Pina - tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

WOHNE LIEBER UNGEW├ľHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 25.02.2011

Pina - tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren
Tatjana Zilg

Wim Wenders beweist, dass 3D vielmehr kann, als Animationen und Action-Blockbustern neue Attraktivit├Ąt zu verleihen. Er eroberte sich die mittlerweile ausgefeilte Technik und gestaltete ...



... einen Tanzfilm ├╝ber Pina Bausch, in dem er das Kinopublikum mitten ins Tanzensemble auf die B├╝hne holt und in urbane und naturnahe Umgebungen Wuppertals versetzt.

Das Projekt war urspr├╝nglich als gemeinsame Arbeit des Regisseurs, in seiner eigenen Filmographie h├Ąufig Vorreiter f├╝r neue Wege in der Kinokunst, und der weltber├╝hmten Choreografin geplant. Doch zwei Tage vor dem ersten Probedreh in 3D geschah das Entsetzliche: Pina Bausch starb aufgrund eines Krebsleidens.

Erst durch 3D wurde Wenders Vorhaben m├Âglich

Sichtbar ger├╝hrt erz├Ąhlt Wim Wenders am Premiere-Tag bei der 61. Berlinale, wie er sich nach dem ersten Schock entschieden hatte, den Film dennoch zu drehen, wenn auch in einer ganz anderen inhaltlichen Herangehensweise. Bereits vor 20 Jahren entstand zwischen den beiden Ausnahme-K├╝nstlerInnen die Idee, gemeinsam einen Tanzfilm ├╝ber Pinas Arbeit zu drehen. Lange Zeit z├Âgerte Wenders, das Vorhaben in die Tat umzusetzen, da er keine Klarheit dar├╝ber gewinnen konnte, wie all das Besondere, das ihre choreografische Handschrift auszeichnet, auf eine zweidimensionale Leinwand ├╝bertragbar sein k├Ânnte. Erst durch die Fortschritte der 3D-Technik wagte er es, dieses Projekt anzugehen, und sie verabredeten, dass er sie w├Ąhrend einer Tournee begleiten w├╝rde. Nach ihrem Tod ver├Ąnderte er in Absprache mit dem Tanzensemble das Filmkonzept grundlegend.

Pinas Blick

Nat├╝rlich ist Pina Bausch nicht nur f├╝r Wim Wenders in ihrem Metier nahezu unantastbar. Mit ihren einzigartigen Choreografien begeisterte sie Publikum und Fachleute weltweit. Niemanden gelang es so wie ihr, theatrale Elemente und individuellen Ausdruck in die Tanzkunst einzubinden: In ihrem Ensemble zu tanzen wurde f├╝r viele T├ĄnzerInnen zum ersehnten Ziel.
Seit der Spielzeit 1973/74 leitete Pina Bausch die Tanzsparte an den Wuppertaler B├╝hnen und f├╝hrte diese zu einem hohen Bekanntheitsgrad. Wesentlich f├╝r ihre Arbeit sind ihr Blick und die daraus entstehenden Fragen, die sie an ihre T├ĄnzerInnen richtet und die sie mit in den Tanz nehmen. Diesen beiden Elementen folgt auch Wenders Film, so dass Pinas Blick in jedem Moment sp├╝rbar im Raum liegt. Ausschnitte aus den vier St├╝cken "Caf├ę M├╝ller", "Le Sacre du printemps", "Vollmond" und "Kontakthof" wechseln sich in nicht chronologischer Folge ab, sie werden teils auf der B├╝hne umgesetzt, teils an ausgew├Ąhlten Orten Wuppertals, wodurch in einigen Szenen die Konfrontation von Tanz mit architektonischer Linearit├Ąt im Mittelpunkt steht. An vielen anderen Stellen schmiegt sich der Humor mit ein, etwa dann, wenn eine T├Ąnzerin im Stadtparksee einen Nilpferd begegnet oder in einem nicht sofort erkennbaren Duett eine Frau m├Ąnnliche Muskeln spielen l├Ąsst.

