Living Archive - November 1973: Das erste internationale Frauenfilmseminar feiert 40. Jahrestag - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 WOHNE LIEBER UNGEWÖHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   JĂŒdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 06.11.2013

Living Archive - November 1973: Das erste internationale Frauenfilmseminar feiert 40. Jahrestag
AVIVA-Redaktion

Zum JubilÀum der wegweisenden Veranstaltung öffnet das Kino Arsenal am 10. November seine Pforten. Claudia von Alemann und Helke Sander, die Initiatorinnen und Filmemacherinnen der ersten Stunde,..



... werden 28 FilmbeitrĂ€ge prĂ€sentieren. Durch das Programm zwischen 12 und 22 Uhr fĂŒhren die Installations- und VideokĂŒnstlerin Angela Melitopoulos und die Co-Direktorin des Arsenals, Stefanie Schulte Strathaus.

Im November 1973, fand im alten Arsenal in der Welserstraße sowie in der gegenĂŒberliegenden Grundschule das erste internationale Frauenfilmseminar statt. Die Organisatorinnen stellten 45 Filme aus sieben LĂ€ndern vor, was damals einer Pionierinnenarbeit gleichkam und luden 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, die in Frauengruppen aktiv waren. Hinzu kamen Frauen, die in den Medien arbeiteten und durch das Seminar/Festival erstmalig beginnen konnten, ein Netzwerk aufzubauen. Das gleiche galt fĂŒr Filmemacherinnen. Die meisten VorfĂŒhrungen waren ErstauffĂŒhrungen und so konnte das Ereignis auch als weltweit erstes Frauenfilmfestival mit Filmen von und ĂŒber Frauen gewertet werden. Vorher hatte es noch kein Frauenfilmfestival dieser GrĂ¶ĂŸenordnung gegeben.

Doch im Vordergrund stand die Etablierung eines öffentlichen Diskurses. In dieser Hinsicht hatte die Veranstaltung Modellcharakter und wurde in den folgenden Jahren an unterschiedlichen Orten sowie in verĂ€nderter Form wiederholt und weiter gefĂŒhrt. Die Themen lauteten "Frauen im Arbeitskampf, Frauen in der Darstellung der Medien, Frauen und der Paragraph 218, SexualitĂ€t, Rollenverhalten, Frauenbewegung in Europa und den USA". Eingeladen wurden Filme aller LĂ€ngen und Genres, die diese Themen in kritischer Weise aufgriffen.

Bereits 1993 nahmen das Arsenal, der Verein "Blickpilotin", sowie die Gruppe "Übung am Phantom" das Filmfestival nach einer Distanz von 20 Jahren erneut in Augenschein. Auch Angela Melitopoulos thematisierte es in ihren "Möglichkeitsraum"-Veranstaltungen am HKW und im Arsenal. Inzwischen sind vier Jahrzehnte vergangen. Nach weiteren 20 Jahren lĂ€dt das Kino Arsenal nun erneut dazu ein, die 28 grĂ¶ĂŸtenteils kurzen Filme anzusehen und mit gegenwĂ€rtigen und damaligen Organisatorinnen und Teilnehmerinnen das folgende Filmprogramm zu diskutieren:


ABORT Vibeke Lökkeberg Norwegen 1972 OmU 43
Das Thema Abtreibung war in der Frauenbewegung der 1970er Jahre sehr aktuell. Der Film ABORT thematisiert das Problem am Beispiel eines 16-jĂ€hrigen schwangeren MĂ€dchens, das sich an die Behörden wendet um eine legale Schwangerschaftsunterbrechung zu bekommen und dabei vor allem auf Diskriminierungen stĂ¶ĂŸt. Die dokumentarisch wirkenden Sequenzen werden unterschnitten mit Statements von Ärztinnen, die fĂŒr das Recht der Frau auf Selbstbestimmung plĂ€dieren. Durch weitere Interviews beleuchtet die Autorin die Argumente fĂŒr und gegen Abtreibung von verschiedenen Seiten. Der Film endet mit einer Bildmontage zu dem Lied Berthold Brechts ĂŒber die Abtreibung.

EINE PRÄMIE FÜR IRENE Helke Sander BRD 1971 OF 47
Es ist der erste Film, der die Diskussion der Frauenbewegung ĂŒber den Zusammenhang zwischen privatem und öffentlichem Bereich aufnimmt. Der Film beschreibt sowohl die Situation zu Hause als auch am Arbeitsplatz und die Konflikte, die sich zwischen beiden ergeben. EINE PRÄMIE FÜR IRENE war gedacht als Kritik an Arbeiterfilmen, wie sie damals an der dffb entstanden, die nur auf die Situation am Arbeitsplatz bezogen waren und nie auf die Situation der Frauen.

ES KOMMT DARAUF AN SIE ZU VERÄNDERN Claudia von Alemann BRD 1972/3 OF 55
Am Beispiel von FrauenarbeitsplĂ€tzen in der Metallindustrie untersucht der Film die Formen der Arbeit, die von Frauen geleistet wird, die Funktion von Arbeiterinnen in der Produktion und deren besondere Ausbeutung in Betrieb und Familie. Arbeiterinnen berichten von Formen des Widerstands, unterstĂŒtzt durch erklĂ€rende Inserts.

FÜR FRAUEN – 1. KAPITEL Christina Perinicioli BRD 1972 OmE 38
Der Film thematisiert die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt. Vier verheiratete VerkÀuferinnen in einem Selbstbedienungsladen erfahren, dass sie schlechter bezahlt werden als ihr junger Vorgesetzter und erfinden Wege um sich gemeinsam gegen die Ungleichbehandlung durch ihren Abteilungsleiter und den GeschÀftsinhaber zur Wehr zu setzen.

JANIEÂŽS JANIE Geri Ashur USA 1971 OmU 24
Der Film wurde von Frauen aus der New Yorker "Newsreel"-Gruppe (heute Third World Newsreel) gemacht und besteht aus einem detaillierten Interview mit einer Frau – einer 28-jĂ€hrigen weißen Frau aus der Arbeiterklasse, Mutter von fĂŒnf Kindern, die vor kurzem ihren Mann verlassen hat. Sie hat kein Geld, keinen Beruf und keine Erfahrungen. Sie schildert, wie sie ihr Leben mit den Kindern organisiert und wie sie lernt, nicht mehr die Janie ihres Vaters oder ihres Ehemanns zu sein, sondern "JanieÂŽs Janie" zu werden.

LÂŽAGGENTIVO DONNA Rony Daopoulos, Collettivo Femminista di Cinema Italien 1972 OmU 54
Ein Film ĂŒber die Stellung der Frau in der italienischen Gesellschaft der 1970er Jahre: In einer Montage von Statements von Frauen ĂŒber ihre persönlichen Erfahrungen, die Hausarbeit, die Schwierigkeiten im Beruf, die Erziehung der Kinder, dokumentarische Szenen aus Schule und Familie sowie Fotos aus der Kunst- und Sozialgeschichte, zeigt der Film, wie die Frau immer als AnhĂ€ngsel des Mannes definiert wird.

LA LOTTA NON È FINITA Collectivo Femminista di Cinema Italien 1973 OmU 29
Der Film zeigt zwei Aktionen, die jeweils am Internationalen Frauentag am 8. MĂ€rz 1972 und 1973 stattfanden.1972 organisierten die Frauen eine Demonstration, im nĂ€chsten Jahr entscheiden sie sich fĂŒr ein anderes Vorgehen: In kleinen Gruppen treten die Feministinnen an verschiedenen Punkten der Stadt in Aktion, an Schulen und UniversitĂ€ten, vor allem aber auf den MĂ€rkten der einzelnen Stadtviertel.

YEAR OF THE WOMEN Sandra Hochman USA 1972 OmU 82
Der Film markiert einen Meilenstein der feministischen (Film-)Geschichte: Es ist der erste abendfĂŒllende Film in den USA, der ausschließlich von Frauen produziert wurde. Er dokumentiert, wie sich Frauen beim Kongress der Demokratischen Partei in Miami 1972 erstmals die von MĂ€nnern dominierte Politikwelt erobern. "Sandra Hochman wollte die WĂŒrde der Frauen in einem neuen Bewusstsein zeigen und hat die Absicht mit einem ausgelassenen, lustigen Film verwirklicht, in dem Scharen prominenter Persönlichkeiten auftreten, wie auch viele dezidierte Mitglieder verschiedener internationaler Frauenorganisationen", so heißt es im Forumsblatt 1973. Die Liste der Mitwirkenden ist lang: Neben Betty Friedan, Flo Kennedy, German Grier oder Shirley McLaine, sind auch Norman Mailer und Warren Beatty zu sehen.

THE MAGIC BEAUTY KIT Ira Wohl USA 1972 OF 15
THE MAGIC BEAUTY KIT dokumentiert eine Kosmetik-Hausparty fĂŒr eine Gruppe von Frauen in einer typischen amerikanischen Vorstadt.

THE WOMANÂŽS FILM Newsreel USA 1970 OV German ST 41
Der Film wurde nur von den Frauen des Newsreel Kollektiv in San Fransisco (heute Third World Newsreel) gedreht, als gemeinsame Arbeit der Frauen vor und hinter der Kamera. Das Drehbuch wurde auf Basis von zuvor mit den im Film auftretenden Frauen gefĂŒhrten Interviews geschrieben. Ihre Mitarbeit und Zustimmung wurde an vielen Punkten der Produktion eingebunden.

TU LUC VAN DOAN Claudia von Alemann BRD 1971 21
In einer Montage von Dokumentaraufnahmen aus Filmen ĂŒber Vietnam, Fotos und Interviews zeigt der Film verschiedene Aspekte der Schicksale vietnamesischer Frauen wĂ€hrend des Vietnamkrieges, die sowohl die WeiterfĂŒhrung der Produktion, die Organisation der Bevölkerung und auch die militĂ€rische Verteidigung der Dörfer zu bewĂ€ltigen haben. Durch ihr Engagement fĂŒr die Befreiung des Landes schafften sie auch die Voraussetzungen fĂŒr den Austritt aus ihrer eigenen untergeordneten Stellung in der Gesellschaft.

Die OriginalbroschĂŒre zu der Veranstaltung von 1973 kann auf der Webseite des Arsenals als PDF heruntergeladen werden:
www.arsenal-berlin.de

Termin: Sonntag, 10. November 2013, 12-22h im Kino Arsenal

Weitere Informationen: www.arsenal-berlin.de




Kultur Beitrag vom 06.11.2013 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken