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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 27.12.2008

Fightgirl Ayse
Alexandra Kasjan

In ihrem Jugenddrama mit vielen Actionszenen erz├Ąhlt die Regisseurin Natasha Arthy von einem in D├Ąnemark aufgewachsenen t├╝rkischen M├Ądchen, das, von inneren Konflikten hin- und hergerissen, eine..



... wichtige Lebensentscheidung treffen muss: Entweder sie beugt sich den Regeln und Anforderungen ihrer Eltern und deren Tradionsbewu├čtsein oder sie folgt ihrem Herzen und trainiert weiterhin Kung Fu, obwohl man es ihr streng verboten hat.


Die 17-j├Ąhrige Ayse (Semra Turan) hat eine gro├če Leidenschaft: Kung Fu. Doch nach einem Zwischenfall darf sie ihre Kampfsportschule nicht mehr besuchen. Die Trainerin zeigt Mitgef├╝hl und r├Ąt Ayse, sich an den Lehrer Shi fu (Xian Gao) zu wenden. Dieser ist zun├Ąchst skeptisch, ob das M├Ądchen sein hartes Training meistern wird. Doch ihre Beharrlichkeit stimmt ihn um. Ayse kann ihr Gl├╝ck kaum fassen. Gleich nach dem Probetraining bittet sie ihren Vater (Sadi Tekolioglu) darum, die neue Kung Fu Schule besuchen zu d├╝rfen. Doch als sie ihm gesteht, dass hier neben M├Ądchen auch Jungs trainiert werden, will er nichts mehr davon h├Âren. Er hat bereits genaue Zukunftsvorstellungen f├╝r seine Tochter: Sie soll genau wie ihr Bruder Ali (Nima Nabipour) nach dem Abitur Medizin studieren. Au├čerdem w├Ąre es eine Schmach, wenn die Eltern von Jasmin (├ľzlem Saglanmak), der zuk├╝nftigen Ehefrau von Ali, herausfinden w├╝rden, dass Ayse sich wie eine "Hure" benimmt. Letztendlich k├Ânnte er auch seine erhoffte Anstellung bei Jasmins Vater (Yuksel Isik) vergessen.

Entt├Ąuscht von der Reaktion ihres Vaters entschlie├čt sich Ayse dennoch, heimlich an dem Training in der neuen Kampfsportschule teilzunehmen. Zun├Ąchst wirkt die Jugendliche unbeholfen in ihrer Bem├╝hung, den anderen Kung Fu Sch├╝lerInnen bei den ├ťbungen zu folgen. Daher beauftragt Shi fu seinen erfahrenen K├Ąmpfer Emil (Cyron Melville) damit, Ayse nach dem gemeinsamen Training in der Gruppe einzeln zu trainieren. Mit der Zeit entdecken die beiden ihre Gef├╝hle f├╝reinander und durch das zus├Ątzliche Training mit Emil zeigt Ayse au├čerordentliche Fortschritte. Shi Fu erkennt ihr Talent und beschlie├čt, dass sie neben anderen Sch├╝lerInnen bei den allj├Ąhrlichen Klubmeisterschaften teilnehmen soll. Doch da kommt ihr der T├╝rke Omar (Behruz Banissi), der beste Sch├╝ler von Shi fu, in die Quere. Er weigert sich nicht nur trotz der Anweisung seines Lehrers gegen Ayse zu k├Ąmpfen, sondern droht dem M├Ądchen: Falls sie ihr Kung Fu Training in einer gemischten Gruppe weiterhin aus├╝bt, wird es ihre Familie erfahren. Entsetzt findet Ayse sp├Ąter heraus, dass Omar ein guter Freund von Jasmins Bruder ist. Beide begegnen sich auf Alis und Jasmins Hochzeit wieder, mit ungeahnten Folgen.

Ayse muss mit vielen Problemen fertig werden. In der Schule kann sie sich nicht konzentrieren, was dazu f├╝hrt, dass ihre Leistungen nachlassen. Vor allem ihr ehrgeiziger Vater kann sich nur allm├Ąhlich damit abfinden, dass seine Tochter nicht den Fu├čstapfen ihres Bruders folgen wird. Auf der anderen Seite ahnt Ayses Mutter (Denize Karabuda), dass ihre Tochter verliebt ist. "Das geht nicht" ÔÇô ist ihre Antwort. Ayse ist ihrerseits jedoch nicht bereit, einen t├╝rkischen Ehemann zu akzeptieren, den ihre Eltern f├╝r sie aussuchen. Das M├Ądchen steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden und begreift im Verlauf des Films, dass sie sich ihren ├ängsten stellen muss, um den Mut zu fassen, eigene Entscheidungen f├╝rs Leben zu treffen.

Zur Regisseurin: Natasha Arthy wurde am 23. Mai 1969 in Gentofte, D├Ąnemark geboren. Sie studierte an der Universit├Ąt von Bristol Filmwissenschaft und an der Universit├Ąt Roskilde Geisteswissenschaften. Anschlie├čend arbeitete sie als Sprecherin beim D├Ąnischen Rundfunk und seit 1991 realisiert sie kurze Beitr├Ąge f├╝r das Kinder- und Jugendprogramm des D├Ąnischen Fernsehens sowie Musikclips und eigene Kurzfilme. Natasha Arthy erhielt f├╝r ihre Leistungen in der Filmbranche bereits mehrfach nationale als auch internationale Preise. So auch f├╝r "Fightgirl Ayse": 2008 wurde der Film in Malm├ mit dem "Church of Sweden Film Prize" ausgezeichnet.

AVIVA-Tipp: Semra Turan, die in "Fightgirl Ayse" zum erstem Mal vor der Kamera steht, ├╝berzeugt mit ihrer wilden Energie und sympathischen Ausstrahlung. Vor allem die Entwicklung der Protagonistin von einem sch├╝chternem M├Ądchen mit mangelndem Selbstbewusstsein bis hin zu einer entschlossenen Pers├Ânlichkeit, die ihren eigenen Weg geht, beeindruckt. Die gro├čartigen Martial Arts-Szenen werden von stimmungsvoller und dramatischer Musik begleitet. Ergreifende und zu Tr├Ąnen r├╝hrende Momente, die Konflikte innerhalb einer konservativen t├╝rkischen Familie und anschlie├čende Vers├Âhnungen zeigen, gehen unter die Haut. Das Jugenddrama vermittelt eine wichtige Botschaft: Glaube an dich selbst!

Fightgirl Ayse
Originaltitel: Fighter
D├Ąnemark 2007
Regie und Drehbuch: Natasha Arthy
DarstellerInnen: Semra Turan, Nima Nabipour, Cyron Melville, Behruz Banissi, Xian Gao, Sadi Tekelioglu, ├ľzlem Saglanmak, Yuksel Isik, Denize Karabuda
Produktionsfirma: Nimbus Film
Kamera: Sebastian Winter├Ş
Musik: Saqib, Frithjof Toksvig
Laufzeit: 97 Min.
FSK: Ab 6 Jahren
Kinostart: 01.01.2009

Mehr Informationen zum Film finden Sie unter:
www.maxximumfilm.com

Kultur Beitrag vom 27.12.2008 AVIVA-Redaktion 





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