Durch den 3D-Effekt erscheint das Geschehen der Zuschauerin stets zum Greifen nahe und zieht sie mit Wucht hinein in die emotionalen Fluten, die vom Tanz ausgehen. Auch die Interviewpassagen mit den T├ĄnzerInnen, die von ihren Erfahrungen in der Arbeit mit Pina Bausch erz├Ąhlen, bekommen durch die ver├Ąnderte Raumhaftigkeit der abgebildeten ProtagonistInnen eine vertiefte Wahrhaftigkeit.

Premiere im Berlinale-Palast

Der Film feierte kurz vor seinem deutschen Kinostart am 24. Februar 2011 am 3D-Sonntag bei der 61. Berlinale seine umjubelte Premiere. Nicht nur die Erschaffung einer w├╝rdigen Hommage an Pina Bausch, auch die Erschlie├čung der 3D-Technik f├╝r den anspruchsvollen Filmbereich, sind Wenders Verdienste. Gemeinsam mit seinem Filmteam, f├╝r das er auch den B├╝hnenbildner Peter Pabst gewann, der auf eine 30j├Ąhrige Zusammenarbeit mit Pina Bausch zur├╝ckblicken kann, beschrieb er bei der Pressekonferenz, welche gro├čen Schwierigkeiten am Anfang des Drehs auftraten und wie diese Schritt f├╝r Schritt in akribischer Feinarbeit gel├Âst wurden. Zu Gute kam ihnen dabei, dass sich die 3D-Technik seit einiger Zeit rapide fortentwickelt, so dass im Laufe der Filmproduktion verbesserte M├Âglichkeiten zur Verf├╝gung standen.

AVIVA-Tipp: "Pina - tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren" legt sich um den eigenen K├Ârper wie ein drogenfreier Rausch und begl├╝ckt durch ber├╝hrende und dynamische Augenblicke.
Phasenweise vermisst frau Hintergrundinfos, doch dann packt einen wieder die unmittelbare Begeisterung f├╝r die Ausdruckskraft des Tanzes in seinen blitzschnellen Bewegungen, Getriebensein und dem Kaleidoskop an nach au├čen sichtbar gemachten Emotionen.
Ein Dokumentarfilm in solch hoher Regiequalit├Ąt, der f├╝r sein Sujet die 3D-Technik nutzt, war noch nie da und so liegt ├╝ber dem Ganzen das Gef├╝hl, bei der Eroberung neuer cineastischer Gebiete teilzuhaben.
Er ist aber nur bedingt daf├╝r geeignet, zeitgen├Âssischen Tanz denjenigen nahe zu bringen, die bisher wenig Ber├╝hrungspunkte damit hatten , da der Film auf Hintergrundinfos und Biografisches zu Pina Bausch verzichtet. Auf der anderen Seite ist er hier in ganz neuen Dimensionen erlebbar als auf der B├╝hne, wenn er in Natur und Stadt inszeniert wird und sich auf deren Objekte bezieht. Durch die Kameraf├╝hrung wird der Blick zudem auf Details gerichtet, die bei einem Liveerlebnis m├Âglicherweise der Wahrnehmung entgehen. Die hervorragend ausgew├Ąhlte Musik intensiviert dies im hohen Ma├če.

Pina - tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren
Deutschland 2010
Regie, Drehbuch, Produktion: Wim Wenders
Stereograph: Alain Derobe
Kamera: H├ęl├Ęne Louvart und J├Ârg Widmer
3D Supervisor: Francois Garnier
Choreografien: Pina Bausch
K├╝nstlerische Beratung: Dominique Mercy, Robert Sturm
Art Director: Peter Pabst
B├╝hnenbild: Rolf Borzik und Peter Pabst
Kost├╝me: Rolf Borzik und Marion Cito
Produzent: Gian-Piero Ringel
Koproduzenten: Claudie Ossard und Chris
Produktion: Neue Road Movies
Verleih: NFP marketing & distribution, Vertrieb Warner Bros.
Laufl├Ąnge: 100 Minuten
Kinostart: 24. Februar 2011

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.pina-film.de



Kultur Beitrag vom 25.02.2011 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken