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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 19.11.2008


Terre des Femmes Wanderausstellung - Sie versprachen mir ein herrliches Fest
AVIVA-Redaktion

Die Ausstellung der Terre des Femmes Kampagne "Kein Schnitt ins Leben" zu weiblicher Genitalverstümmelung ist ab 2009 ausleihbar. Sie beinhaltet 22 Fahnen voller authentischer und berührender Infos




Weltweit sind 150 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Ihnen werden meist unter unhygienischen Bedingungen und ohne Narkose Teile der äußeren Genitalien entfernt. Trotz dieser Ausmaße stellt weibliche Genitalverstümmelung bis heute ein Tabu dar. Das Thema löst unterschiedliche Reaktionen aus. Sie reichen von der Meinung, es handle sich um Kultur, daher dürften sich Außenstehende nicht einmischen, bis hin zu rassistischen Vorurteilen, die vor allem afrikanische Gesellschaften als barbarisch abwerten.

Das Anliegen der Ausstellung ist es, weibliche Genitalverstümmelung als Ausdruck einer weltweit verbreiteten Diskriminierung und Gewalt gegen das weibliche Geschlecht darzustellen. Die Ausstellung soll dazu beitragen, dass die Betroffenen nicht ausschließlich als Opfer, sondern vielmehr als Überlebende wahrgenommen werden. Immer mehr mutige Frauen und Männer begehren gegen die Praktik auf. Ihnen möchte die Ausstellung eine Stimme und ein Gesicht verleihen.
Die Ausstellung ist daher auch eine authentische und berührende Dokumentation dieses wichtigen Bereichs aktueller Frauenrechtsarbeit.

Auf 22 Fahnen informiert die Ausstellung in Bildern, Zitaten und Texten über Fakten und Hintergründe weiblicher Genitalverstümmelung und stellt afrikanische Aktivistinnen und ihre Initiativen vor.
Der erste Teil der Ausstellung gibt Informationen über die Ausmaße, Verbreitung, Formen und Folgen von FGM (Female Genital Mutilation), sowie über die Rechtslage. Der zweite Teil geht auf die Begründung und soziokulturellen Hintergründe ein, denn Genitalverstümmelung hängt stark mit traditionellen Vorstellungen über Frauen- und Männerrollen zusammen. Im dritten Teil der Ausstellung werden Ansätze gegen FGM in Deutschland und verschiedene Initiativen in afrikanischen Ländern vorgestellt.

Mit den Portraits engagierter MenschenrechtsaktivistInnen möchten die VeranstalterInnen die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung ermutigen, sich ebenfalls gegen Genitalverstümmelung einzusetzen: Damit Familien in Zukunft nicht mehr die Verstümmelung, sondern stolz die Unversehrtheit ihrer Töchter feiern!

Die Ausstellung wird am 24. November 2008 in Berlin eröffnet und ist ab 2009 entleihbar.
Informationen zu den Ausleihbedingungen sowie das Infopaket zur Ausstellung als PDF erhalten Sie unter: www.frauenrechte.de
Kontakt unter: ausstellung@frauenrechte.de


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Beitrag vom 19.11.2008

AVIVA-Redaktion