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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 11.02.2014

28. TEDDY AWARD - Der queere Filmpreis der Berlinale am 14. Februar 2014. Das war der Teddy 2014
Susann S. Reck

Motto des diesjährigen TEDDY AWARD: "Celebrate Queer Icons!". Infos zu den PreisträgerInnen des Special TEDDY AWARD, der internationalen Jury, der TEDDY AWARD Gala und TEDDY AWARD Closing Party



Das war der Teddy 2014

Die Komische Oper war ein wunderbarer Ort für die Teddy Award Gala, auch wenn es für die queeren Frauen dieses Jahr kaum etwas zu feiern gab. Sie waren so gut wie nicht vertreten. Keiner der Filme, der für einen Teddy Award nominiert war, ist von einer Frau inszeniert, geschweige denn produziert worden. Außer der mit dem Special Jury Award ausgezeichnete Experimentalfilm Pierrot Lunaire von Bruce LaBruce waren in diesem Jahr keine lesbischen Geschichten auf den Berlinale- Leinwänden zu sehen. Zwar haben die Teddy-Siegerfilme, The way he looks von Daniel Ribeiro, 2010 Mondial von Roy Dib und insbesondere der Dokumentarfilm Der Kreis von Stephan Haupt den Teddy verdient gewonnen. Dennoch hinterlässt der Mangel einen schalen Nachgeschmack.

Unbedingt positiv zu erwähnen ist der Teddy Award für eine wahre Ikone des Films, Elfi Mikesch (73), die als eine der ersten Kamerafrauen ihrer Generation für alle weiteren wegweisend war. Mikesch, auch als Regisseurin bekannt, hat sich vor allem mit der Bebilderung von Rosa von Praunheim-, Werner Schroeter-, und Monika Treut - Filmen einen Namen gemacht. Auf der diesjährigen Berlinale ist sie selbst mit ihrem Film Fieber vertreten.



Der Höhepunkt der Teddy Gala war die Verleihung des ugandischen David Kato Vision & Voice Award. Die kambodschanische LGBT- Aktivistin Soth Southeavy (75) wurde für ihren lebenslangen Kampf um bessere Lebensbedingungen queerer Menschen in Kambodscha ausgezeichnet. Es gab minutenlangen Applaus nach einer bewegenden Rede, die verdeutlichte, wie wenig selbstverständlich sowohl die menschlich angemessene Behandlung, als auch die juristisch gleichberechtigte Stellung Homosexueller in vielen Weltgegenden bislang ist.



Der TEDDY AWARD ist der bedeutendste queere Filmpreis der Welt. Er ist eine gesellschaftlich engagierte politische Auszeichnung, die Filmen und Personen zugute kommt, die queere Themen auf breiter Ebene kommunizieren und so einen Beitrag für mehr Toleranz, Akzeptanz, Solidarität und Gleichstellung in der Gesellschaft leisten.

Der TEDDY AWARD wird im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin vergeben in den Kategorien: Bester Spielfilm, bester Dokumentar/Essayfilm und bester Kurzfilm, sowie als Special-TEDDY AWARD für die künstlerische Lebensleistung an herausragende Persönlichkeiten. Filme aus allen Sektionen der Internationalen Filmfestspiele Berlin konkurrieren jedes Jahr um die begehrten TEDDYs. Die Reihe der bisherigen TEDDY AWARD PreisträgerInnen reicht von internationalen Star-RegisseurInnen wie Pedro Almodóvar, Gus Van Sant, Derek Jarman und Ulrike Ottinger bis hin zu internationalen Leinwandstars wie Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton, Helmut Berger, Joe Dallesandro, und John Hurt.

Schwerpunktthema des diesjährigen TEDDY AWARD ist "Celebrate Queer Icons!"
Gefeiert werden Schwule, Lesben, Bisexuelle, Queens, Fairies und DragKings, die closet-queens und die ganz großen Queers. Von Valeska Gert bis Divine, von James Dean bis Barbara Stanwyck, von Sergej M. Eisenstein bis Virginia Woolf erinnern die VeranstalterInnen an talentierte Queers, die versucht haben, sowohl mit ihrem schillernden Œuvre die Grenzen von Kunst zu erweitern, als auch als Schwule, Lesben, Bisexuelle oder Trans* in der "normalen" Gesellschaft zu (über)leben.

