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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 30.12.2009

Königin Luise - Miss Preussen 2010
AVIVA-Redaktion

K√∂nigin Luise (1776 ‚Äď 1810) ist eine der popul√§rsten dynastischen Gestalten der preu√üischen Geschichte. Ihr 200. Todestag im Jahr 2010 wird mit drei Ausstellungen und zahlreichen Veranstaltungen...



...der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg begangen.

Luises Leben

Luises Sch√∂nheit, ihre Nat√ľrlichkeit und ihr harmonisches Familienleben machten sie schon zu Lebzeiten zur Legende.



Der Einsatz der K√∂nigin f√ľr politische Reformen und ihre Gegnerschaft zu Napoleon lie√üen sie zur Hoffnungstr√§gerin in Preu√üens "schwerer Zeit" zu Beginn des 19. Jahrhunderts werden. Nach ihrem fr√ľhen Tod setzte eine kollektive Trauer ein, wie sie in der Gegenwart allenfalls mit der Trauer um den Tod von Diana, Princess of Wales, vergleichbar ist.

Die Lebensspanne K√∂nigin Luises umfasst die Zeit um 1800, von der Franz√∂sischen Revolution √ľber den europ√§ischen Aufstieg Napoleons, das Ende des Heiligen R√∂mischen Reiches Deutscher Nation, den Zusammenbruch Preu√üens bis zum Beginn der preu√üischen Reformen. Sie lebte in der √úbergangszeit von Aufkl√§rung zu Moderne. In einer Zeit, welche die europ√§ische Entwicklung ma√ügeblich beeinflusst hat und die in vielen Bereichen bis heute pr√§gend wirkt.

Bereits das Leben der preußischen "Königin der Herzen" bot alle medial bedeutsamen Ingredienzien wie Erotik, Liebe, Action, Spannung, Drama und Tragik, um einen "Star" zu erschaffen. Nach ihrem Tod entwickelte sich ein politischer Mythos um ihre Person, der in Deutschland ohne Beispiel ist. Er wurde maßgeblich in den Befreiungskriegen gegen Frankreich wirksam und erreichte seinen Höhepunkt im Kaiserreich nach 1871.



Nach ihrem Tod

Luise starb am 19. Juli 1810 in Folge einer Lungenentz√ľndung. In den Augen ihres Volkes war jedoch die Ursache ihres Todes ein "gebrochenes Herz", da sie bei Napoleon zum Kriegsende keine bessseren Bedingungen f√ľr Preu√üen hatte aushandeln k√∂nnen. Ihr "Opfertod" begr√ľndete die "Erbfeindschaft" mit Frankreich und bewirkte ihre Verkl√§rung als Schutzgeist der preu√üischen Freiheitsk√§mpferInnen und deren Rache. In scheinbarer Wiederholung der Geschichte wurde ihr Tod 1870/71 erneut ger√§cht und Luise als Mutter des neuen deutschen Kaisers zur mythischen Reichsgr√ľnderin.

Verbunden mit dem untergegangenen Kaiserreich, mit dem deutschen Nationalismus sowie mit dem negativen Bild eines militaristischen Preußentums, geriet Königin Luise nach dem Zweiten Weltkrieg in weiten Kreisen zur "persona non grata". Bis heute bleibt sie jedoch eine kollektive Erinnerungsfigur. Im gesamten Bundesgebiet wie im europäischen Ausland begegnet man Erinnerungsorten der Königin. Zahlreiche Gedenkstätten und Einrichtungen wie Kirchen, Kindergärten, Restaurants und Apotheken, öffentliche Plätze und Straßen, die nach wie vor nach ihr benannt sind, bezeugen symbolisch die Anerkennung.

Im Rahmen der "Preußenrenaissance", die sich verstärkt nach der Wiedervereinigung entwickelte, hat sie in der Gegenwart Teil am positiven Bild eines Preußens des Idealismus und Klassizismus, sowie des Preußens der einleitenden Reformen Steins und Hardenbergs zur modernen Gesellschaft.

Luises Standhaftigkeit vor dem Feind Napoleon diente nach dem Ende der Monarchie Deutschnationalen zum Vorbild und Nationalsozialisten zum Instrumentarium f√ľr Durchhalteparolen. Als deren Inbegriff der "deutschen Frau" und als nationale Ikone bildet sie ein Kernst√ľck der historischen Mythologie der Deutschen im 19. und 20. Jahrhundert. Ihre politische Vereinnahmung zu verschiedenen Zeiten, von verschiedenen Seiten und zu verschiedenen Zwecken l√§sst gro√üe Teile der preu√üischen und deutschen Geschichte sichtbar werden und weist dar√ľber hinaus auch auf europ√§ische Kontexte. Besonders in der Rezeption Frankreichs, wo sich in der napoleonischen Propaganda ein eigener, feindlich gesinnter "Luisenmythos" entwickelte.

