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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 16.01.2009

Norma Jean and Marilyn
Stefanie Denkert

Die Produktion des US-TV-Senders HBO ├╝ber Norma Jeane Mortenson und ihr sp├Ąteres Ich "Marilyn Monroe" zeigt die Lebensgeschichte einer einsamen Frau mit einem ├╝bersteigerten Geltungsbed├╝rfnis.



Bevor sie Marilyn Monroe wurde, also das Sexsymbol des 20. Jahrhunderts, war die geb├╝rtige Norma Jeane Mortenson ein armes Waisenkind, das von einer Karriere als Filmstar tr├Ąumte. Am 1. Juni 1926 in Kalifornien geboren, hat Norma Jeane nur wenige Jahre mit ihrer psychisch kranken Mutter verbracht, ihren Vater lernte sie nie kennen. Die traurige Kindheit zwischen Waisenhaus und verschiedenen Pflegeeltern endete, als die damals erst 16-J├Ąhrige eine Ehe mit ihrem Freund Jimmy Dougherty einging. Da Dougherty bei der Handelsmarine besch├Ąftigt war, lie├č er seine junge Ehefrau h├Ąufig allein. Diese nutzte ihre freie Zeit f├╝r die ersten Gehversuche als Fotomodel und f├╝r karrieref├Ârdernde Aff├Ąren. So hatte sich die mittlerweile als "Norma Jean Baker" getaufte als erfolgreiches Model und beliebtes Pin-Up etabliert, bis Dougherty nach langen Aufenthalt 1946 aus dem S├╝d-Pazifik zur├╝ckkehrte.

Noch im selben Jahr wurde das Ehepaar geschieden, doch beruflich ging es voran f├╝r Norma Jean: sie erhielt ihren ersten Filmvertrag und lie├č auf Dr├Ąngen der Arbeitgeber eine Rundumerneuerung vornehmen. Aus dem niedlichen ┬┤M├Ądchen von nebenan┬┤ wurde so mit Hilfe von Chirurgen und Blondiercreme der Vamp "Marilyn Monroe". Ab 1950 stellten sich schlie├člich erste Filmerfolge ein, doch anstatt eine ernstzunehmende Schauspielerin zu werden, wie sie es sich w├╝nschte, mimte die Blondine immer wieder das naive Dummchen. Das Publikum liebte Marilyn Monroe in dieser Rolle, machte Filme wie "Blondinen bevorzugt" (1953), "Das verflixte 7. Jahr " (1955) und "Manche m├Âgen┬┤s hei├č" (1959) zu Kassenschlagern.
Im Privatleben lief es f├╝r Marilyn auch nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte: zwei weitere Ehen, mit dem Baseballspieler Joe DiMaggio und dem Schriftsteller Arthur Miller, scheiterten. Zuletzt brach ihr John F. Kennedy das Herz und Ger├╝chten zufolge sogar danach sein j├╝ngerer Bruder Bobby Kennedy. Er soll eine der letzten Personen gewesen sein, mit der Marilyn sprach, bevor die damals 36-J├Ąhrige 1962 alleine in ihrem Haus in Los Angeles nach einer ├ťberdosis Schlaftabletten starb.

Die HBO-Produktion ├╝ber den innerlich gespaltenen Hollywoodstar beginnt seine Geschichte bei den Anf├Ąngen von Norma Jeans Modelkarriere und endet mit dem Tod von Marilyn Monroe. Mit der Darstellung von Norma Jean und Marilyn Monroe als zwei Personen wurde ein ungew├Âhnlicher Ansatz gew├Ąhlt, der die innere Zerrissenheit der Schauspielerin in das Zentrum des filmischen Portr├Ąts r├╝ckt.

AVIVA-Tipp: Dass das surreale Drama Mira Sorvino als Marilyn Monroe, die mit ihrem Alter Ego Norma Jean, gespielt von Ashley Judd, ringt, als TV-Movie angelegt wurde, sieht man zwar auf den ersten Blick, dennoch handelt es sich dabei um einen hochwertigen Heimkinofilm. "Norma Jean and Marilyn" konzentriert sich auf die psychischen Probleme und Abgr├╝nde des Sexsymbols. Mit seiner zweigespaltenen Protagonistin hat der Film eine interessante Interpretation von Marilyn Monroes Biographie gew├Ąhlt, zeigt uns den von Selbstzweifeln gequ├Ąlten Menschen hinter dem glamour├Âsen Star. Dabei vermischt der Film Fakten und Fiktion, pr├Ąsentiert uns ein ┬┤wie es gewesen sein k├Ânnte┬┤, u.a. auch die umstrittene Aff├Ąre mit Robert "Bobby" Kennedy.

Norma Jean and Marilyn
USA 1996, 108 Min.
Regie: Tim Fywell
DarstellerInnen: Ashley Judd, Mira Sorvino, Josh Charles
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0). Untertitel: Deutsch
FSK: ab 16 Jahren
Verleih: Kinowelt Home Entertainment/DVD
DVD Features: Fotogalerie, Presseheft, Trailer
EAN 4006680046068
DVD-Erscheinungstermin: 23. Januar 2009
18,99 Euro


Kultur Beitrag vom 16.01.2009 AVIVA-Redaktion 





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