Im Mittelpunkt des diesjährigen TEDDY AWARD Designs steht die Berliner Ausnahmekünstlerin, Tänzerin, Kabarettistin und Schauspielerin Valeska Gert (1892–1978).
Valeska Gert, geborene Gertrud Valesca Samosch wusste schon als Kind, was sie wollte. Ihre künstlerische Begabung war früh erkennbar und wurde von ihrer Familie gefördert, auch wenn ihr Vater den Bruder vorzog und sie kritisierte, wenn sie Bücher las, statt auf ihn aufzupassen.
Als Tochter einer jüdischen Familie musste sie, die mit ihrem Avantgarde-Tanz und auch in einigen Stummfilmen, wie etwa in "Die freudlose Gasse" neben Greta Garbo und Asta Nielsen, im Tagebuch einer Verlorenen und schließlich in der Dreigroschenoper schon mehrfach erfolgreich aufgetreten war, Anfang der 1930er Jahre Deutschland verlassen.

Erste PreisträgerInnen stehen fest

In diesem Jahr wird der Special TEDDY AWARD an zwei Filmschaffende vergeben, die mit ihren Werken das Queer Cinema auf einzigartige Weise geprägt haben.

Elfi Mikesch ist Autorin, Fotografin, Filmemacherin und als eine der ersten Kamerafrauen ihrer Generation Vorbild für eine ganze Reihe nachfolgender Kamerafrauen - dem Oeuvre dieser Pionierin ist mit herkömmlichen Maßstäben nicht beizukommen. Immer sucht Elfi Mikesch die Herausforderung, das Grenzauslotende und -überschreitende. Träumerische Entschleunigung des Blicks ist ihre künstlerische Methode, wobei Kunst und Leben zu einer faszinierenden Symbiose gelangen. Zuletzt war Elfi Mikesch auf der Berlinale 2011 zu Gast mit ihrem liebevollen Portrait "Mondo Lux - die Bilderwelten des Werner Schroeter". Im Panorama 2014 kommt ihr neuester Spielfilm "Fieber" zur Welturaufführung.

Rosa Von Praunheim war 1970/71 mit "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" maßgeblicher Wegbereiter der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung und hat mit dieser von ihm angeführten Gruppenarbeit früh gezeigt, wie viel gesellschaftspolitisches Potential durch Film freigesetzt werden kann. Er besticht mit seinen Filmen durch die Breite direkter Emotionen und sozialen Engagements. Der von Praunheimsche Realismus ist radikal offen, ehrlich und exzentrisch, im besten Sinne provozierend und reizt und schärft die Sinne. Im Panorama 2014 wird sein Kurzfilm "Mario Wirz" gezeigt - eines der letzten Gespräche mit seinem Freund, dem Berliner Dichter Mario Wirz, der 2013 starb.

Eine Übersicht über alle TEDDY-TERMINE anlässlich der 64. Berlinale 2014 unter: blog.teddyaward.tv

Die Jury

Queere Filmschaffende und Festivalmacher/innen aus neun Ländern von vier Kontinenten bilden in diesem Jahr die Internationale Jury zum 28. TEDDY AWARD. Allen gemeinsam ist die Leidenschaft und das Engagement für den queeren Film. Die neunköpfige Jury wählt aus den queeren Filmen aller Sektionen der Berlinale die PreisträgerInnen in den Kategorien bester Spielfilm, bester Dokumentar-/Essayfilm und bester Kurzfilm aus und vergibt einen Jury-Preis.

Aus Neuseeland kommt der Präsident der TEDDY Jury 2014, Marten Rabarts. Der Produzent und Regisseur war 12 Jahre Artistic Director des Binger Filmlab in Amsterdam, bevor er 2012 in seine aktuelle Tätigkeit als Head of Development zum "NFDC – National Film Development Corp. of India" in Mumbai wechselte.

Die in Moskau geborene Kuratorin Masha Godovannaya hat in den USA Film studiert, und bezeichnet sich als "visual artist". 2003 kehrte sie zurück nach Rußland, unterrichtet seitdem Film und Video an der Universität St. Petersburg und war Mitglied der Jury des SIDE BY SIDE LGBT Intl Film Festival.

Der Psychologe Julián David Correa war 2001 Mitgründer des LGBT Film Festivals CICLO ROSA in Bogotá. Er ist Mitarbeiter der "Direction of Cinematography" des Kulturministeriums Kolumbien.

Ana David ist Co-Leiterin und Programmverantwortliche von QUEER LISBOA - INTERNATIONAL QUEER FILM FESTIVAL, dem ältesten Filmfestival in Lissabon, Portugal.

Andrew Murphy aus Kanada ist Hochschulabsolvent in Anthropologie und Journalismus und aktuell programmverantwortlich für das Toronto INSIDE OUT LGBT FILM FESTIVAL, nachdem er 12 Jahre das ATLANTIC FILM FESTIVAL in Halifax, Nova Scotia, programmierte.

Die Pianistin Ellen Becht ist Programmverantwortliche und Pressesprecherin für PRIDE PICTURES, die schwul-lesbischen Filmtage Karlsruhe. Parallel arbeitet sie für das schwul-lesbische Kulturfestival SCHRILL IM APRIL.

Dave Kim ist Geschäftsführer der südkoreanischen Rainbow Factory, die einzige Company im Land, die vorrangig LGBT Filme produziert. Dave Kim ist Mitglied der koreanischen Gay Rights Institution "Chingusai" und seit 4 Jahren programmverantwortlich für das SEOUL LGBT FILM FESTIVAL.

Die tschechische Filmemacherin Lucia Kajankova ist seit 2007 Programmverantwortliche des vielbeachteten Queer Film Festival MEZIPATRA in Prag. Mitbegründer und Co-Direktor des größten queeren Filmfestivals in Schweden, dem CINEMA QUEER INTERNATIONAL in Stockholm, ist Jurymitglied Oscar Eriksson.

Das Programm und die teilnehmenden KünstlerInnen der 28. TEDDY AWARD Gala in der Komischen Oper Berlin am 14. Februar 2014, ab 21 Uhr

Unter anderem wird der mehrfach ausgezeichnete Schauspiel- und Gesangsstar Dagmar Manzel auftreten. Sie stellt mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin auch ihr Debutalbum MENSCHENsKIND vor, das sich einem der bedeutendstem Revue- und Kabarettkomponisten im Berlin der 20er und 30er Jahr widmet: Friedrich Hollaender.

Eine Hommage widmet der TEDDY Dusty Springfield, einer der herausragendsten und erfolgreichsten Frauen der Popmusik-Welt. Ihre Karriere begann die Sängerin mit einem politischen Paukenschlag, als sie sich 1964 in Südafrika weigerte, vor ´ethnisch getrenntem´ Publikum aufzutreten. 1982 heiratete sie in Kalifornien ihre Freundin Teda Bracci. In diesem Jahr wäre Dusty Springfield 75 Jahre alt geworden.

Nach der Verleihungszeremonie gibt´s beim TEDDY traditionell die heißeste Berlinale-Party. Das Bühnenprogramm im Flair der 20er und 30er Jahre präsentiert die grandiose Burlesque Tänzerin Katharina Lebedew, Sigrid Grajek mimt Claire Waldoff, Joaquim la Habana ist Viktor/Viktoria .... und in alter Berliner Tradition gibt´s auch den Leierkastenmann.
Die Djs K.Jell, Joey Hansom, Trust.The.Girl unterhalten die GästInnen im Ground Floor der Komischen Oper Berlin.

Für alle die nach der Party in der Komischen Oper noch nicht genug gefeiert haben und in den Morgen tanzen wollen, geht es mit dem Party-Shuttle-Bus weiter zur TEDDY AWARD Closing Party ins neue SchwuZ nach Neukölln, mit live act Nuclear Family und zahlreichen Djs. Diese After-Party ist im Gala-Ticketpreis enthalten.

Mehr Infos zu den KünstlerInnen, die bei der TEDDY AWARD Grand Opening Night auftreten unter: news.teddyaward.tv


Karten für die TEDDY AWARD Preisverleihung in der Komischen Oper Berlin am 14.02.2014 sind erhältlich im online Shop auf www.teddyaward.tv. Kartenreservierung ist möglich per E-Mail über tickets@papagena.de oder telefonisch über die Ticket-Hotline 030 – 4799 7447 und an der Opernkasse der Komischen Oper Berlin. Ohne Vorverkaufsgebühr gibt es die Karten im Prinz Eisenherz Buchladen, Motzstraße 23, 10777 Berlin.
Eintrittsgelder gehen zugunsten des TEDDY e.V. (Eintritt 7 Euro, erm. 6,50 Euro).

Für alle, die nicht dabei sein können: Der deutsch-französische Fernsehsender ARTE überträgt die TEDDY- Gala bereits zum 9. Mal in Folge.

Der TEDDY ist eine Non-Profit Veranstaltung und finanziert sich ausschließlich aus Beiträgen und Spenden der FördererInnen und MäzenInnen des Teddy e.V., das Engagement vieler ehrenamtlicher HelferInnen sowie durch SponsorInnen und die Einnahmen aus der Preisverleihungsgala.



(Quelle: TEDDY)

Kultur Beitrag vom 11.02.2014 Susann S. Reck 





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