Juden, Christen und Muslime. Im Dialog der Wissenschaften 500-1500. 9. Dezember 2017 - 4. März 2018 im Martin-Gropius-Bau - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 08.12.2017

Juden, Christen und Muslime. Im Dialog der Wissenschaften 500-1500. 9. Dezember 2017 - 4. März 2018 im Martin-Gropius-Bau
AVIVA-Redaktion

Im Fokus der umfassenden, faszinierenden Ausstellung steht die Aufarbeitung des Dialogs der drei mosaischen Religionen vor dem Hintergrund von Medizin, Mathematik, Astronomie und Astrologie und deren Einfluss auf die Menschen. Mit Angeboten wie Tandem-Führungen oder Workshops liefert sie damit auch einen aktuellen Bezug zum multikulturellen Europa von heute.







Unsere heutige wissenschaftliche Welt steht auch auf den Schultern jener jüdischen, christlichen und muslimischen Gelehrten, die im Mittelalter Schriften der Antike übersetzten, zuerst im Nahen Osten ins Arabische und dann in Europa – zu Beginn in Süditalien und Spanien – aus dem Arabischen ins Lateinische. Die Bedeutung des Wissenstransfers in dieser Epoche ist enorm, auch wenn das nicht der einzige Überlieferungsstrang gewesen ist. So ist etwa die Rezeption der Schriften des Aristoteles im mittelalterlichen Europa im Wesentlichen dieser Übersetzertätigkeit zu verdanken.



Im 9. Jahrhundert war in Bagdad das "Haus der Weisheit" begründet worden, von dem eine rege Übersetzungstätigkeit ausging: persische, syrisch- aramäische, hebräische, indische (Sanskrit), und lateinische Schriften wurden dort von jüdischen, christlichen und sabäischen Gelehrten ins Arabische übertragen. Dort unterrichtete auch der Universalgelehrte Al-Chwarizmi (780-850), nach dem der Begriff geprägt wurde.

Die Ausstellung, erarbeitet von der Österreichischen Nationalbibliothek, widmet sich dieser überragenden Phase einer Begegnung der Kulturen. Vier große Schriftkulturen werden vorgestellt: die hebräische, die griechische, die arabische und die lateinische.



Religiös motivierte Fragestellungen gaben vielfach erst den Anstoß für wissenschaftliche Auseinandersetzungen. Ergänzt werden die Objekte durch außergewöhnlich ästhetische astronomische und medizinische Instrumente aus den Beständen des Centrums für Anatomie und des Medizinhistorischen Museums der Charité, der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, der Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, der Stiftung Planetarium Berlin und privater Sammlungen.



Die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der Schrift der anderen

In diesem Spannungsfeld konzentriert sich die Ausstellung auf Bereiche, die besonders vom interkulturellen Dialog profitiert haben. Die seit der Antike viel diskutierten Themen Medizin, Astronomie und Astrologie stehen im Vordergrund. Die in der Mehrzahl mittelalterlichen, oft reich illuminierten Handschriften belegen eindrucksvoll wie grundlegende Erkenntnisse auf den Gebieten dieser Wissenschaften transportiert wurden. Die für alle Seiten fruchtbaren Begegnungen fanden primär an den Schnitt- und Berührungspunkten innerhalb des Nahen Ostens und des mediterranen Raumes statt. Dabei fungierten die Höfe der Kalifen im Nahen Osten und in Europa die der Fürsten, der Schulen und der sich institutionalisierenden Universitäten als Schmelztiegel und Katalysatoren. Dort wurden die Texte übersetzt, die einzelnen Disziplinen diskutiert, die Auseinandersetzung mit anderen Schriften und Sprachen gepflegt und somit die Voraussetzungen für die Rezeption von neuen Inhalten und deren Integration in die eigene Überlieferung geschaffen.



Anders die Hebräischen Handschriften: Bedingt durch die Vertreibung der Jüdinnen und Juden aus ihrer Heimat lebten diese – in dem in der Ausstellung angesprochenen Zeitraum – zum Großteil in der Diaspora. Seit dem frühen Mittelalter befanden sich die jüdischen Gemeinden zerstreut in einem geographischen Raum vom Jemen und von Nordafrika bis nach Mittel- und Osteuropa. Hier fand jeweils ein wechselseitiger kultureller Austausch statt, dessen Spuren bis heute bestehen.



