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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 23.03.2011

Das Schmuckst├╝ck. Potiche
AVIVA-Redaktion

1977: Madame Suzanne (Catherine Deneuve), Gattin des Regenschirmfabrikanten Pujol (Fabrice Luchini), vergleicht sich mit einer ....



"Potiche", einer Porzellanvase, die keinerlei Funktion hat und nur h├╝bsch anzuschauen ist.

Auch Pujol sieht in Suzanne lediglich ein dekoratives Schmuckst├╝ck. Viel lieber vergn├╝gt er sich mit seiner Geliebten oder im Nachtclub, und beutet die ArbeiterInnen in seiner Fabrik. Doch als Pujol einen Herzanfall erleidet, ├╝bernimmt Suzanne kurzerhand die Leitung der Fabrik, verordnet Wohlstand f├╝r alle und verb├╝ndet sich mit dem ├Ârtlichen Abgeordneten der kommunistischen Partei, Monsieur Babin (G├ęrard Depardieu).

Das fr├╝her rein dekorative "Schmuckst├╝ck" ist jetzt als Chefin im Aufwind: In der Firma herrscht ein freundliches Arbeitsklima, ihr kunstbegeisterter Sohn entwirft moderne Regenschirmmodelle und die Produktion floriert. Auch die Sekret├Ąrin Nad├Ęge hat sich vom unterw├╝rfigen P├╝ppchen ihres Chefs an der Seite Suzannes in eine engagierte Vertreterin der Arbeiterklasse verwandelt. Nichts ist wie fr├╝her, denn Suzanne macht alles besser.

Das muss auch Robert Pujol erkennen, als er, tatendurstig und genesen, zur├╝ck auf seinen Chefsessel will. Aber Suzanne hat die Firma fest im Griff und ihm die Aktienmehrheit entzogen. Zu allem ├ťberdruss gesteht Suzanne ihm auch noch, dass Laurent nicht sein Sohn ist, sondern aus einer Aff├Ąre stammt. Als Jo├źlle ihrem Vater ein Medaillon mit dem Foto des jungen Babin zeigt, das sie bei ihrer Mutter gefunden hat, zieht Pujol seine Schl├╝sse und schw├Ârt auf Rache. Er sucht seinen Rivalen und Erzfeind Babin in seinem B├╝ro auf, um ihn unter Druck zu setzen und sich selbst wieder an die Macht zu bringen. Aber als Babin von Pujol erf├Ąhrt, dass er wahrscheinlich der Vater Laurents ist, lebt der einsame K├Ąmpfer auf und hofft auf ein sp├Ątes Familien-Wunder. ├ťbergl├╝cklich f├Ąhrt er mit Suzanne zur Stelle, an der sie sich vor 25 Jahre kennengelernt hatten. Er will die Wahrheit erfahren, aber sie muss ihn entt├Ąuschen: Laurent ist nicht sein Sohn. Sie glaubt, dass er aus ihrer Aff├Ąre mit dem Notar stammt. Oder war es der Tennislehrer? Sie ist sich da nicht ganz sicher. Die romantischen Tr├Ąume Babins sind am Boden zerst├Ârt. Da er Suzanne nur noch als Vertreterin einer verlogenen Bourgeoisie sieht, k├╝ndigt er ihr klassen├╝berschreitendes B├╝ndnis auf und l├Ąsst sie mitten auf der Landstra├če stehen.

Am Ende sieht alles nach einer ├ťberraschung aus. Als am Abend der Parlamentswahlen, bei denen Suzanne gegen den amtierenden Abgeordneten Babin angetreten ist, die Stimmen ausgez├Ąhlt werden steht sie als Gewinnerin fest. Sie ruft ihren geschlagenen Kontrahenten an und schl├Ągt ihm vor, Freunde zu bleiben. Er ist ger├╝hrt und scheint sich dar├╝ber zu freuen, in seiner Funktion als B├╝rgermeister von Saint-Gudule mit der neuen Abgeordneten Suzanne Pujol k├╝nftig viel zu tun zu haben.

Vor ihren begeisterten Anh├ĄngerInnen tritt die frisch gew├Ąhlte Suzanne Pujol im strahlend wei├čen Kost├╝m auf und l├Ąsst sich feiern. In einer blumigen Rede verspricht sie, sich wie eine Mutter um die Belange ihrer "Kinder" zu k├╝mmern und verk├╝ndet, man solle zum Matriarchat und der glorreichen Epoche der Amazonen zur├╝ckkehren. Kein Zweifel: Das Schmuckst├╝ck ist an der Macht! Ihr Mann Robert verfolgt den Triumph seiner Frau mit zur├╝ckhaltender Bewunderung am Fernseher. Und auch Maurice Babin kann gar nicht anders, als am Radio mitzusummen, wenn Suzanne umringt von ihren Bewunderern "C┬┤est beau la vie" singt.

Sp├Ątestens nach dem triumphalen Start in Frankreich und dem Publikumserfolg auf den Filmfestivals in Venedig und Toronto ist klar: Mit seinem 13. Film "Das Schmuckst├╝ck" kn├╝pft Fran├žois Ozon an den internationalen Erfolg seiner "8 Frauen" an. Bei ihrer Verwandlung vom dekorativen Heimchen in die politisch aktive Powerfrau l├Ąuft Catherine Deneuve zu kom├Âdiantischer Hochform auf. Als Gegenspieler sorgen Fabrice Luchini als cholerischer Kapitalist und G├ęrard Depardieu als sentimentaler kommunistischer B├╝rgermeister f├╝r ├╝berraschende Tiefschl├Ąge, Tanzeinlagen und Schicksalswendungen. Ozon belebt die patriarchalische Gesellschaft der Siebziger Jahre liebevoll ironisch mit Kost├╝men, Farben, Ausstattung und franz├Âsischen Chansons. In den spritzigen Dialogen nimmt die Kom├Âdie auch den heutigen franz├Âsischen Politzirkus und den Pr├Ąsidenten aufs Korn und gibt der Farce von der Revanche einer Frau eine bissige Aktualit├Ąt.

Das Schmuckst├╝ck
Originaltitel: Potiche
Frankreich 2010
Regie, Drehbuch, Adaption: Fran├žois Ozon
Freie Adaption des St├╝ckes von Barillet & Gr├ędy
DarstellerInnen: Catherine Deneuve, G├ęrard Depardieu, Fabrice Luchini, Karin Viard, Judith Godr├Ęche, J├ęr├ęmie Renier, Elodie Fr├ęg├ę, Evelyne Dandry u.a.
Produktion Eric et Nicolas Altmayer
Verleih: CONCORDE FILM
104 Min.
Kinostart: 24. M├Ąrz 2011

www.schmuckstueck-derfilm.de


(Quelle: CONCORDE FILM)

Kultur Beitrag vom 23.03.2011 AVIVA-Redaktion 





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