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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 08.01.2010

Das darf man nicht sagen von H├ęl├Ęne Cixous, Regie Anne Schneider
AVIVA-Redaktion

In der heimischen Pariser K├╝che sprechen Eri und Selma Meyer, zwei der letzten ├ťberlebenden der ehemals gro├čen j├╝dischen Gemeinde Osnabr├╝cks, ├╝ber die Reise in ihre Geburtsstadt. L├Ąngst...



...vergangene, nie besprochene Familien- und Exilerinnerungen kommen bei dem Gespr├Ąch zum Vorschein. Allm├Ąhlich n├Ąhern sich die beiden einer Wahrheit an, die man eigentlich nicht aussprechen darf. Muss man sagen, was man nicht sagen darf?


"Mit fast neunzig k├Ânnen Sie doch nicht absagen. Sie beide, unsere letzten Juden. Sie m├╝ssen unsere Jugend erziehen"
Erinnerung bewahren, Vorbild sein - dazu acht Tage Unterbringung im besten Hotel der Stadt, Kulturprogramm und Fr├╝hst├╝cksb├╝ffet inklusive. Mit diesen Verhei├čungen hat die Stadtverwaltung Osnabr├╝ck die Schwestern Eri Meyer, 86 Jahre alt, und Selma Meyer, 89 Jahre alt dazu gebracht, in ihre Geburtsstadt zur├╝ckzukehren, um dort an einer Gedenkveranstaltung f├╝r die ehemals gro├če j├╝dische Gemeinde der Stadt teilzunehmen.

Nach Paris zur├╝ckgekehrt, sprechen die beiden Damen ├╝ber ihre Reiseeindr├╝cke und ihre Erinnerungen, w├Ąhrend sie in ihrer K├╝che Leberh├Ąckle und Eintopf zubereiten. "Sie glauben, wirklich zu kochen und nur zu sprechen, um die Pausen auszuf├╝llen, doch es ist umgekehrt", erkl├Ąrte Autorin H├ęl├Ęne Cixous ihr Werk und Regisseurin Anne Schneider erkl├Ąrt ihre sparsame Inszenierung so: "Die K├╝chensituation ist ganz wichtig, denn das sind auf irgendeine Art und Weise Gespr├Ąche, die nur in der K├╝che gef├╝hrt werden k├Ânnen".

Das St├╝ck basiert auf dem 2001 erschienenem Roman "Benjamin nach Montaigne - Was man nicht sagen darf" der Autorin Cixous, den sie als "Autobiografikation" bezeichnet und in dem sie die Familiengeschichte ihrer Mutter, ihre pers├Ânlichen Kindheitserinnerungen an Algerien und die Reisebeschreibungen von Michel de Montaigne miteinander verkn├╝pft.

"Das darf man nicht sagen" oder "Das haben wir in Osnabr├╝ck nicht gesagt" bleibt dabei immer wiederkehrende Erkenntnis und erkl├Ąrt zugleich die oft angespannte und zumeist verkrampfte Beziehung zwischen J├╝dinnen und Juden und Nicht-J├╝dinnen und Nicht-Juden. Dabei geht es besonders um jene Deutschen, welche sich ihres Judentums erst bewusst wurden, als sie darauf reduziert und daf├╝r verfolgt und ermordet wurden.

Das Fazit des St├╝ckes ist laut Anne Schneider "die Feststellung, dass auch die nicht-gesagten Dinge irgendwann ausgesprochen werden m├╝ssen, damit man beginnen kann, zu verstehen". Daher ist "Das darf man nicht sagen" trotz des karg erscheinenden B├╝hnenbildes und der wenigen aktiven Handlungen auf der B├╝hne durchaus inhaltsreich und h├Ąlt konstant die Spannung. Die ZuschauerInnen f├╝hlen sich, als w├Ąren sie heimliche BeobachterInnen, welche die Szenerie wie durch ein Schl├╝sselloch betrachten.


H├ęl├Ęne Cixous wurde 1937 in Oran, Algerien als Tochter j├╝discher Eltern geboren und begr├╝ndete die interdisziplin├Ąre Studienrichtung "Recherches et ├Ętudes f├ęminines" an der Universit├Ąt Paris VIII. Sie gilt als eine der wichtigsten franz├Âsischen Theoretikerinnen des Feminismus. Sie lebt und schreibt in Paris und lehrt an Universit├Ąten in Frankreich und in den USA.


Termine:

Premiere: Mittwoch, 06. Januar 2010
Weitere Auff├╝hrungen: Freitag, 08. Januar 2010, 20:30 Uhr und Dienstag, 26. Januar 2010, 19:30 Uhr
Einlass und Abendkasse: ab 18:30 Uhr.
Derniere: Donnerstag, 11. Februar 2010, 20:30 Uhr
Reservierungen: per E-Mail an ticket@schaubuehne.de oder telefonisch unter: 030 ÔÇô 890023
Eintritt: 6 ÔÇô 38 Euro, je nach Preiskategorie des Sitzplatzes
Veranstaltungsort: Schaub├╝hne am Lehniner Platz
Kurf├╝rstendamm 153
10709 Berlin
Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.schaubuehne.de

Kultur Beitrag vom 08.01.2010 AVIVA-Redaktion 





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