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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 15.06.2011

Yuki und Nina
Tatjana Zilg

In Kinderaugen eine der grĂ¶ĂŸten Katastrophen: Die beste Freundin soll umziehen. Und zwar nicht innerhalb von Frankreich, wo Yuki und Nina gegenwĂ€rtig leben, sondern weit fort ins unbekannte Japan.



Der anmutig schöne Spielfilm begleitet die beiden MÀdchen wÀhrend der Phase des Ablösens voneinander und dem Versuch, mit der Situation umzugehen.

Das Regieduo Hippolyte Girardot (Schauspieler in "Stilles Chaos", "Lady Chatterley") und Nobuhiro Suwa (Regie von "Ein perfektes Paar") fÀngt die Wahrnehmungswelt der neunjÀhrigen Kinder achtsam ein und inszeniert sie ohne die VerfÀlschung durch erwachsene Sichtweisen.
GewÀhlt wurden ruhige Einstellungen und eine dokumentarische Filmsprache. Innerhalb der unspektakulÀren Dramaturgie entwickelt sich der melodramatische Konflikt dennoch mit einer unaufhaltsamen Wucht.

Imaginative Bitte an die Eltern

Yuki (NoĂ« Sampy) und Nina (Arielle Moutel) spielen nach der Schule bei Nina und warten darauf, dass Yukis Mutter Jun (Tsuyu Shimizu) sie abholt, um zu fragen, ob sie in den Ferien gemeinsam zu Ninas Vater fahren dĂŒrfen. Ninas Eltern sind geschieden.
Jun weicht zunĂ€chst aus und ĂŒberrascht wenig spĂ€ter Yuki mit der Mitteilung, dass die Eltern sich trennen werden und Yuki bald mit der Mutter nach Japan ziehen soll. Yuki reagiert verstört. Als sie Nina davon erzĂ€hlt, entsteht die Idee, einen Brief im Namen der "Liebesfee" an Yukis Eltern zu schreiben - in der Hoffnung, sie dazu zu bewegen, doch zusammenzubleiben.

Eine Lichtung im Wald gibt den entscheidenden Impuls

NatĂŒrlich hat das nicht den gewĂŒnschten Effekt. Yukis Mutter fliegt nach Japan, um eine Wohnung zu suchen, und lĂ€sst ihre Tochter fĂŒr zwei Wochen bei ihrem Vater FrĂ©dĂ©ric (Hippolyte Girardot) in Paris zurĂŒck. Da er kaum in der Lage ist, dem MĂ€dchen Trost und Halt zu geben, sondern vorrangig mit sich selbst beschĂ€ftigt ist, reißt Yuki zusammen mit Nina aus. Im unbewohnten Landhaus von Ninas Vater vergessen die MĂ€dchen im Spiel alles um sich herum. Gestört von einer Nachbarin ziehen sie sich in einen riesigen Wald zurĂŒck, wo Yuki plötzlich alleine weiterwandert. Auf einer surrealen Lichtung erlebt sie einen erlösenden Tagtraum, wonach sie von ihrem Vater, der nun in großer Sorge um sie ist, aufgefunden wird. Yuki lĂ€sst sich mit neugewonnener Kraft auf die Reise nach Japan ein, und stellt fest, dass es ihr viel leichter fĂ€llt, sich dort einzugewöhnen, als sie befĂŒrchtet hat.

AVIVA-Tipp: Die Kraft des Films entfaltet sich leise und unaufdringlich auf vielen Ebenen, die fĂŒr kleine, jugendliche und erwachsene KinogĂ€ngerInnen gleichermaßen anregend und emotional berĂŒhrend sind.
AllmĂ€hlich gelingt es Yuki und Nina, durch eine kindliche AnnĂ€herung an den Konflikt die Notwendigkeit des Umzugs zu akzeptieren. WĂ€hrenddessen ergibt sich StĂŒck fĂŒr StĂŒck eine Innensicht auf die MĂ€dchenfreundschaft, in der Nina anfĂ€nglich als die StĂ€rkere erschien. Die Spiegelung einer kindlichen magischen Welt durch Yukis Begegnung mit der Vergangenheit ihrer AhnInnen im Wald setzt zusĂ€tzlich einen außergewöhnlichen, malerisch schön umgesetzten Filmhöhepunkt.

Yuki und Nina
Frankreich, Japan 2009
Regie und Drehbuch: Hippolyte Girardot, Nobuhiro Suwa
Kamera: Josee Deshaies
HauptdarstellerInnen: Hippolyte Girardot, Marilyne Canto, Noë Sampy, Arielle Moutel, Tsuyu Shimizu
LauflÀnge: 92 Minuten
Verleih: Peripher Filmverleih
Kinostart: 16.06.2011

Weitere Infos unter: www.peripherfilm.de



Kultur Beitrag vom 15.06.2011 AVIVA-Redaktion 





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