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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 17.06.2010

Amelia - Das Leben der Amelia Earhart
Eva Jackolis

Der neue Film der Regisseurin Mira Nair ("Monsoon Wedding", "New York, I love you") portrĂ€tiert die legendĂ€re Flugpilotin Amelia Earhart im Großformat. Die Frauenrechtlerin Amelia Earhart war...



... die erste Frau, die den Atlantik ĂŒberquerte.

Der Film eröffnet mit Jubelgeschrei. Eine begeisterte Menschenmenge feiert ihre Starpilotin Amelia Earhart (Hilary Swank) , die am 1. Juni 1937 zu ihrem Alleinflug um die Welt aufbricht. Earhart sitzt auf den TragflĂŒgeln ihrer zweimotorigen Lockheed L-10 Electra. Sie flirtet gekonnt mit der Kamera und betont, dass sie nicht aufhören wird mit dem Fliegen solange noch "ein Funken Leben" in ihr steckt. Ihr Ehemann, der Verleger George Putnam (Richard Gere) reicht ihr die Hand.

Nachdem Charles Lindbergh den Atlantik im Jahr 1927 allein ĂŒberquert hatte und seine Autobiographie veröffentlicht war, suchte George Putnam eine Frau, die dazu ebenso in der Lage war. Er traf auf die damals noch unbekannte Amelia Earhart.

In einem eleganten KostĂŒm betritt Earhart das BĂŒro von Putnam und lĂ€sst keine Zweifel daran aufkommen, dass sie als Pilotin und nicht nur als ein hĂŒbsches GepĂ€ckstĂŒck den Atlantik ĂŒberfliegen will. Hilary Swank verkörpert Earhart als eine ungezwungene, aber durch und durch leidenschaftliche Frau . Das LĂ€cheln verschwindet nur selten aus ihrem von Sommersprossen gesprenkelten Gesicht. Putnam hingegen gibt sich jovial. In großvĂ€terlicher Manier weist er sie in die Regeln des GeschĂ€fts ein, bis sie schließlich seinem Vorschlag zustimmt, den Atlantik zunĂ€chst an der Seite eines bekannten Piloten zu ĂŒberqueren. Der Flug wird ein Medienspektakel.

Die stĂŒrmische Frau und der vĂ€terlich wohlwollende Mann, nein, das ist nicht schön anzusehen, weder angezogen noch halbnackt. Earhart und Putnam heiraten 1931 mit einem Ehevertrag, der besagt, dass das Ehepaar getrennte Wege geht, falls Earhart nach einem Jahr unglĂŒcklich ist. Dennoch möchten sich keine romantischen GefĂŒhle fĂŒr das Liebespaar auf der Leinwand einstellen.

Um Earharts unermĂŒdliche Leidenschaft fĂŒr das Fliegen finanzieren zu können, organisiert Putnam reichlich WerbeauftrĂ€ge fĂŒr sie. Earharts Gesicht wird von nun an mit Koffern und Modeartikeln assoziiert werden. Sie wird zur Werbeikone, fliegt einen Rekord nach dem anderen und avanciert schließlich zur nationalen Heldin. Eine Frau, die den amerikanischen Traum von Freiheit lebt und liebt.

Earhart bewegt sich auch in den höheren Kreisen in der Gesellschaft, wo sie auf ihren spĂ€teren Geliebten, den Piloten Gene Vidal (Ewan McGregor) trifft. Die beiden haben eine kurze, aber heftige Liebesbeziehung, die Earhart schließlich beendet. Die Darstellung der AffĂ€re lehnt sich an die Biographie "East To The Dawn" der amerikanischen Schriftstellerin Susan Butler, die sich in diesem Buch auf die wenig bekannten Details aus Earharts Leben konzentriert.

Earhart grĂŒndete im Jahr 1929 die erste Pilotinnen-Vereinigung "Ninety-Nines", die auch heute noch besteht, und setzte sich vehement fĂŒr die soziale Gleichberechtigung von Frauen ein.
Der Film lĂ€sst ihre starke feministische Haltung allerdings nur erahnen. Zwar spricht Earhart den MĂ€dchen und Frauen bestĂ€ndig Mut zu, ihren TrĂ€umen auch in einer mĂ€nnlich dominierten Welt zu folgen, doch wurden ihre öffentlich geĂ€ußerten Kommentare ĂŒber den "KĂ€fig des Geschlechts" in das Drehbuch nicht aufgenommen.

AVIVA-Fazit: Das Biopic ĂŒber Amelia Earhart ist eine Geschichte ĂŒber eine unkonventionelle Frau in einer unkonventionellen Liebesbeziehung, die eine unkonventionelle Leidenschaft hatte. Leider ist die filmische Umsetzung konventionell. Die Kamera fliegt ĂŒber die VictoriafĂ€lle, gleitet ĂŒber die WĂŒste des Okavango Deltas und zeigt Kalkutta im Monsoonregen – dennoch berĂŒhren die Bilder kaum, was daran liegen kann, dass gleichzeitig die (meist) romantisierenden Gedanken Earharts eingespielt werden. Earharts Drang nach weiblicher Selbstbestimmung offenbart sich zudem in plötzlichen AusbrĂŒchen der Lust oder der Wut, was der Brisanz einer solchen Haltung nicht gerecht wird. Dennoch: Hilary Swank bewegt sich so ungestĂŒm, lebhaft und charismatisch durch den Film, dass die zwei Stunden dann doch nicht so lang werden.

Amelia
USA, 2009
Regie: Mira Nair
Drehbuch: Ronald Bass, Anna Hamilton Phelan
DarstellerInnen: Hilary Swank, Richard Gere, Ewan Mc Gregor, Christopher Eccleston, Joe Anderson, Cherry Jones, Mia Wasikowska
LĂ€nge: 111 Minuten
Twentieth Century Fox of Germany
Kinostart: 17. Juni 2010


Kultur Beitrag vom 17.06.2010 AVIVA-Redaktion 





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