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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 18.11.2013

Werkschau zum 125. Geburtstag der Berliner Bildhauerin Rene├Če Sintenis, 24. November 2013 - 23. M├Ąrz 2014
AVIVA-Redaktion

Sie war eine der bedeutendsten K├╝nstlerInnen der ersten H├Ąlfte des 20. Jahrhunderts - ihre ber├╝hmteste Skulptur ist der Berlinale B├Ąr, der seit ├╝ber 60 Jahren als symboltr├Ąchtige Ikone auf...



... den internationalen Filmfestspielen verliehen wird.

Reisende nach Berlin werden von dem lebensgro├čen, bronzenen Jungb├Ąren aus der Hand Sintenis┬┤ am ehemaligen Grenz├╝bergang Dreilinden begr├╝├čt. Auch den grafischen Entwurf des ber├╝hmten B├Ąren findet mensch heute noch auf Grenzsteinen in der ganzen Bundesrepublik ÔÇô sie zeigen die geografische Distanz zur Hauptstadt an. Anhand von verschiedenen Entw├╝rfen und historischen Aufnahmen erz├Ąhlt die Ausstellung, parallel zu den 64. Filmfestspielen vom 06. bis 16. Februar 2014, auch die Entstehungsgeschichte des Berlinale-B├Ąren.

Anl├Ąsslich des Jubil├Ąums widmet das Georg Kolbe Museum der Bildhauerin eine reich best├╝ckte Einzelausstellung. Die Retrospektive vereint mehr als 100 Plastiken ihres vielf├Ąltigen Werks, dazu geh├Âren in Bronze und Silber gegossene Tierfiguren, eindrucksvolle Darstellungen von SportlerInnen sowie expressive Portraits, darunter Bildnisse ihrer engsten FreundInnen, wie zum Beispiel Joachim Ringelnatz, der auch eine Reihe von Gedichten f├╝r seine Freundin verfasst hat. Eine Auswahl grafischer Bl├Ątter gibt aufschlussreiche Einblicke in ihre treffsicheren Studien der tierischen Physiognomie. Dar├╝ber hinaus ├╝bermittelt eine Vielzahl von historischen Fotografien ein lebendiges Bild ihrer Pers├Ânlichkeit in der Berliner Kunstszene der Vorkriegszeit.

Die Leihgaben der Ausstellung stammen ├╝berwiegend aus der Berliner Sammlung Knauf, erg├Ąnzt durch Werke aus dem Bestand der Neuen Nationalgalerie, die den Nachlass der K├╝nstlerin betreut sowie aus der Sammlung des Georg Kolbe Museums.

In den Jahren der Weimarer Republik war Rene├Če Sintenis insbesondere f├╝r ihre Tierskulpturen ber├╝hmt. Ihr Interesse galt den von ihr sehr geliebten Pferden, sowie Eseln, Hunden, Ziegenb├Âcken und Rehen. Meist w├Ąhlte sie Jungtiere als Vorbilder f├╝r ihre Kunstwerke, die sie in verspielten und lebensecht bewegten Posen festhielt. Ihre ├╝berwiegend kleinformatigen Skulpturen zeigen ein tiefes Interesse an der Ausdrucksst├Ąrke des K├Ârpers. Die Tierbildhauerei war zu ihrer Zeit ein wichtiges k├╝nstlerisches Genre, Sintenis┬┤ Tierplastiken z├Ąhlen zu den wichtigsten Zeugnissen der BildhauerInnenkunst der Weimarer Republik.

Neben Tieren schuf Sintenis auch eindrucksvolle Portraits - ihre introvertierten Selbstbildnisse, sowie expressive K├Âpfe der FreundInnen vermitteln ein lebendiges Bild der Zeit und der Suche nach einem neuen Ich. Sie formte ├╝berdies einige herausragende Darstellungen von SportlerInnen, die sie in ihrer konzentrierten Bewegung festhielt. Sintenis┬┤ Skulpturen waren schon damals in zahlreichen internationalen ├Âffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, neben der Berliner Nationalgalerie auch in der Londoner Tate Gallery oder im New Yorker Museum of Modern Art. Zun├Ąchst wurde sie von dem Galeristen Wolfgang Gurlitt vertreten, bereits 1920 stellte sie erstmals bei dem einflussreichen Kunsth├Ąndler Alfred Flechtheim in D├╝sseldorf aus, zu dessen Lieblingsk├╝nstlerin sie in den Folgejahren avancierte.

├ťber ihr bildhauerisches Schaffen hinaus war Sintenis eine aufsehenerregende Pers├Ânlichkeit der Berliner Moderne. Bereits mit Mitte 20 erk├Ąmpfte sie sich eine eigenst├Ąndige k├╝nstlerische Existenz und z├Ąhlte damit zu den wenigen Frauen, die sich in der dichten Berliner Kunstszene durchsetzen konnten. Seit 1913 stellte sie regelm├Ą├čig aus und wurde von den KollegInnen der Freien Secession, der damals einflussreichsten Berliner K├╝nstlerInnenvereinigung, sehr gesch├Ątzt. Mit ihrer hoch aufragenden K├Ârpergr├Â├če von 1,80m, dem androgynen ├äu├čeren und einem selbstbewussten, modischen Auftreten verk├Ârperte sie in idealer Weise den damals vielfach zitierten Typus der ┬┤Neuen Frau┬┤. Vielen MalerInnen, BildhauerInnen und FotografInnen war sie ein beliebtes Modell, wie beispielsweise Georg Kolbe (1877-1947), Frieda Riess (1890-1955), Fritz Eschen (1900-1964) und ihrem Mann, dem Grafiker und Maler Emil Rudolf Wei├č (1875-1942).

Obwohl Sintenis 1934 wegen der j├╝dischen Eltern ihrer Mutter aus der Akademie der K├╝nste ausgeschlossen wurde (wo sie 1931 als erste Bildhauerin und nach K├Ąthe Kollwitz als zweite Frau in die Sektion bildende Kunst aufgenommen wurde), blieb sie in der Folgezeit von der schlimmsten antisemitischen Verfolgung verschont. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie an die Berliner Hochschule der K├╝nste berufen und 1955 schlie├člich wieder in die neu gegr├╝ndete Akademie der K├╝nste aufgenommen.

Sie wurde mit den h├Âchsten Auszeichnungen geehrt, darunter das Gro├če Bundesverdienstkreuz (1953), au├čerdem wurde sie zur "Ritterin der Friedensklasse" des Ordens Pour le me├Črite (1952) geschlagen.

Zur Ausstellung erscheint ein ausf├╝hrlicher wissenschaftlicher Katalog, der das bildhauerische Schaffen von Rene├Če Sintenis vorstellt.

Georg Kolbe Museum
Sensburger Allee 25
Berlin 14055

Weitere Informationen unter:

Georg Kolbe Museum

Rene├Če Sintenis (1888-1965) auf Fembio


Kultur Beitrag vom 18.11.2013 AVIVA-Redaktion 





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