Ein Aspekt ist die Teilung der jüdischen Literatur in eine sephardische und askenasische Überlieferung, die sich durch Sprache und Schrift unterscheidet.
Die überwiegende Form der erhaltenen hebräischen Handschriften sind der Codex, die Rolle und der Rotulus (die schmalseitig beschriebene Rolle, der meist für Urkunden verwendet wurde. Für Texte der Liturgie, die in den Synagogen, aber auch im familiären Rahmen gelesen wurden, wurde auch im Mittelalter die Rolle verwendet.



Ausgangspunkt blieb während des gesamten Mittelalters das kulturelle Erbe der Antike, die Erkenntnisse der Griechen und Römer. Vermittelt durch Byzanz, vor allem aber durch die frühe Übersetzungstätigkeit arabischer Gelehrter, prägt es das gesamte Mittelalter. Eindrucksvoll zeigt die Ausstellung wie nach der Übersetzung in die Sprache der jeweiligen Wissenskultur mit den Kommentaren und Auszügen aus Originalwerken ein kreativer Aneignungsprozess in Gang gebracht wurde.

Auf der Pressekonferenz am 8. Dezember 2017 betonte der scheidende Direktor des Martin-Gropius-Bau, Prof. Gereon Sievernich, den respektvollen Dialog der Religionen und wies in diesem Zusammenhang auf die Eröffnung des "House of One" in Berlin hin, die nach langer Vorarbeit für 2019 geplant ist: Juden, Christen und Muslime bauen gemeinsam ein Haus, unter dessen Dach sich eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee befinden werden.

AVIVA-Tipp: In der Ausstellung "Juden, Christen und Muslime. Im Dialog der Wissenschaften 500-1500" können die Besucherinnen und Besucher sich selbst ein Bild davon machen, wie das verbindende das Trennende überwiegt.

Juden, Christen und Muslime Im Dialog der Wissenschaften 500-1500
9. Dezember 2017 bis 4. März 2018
Martin-Gropius-Bau Berlin
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin

Eintrittspreise
€ 10 / ermäßigt € 7, Gruppen (ab 5 Personen) p.P. € 7
Schüler*innengruppen, p.P. € 5
Eintritt frei bis 16 Jahre
Online-Tickets: www.gropiusbau.de/tickets

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag 10 – 19 Uhr, Dienstag geschlossen, an den Feiertagen geöffnet, 24. und 31.12. geschlossen



Öffentliche Tandemführungen: Jeweils zwei Guides führen durch die Ausstellung: Islamwissenschaftler*innen von Multaka, Kunsthistoriker*innen, Judaist*innen aus dem Jüdischen Museum Berlin, Medizinhistoriker*innen oder Astronom*innen.
Beratung und Anmeldung:
Museumsdienst Berlin
Tel +49 30 24749 888
Fax +49 30 24749 883
museumsinformation@kulturprojekte.berlin

Öffentliche Tandemführungen. Tickets & Termine
10. Dezember 2017 bis 4. März 2018
Jeden Sonntag 14:00 Uhr (ohne Anmeldung)
€ 3 zzgl. Eintritt p. P. € 7

Angemeldete Führungen
Für Gruppen: Führungen in deutscher Sprache (60 min.)
Erwachsene: € 100 zzgl. Eintritt p. P. € 7
Schulklassen: € 75 € zzgl. Eintritt p. P € 5
Eintritt frei bis 16 Jahre
Auch als Tandemführung buchbar (nur donnerstags, 10:15, 12:00, 17:00)
Führungen in anderen Sprachen zzgl. € 10

Mehr Informationen zur Ausstellung unter:

www.berlinerfestspiele.de


Veranstalter: Berliner Festspiele / Martin-Gropius-Bau. Eine Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek Wien. Kurator: Andreas Fingernagel

Partner: WALL, Visit Berlin, Dussmann

Medienpartner: Tagesspiegel, Jüdische Allgemeine, Cicero, Spotlight Verlag Deutsch Perfekt, G/Geschichte, Damals, AVIVA, Berlin Art Link, Business & Diplomacy, Merkur, Zenith, Philosophie Magazin, rbb Inforadio, arte

Katalog
Verlag Kremayr & Scheriau KG, Wien
Museumsausgabe: € 23
Buchhandelsausgabe: € 29,90
ISBN: 978-3-218-00809-9
www.kremayr-scheriau.at



Quelle Text: Martin-Gropius-Bau
Copyright Fotos: Sharon Adler

Kultur Beitrag vom 08.12.2017 AVIVA-Redaktion 





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