt. Und am Ende gibt es Zuversicht.

Die Wand
├ľsterreich 2011
Regie & Drehbuch: Julian Roman P├Âlsler
DarstellerInnen: Martina Gedeck, Karl Heinz Hackl, Ulrike Beimpold, Julia Gschnitzer, Hans-Michael Rehberg, Wolfgang Maria Bauer und Luchs
Kamera: J.R.P. Altmann, Christian Berger, Markus Fraunholz, Martin Gschlacht, Bernhard Keller, Helmut Pirnat, Hans Seilkovsky, Thomas Tr├Âger, Richi Wahgner
Schnitt: Bettina Mazakarini, Natalie Schwager, Thomas Kohler
Produktion: coop99 Filmproduktion Wien
Verleih: Studiocanal
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
Laufzeit: ca. 103 Min.
Bild: 2,35:1 (anamorph)
Sprache/Ton: Deutsch (Stereo Dolby Digital & 5.1 Dolby Digital) Untertitel: Deutsch f├╝r H├Ârgesch├Ądigte
Extras: Interviews mit Julian Roman P├Âlsler und Martina Gedeck, die Deutschland-Premiere, H├Ârfilmfassung f├╝r Sehbehinderte, Trailer, Wendecover mit alternativem Artwork
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
DVD-Start: 16. Mai 2013
www.diewand.studiocanal.de



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Der Baader Meinhof Komplex, ein Film mit Martina Gedeck


Kultur Beitrag vom 29.09.2012 Sonja Baude 





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