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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 11.02.2010

Die Tänzerin Tatjana Barbakoff
AVIVA-Redaktion

Das Verborgene Museum zeigt vom 18. M√§rz bis zum 27. Juni 2010 erstmalig eine Ausstellung √ľber die T√§nzerin Tatjana Barbakoff, die im Berlin der zwanziger Jahre mit ungew√∂hnlichen eigenen...



...Kreationen ihr Publikum faszinierte. Eine Auswahl zahlreicher Fotografien, Gem√§lde, Zeichnungen und Skulpturen verschiedener K√ľnstlerInnen geben einen Einblick in das Leben der T√§nzerin und Muse.

Tsipora Edelberg wurde 1899 im lettischen Hasenpoth als Kind j√ľdischer Eltern geboren. Ihre Mutter Genya, die sehr fr√ľh starb, stammte aus China, und ihr Vater Aizik war Russe. Seit dem zehnten Lebensjahr erhielt sie Ballettunterricht und schon bald zeichnete sich ihre t√§nzerische Begabung ab. Mit Beginn ihrer professionellen Tanzkarriere und den ersten Auftritten in deutschen Kabaretttheatern √§nderte sie ihren b√ľrgerlichen Namen in den russisch klingenden K√ľnstlerinnennamen Tatjana Barbakoff.

Ihr au√üerordentliches Talent zeigte sie 1921 in einem ersten Soloprogramm in D√ľsseldorf. Der Durchbruch als Tanzk√ľnstlerin gelang ihr 1925 in Berlin, wo sie mit einem eigenen abendf√ľllenden Programm gro√üe Begeisterung beim Publikum und bei der Presse ein enormes Echo hervorrief. Internationale Auftritte in √Ėsterreich, Italien und der Schweiz folgten.

© Kasia von Szadurska, Tatjana Barbakoff, um 1929, Bleistift und Kreide, Städtische Wessenberg-Galerie, Konstanz


Barbakoffs Darbietungen √ľberzeugten besonders durch ihre einzigartigen Einf√§lle im Umgang mit Dekor, Gewand und Farbigkeit. Ihre √§sthetisch faszinierenden Kost√ľme entfalteten ihre volle Wirkung beim Tanz und haben Publikum, KritikerInnen sowie K√ľnstlerInnen gleicherma√üen beeindruckt. Die D√ľsseldorfer Jahre er√∂ffneten Tatjana Barbakoff den Zutritt in den Kreis der K√ľnstlerInnengruppe "Das junge Rheinland", in dem sie zum einen die Rolle als Muse annahm, zum anderen selbst auch Inspiration f√ľr ihre Tanzkunst gewann. Die attraktive Erscheinung und das mitrei√üende Auftreten waren ihre Eintrittskarte in die bedeutenden Fotografen-Ateliers von Nini und Carry Hess, Alexander Binder, Yva, Hans Robertson und Sasha Stone.

Aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen verschlechterte sich in den 1930er Jahren die Lage von Tatjana Barbakoff. Ihre große Tournee 1932 unterlag auch Einreiseverboten und Absagen, sie geriet mehr und mehr in die Isolation. 1933 emigrierte sie mit ihrem Lebenspartner, dem Maler Gert Wollheim, nach Paris, wo sie ihren Lebensunterhalt mit Gymnastik-Tanzstunden und vereinzelten Auftritten verdiente. Ab Kriegsbeginn 1939 folgten Jahre des Schreckens: Nach der ersten Internierung 1940 in Gurs lebte sie im Versteck. 1944 geriet sie in Nizza in die Hände der Gestapo und wurde nach Auschwitz deportiert und vergast. Das Leben der Tatjana Barbakoff endete mit 34 Jahren im Konzentrationslager.

© Sasha Stone, Tatjana Barbakoff, Parodistischer Tanz, um 1925, Fotografie, Privatbesitz


Die T√§nzerin Tatjana Barbakoff wird erstmalig in Berlin mit einer Ausstellung zu Leben und Werk gew√ľrdigt. Die Fotografien, Portr√§ts und Zeichnungen werden ab dem 18. M√§rz 2010 im Das Verborgene Museum zu betrachten sein.

Die T√§nzerin Tatjana Barbakoff (1899 - 1944). Luftbilder aus H√§ndewei√ü und Blutrot, Traumgr√ľn und Vogelblau
Das Verborgene Museum
Dokumentation der Kunst von Frauen e.V.
Schl√ľterstra√üe 70
10625 Berlin
Tel.: 030 - 313 36 56

Mehr Infos zur Ausstellung finden Sie unter: www.dasverborgenemuseum.de

AVIVA-Berlin ist Medienpartnerin der Ausstellung


Kultur Beitrag vom 11.02.2010 AVIVA-Redaktion 





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