Ausstellungen zu Luise



Unter dem Motto "Luise heute" wird die aktuelle Relevanz der historischen Figur aufgezeigt, deren Bedeutung und Einfluss auf kulturgeschichtliche Zusammenh√§nge nach wie vor eine breite √Ėffentlichkeit anspricht.

Das Schloss Charlottenburg bildet den Mittelpunkt des "Luisenjahres" 2010. Hier werden die BesucherInnen der K√∂nigin in den Sonderausstellungsr√§umen im Neuen Fl√ľgel und an authentischen Orten begegnen. Ausgehend von Lebensstationen und wichtigen Rollen der K√∂nigin wird nach der Person hinter dem Mythos gefragt. √úber 350 Gem√§lde, Skulpturen, Grafiken und Dokumente der Ausstellung laden zu einer Ann√§herung an das Leben und Nachleben von K√∂nigin Luise ein. Ein gro√üer Teil der Exponate entstammt dem Besitz der Stiftung Preu√üische Schl√∂sser und G√§rten Berlin-Brandenburg (SPSG), die √ľber die ma√ügeblichen "Luisenobjekte" verf√ľgt. Zudem pr√§sentiert die Ausstellung neben Spitzenexponaten aus Museen des Berliner Raums auch hochkar√§tige Leihgaben aus Deutschland und dem europ√§ischen Ausland.

Das Mausoleum beherbergt Luises Grabstätte und die bedeutende Marmorsarkophagskulptur von Christian Daniel Rauch, die 1814 aufgestellt wurde. Anlässlich des "Luisenjahres" kann die Sarkophagskulptur nach ihrer Restaurierung wieder besichtigt werden.

Die "Luisenwohnung" wird entsprechend der erhaltenen Inventarlisten von 1800 und 1810 nahezu authentisch rekonstruiert. Hierf√ľr stehen fast 90 Prozent der originalen M√∂bel zur Verf√ľgung und handbemalte Seidentapeten werden nach alten Entw√ľrfen neu gefertigt.

Der Charlottenburger Ausstellung folgen Projekte im l√§ndlichen Schloss Paretz mit einer Pr√§sentation der Kleider Luises im Kontext der Mode ihrer Zeit. Neben Kost√ľmen und Accessoires aus dem Besitz der Monarchin zeigt die Exhibition eine Auswahl bedeutender Portr√§ts und weiterer Zeitzeugnisse in Form von Skulpturen, grafischen Bl√§ttern und Briefen.

Auf der Pfaueninsel setzen sich Gegenwartsk√ľnstlerInnen in einem Konzept der Verkn√ľpfung von Kunst und kultureller Bildung mit dem Ort und der preu√üischen K√∂nigin auseinander. Die romantische Havelinsel, die heute UNESCO-Welterbe, Naturschutzgebiet und Fauna-Flora-Habitat der EU ist, z√§hlte zu den Lieblingsaufenthaltsorten der K√∂nigin Luise. 2010 wird die von Peter Joseph Lenn√© gestaltete Parklandschaft zum Schauplatz eines innovativen Ausstellungsprojektes bei dem sich internationale K√ľnstlerInnen unter der Leitung von Michael Lukas dem Mythos Luise auf ganz eigenen Weise n√§hern. Neben dem Schloss und der Meierei √∂ffnen erstmals Geb√§ude wie die G√§rtnerei, der Fregattenhafen und der Beelitzer Jagdschirm ihre Pforten, die bisher der √Ėffentlichkeit nicht zug√§nglich waren.



Miss Preussen 2010. Drei Ausstellungen f√ľr die K√∂nigin:

LUISE. Leben und Mythos der K√∂nigin. Schloss Charlottenburg, 6. M√§rz ‚Äď 30. Mai 2010
LUISE. Die Inselwelt der K√∂nigin. Pfaueninsel, 01. Mai ‚Äď 31. Oktober 2010
LUISE. Die Kleider der K√∂nigin. Schloss Paretz, 31. Juli ‚Äď 31. Oktober 2010

Ausstellung und Filmreihe im Filmmuseum Potsdam:
K√∂nigin der Herzen - Luise-Filme seit 1913. 26. M√§rz ‚Äď 24. Oktober 2010

Weitere Infos zu den Ausstellungen finden Sie im Netz unter:

www.spsg.de


Medienpartner sind: AVIVA-Berlin, Landau Media, rbb Fernsehen, tip Berlin und Deutschlandradio Kultur.

Kultur Beitrag vom 30.12.2009 AVIVA-Redaktion 





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