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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 22.01.2004

Kleinwaffen - eine weltweite Bedrohung
Gaby Miericke-Rubbert

9 von 10 Kriegsopfern sterben durch Kleinwaffen. Diese werden in Krisengebieten oft von Kinderhänden bedient. Eine Ausstellung von UNICEF und BICC noch zu sehen bis zum 3.02.2004 im Paul-Löbe-Haus



Diese Ausstellung pr√§sentiert in Fotos, Dokumenten und Kinderzeichnungen bekannte und neue Fakten und Schockierendes √ľber das Gesch√§ft mit Kleinwaffen, Krisen und Kriegen.

Der Teufelskreis muss durchbrochen werden. Die Industrienationen, aber auch Hersteller in Entwicklungsländern machen Profite mit Waffenlieferungen an Kriegsgebiete und Krisenregionen, um später am Wiederaufbau, an Demobilisierungsprogrammen, an psychosozialer Versorgung und Hilfsprojekten aller Art beteiligt zu sein.
Dass Erwachsene sich √ľberall auf der Welt bekriegen ist entsetzlich genug, aber warum m√ľssen mehr als 300.000 Kinder in √ľber 30 L√§ndern in das m√∂rderische Gesch√§ft mithineingezogen werden? Auf diversen Aufnahmen sehen wir ernste Kindergesichter mit geschulterten Waffen, ihre Kinderzeichnungen zeugen von gruseligen Milit√§rerfahrungen, die sie nur mit Hilfe verarbeiten k√∂nnen. Nicht Lesen und Schreiben steht auf dem Stundenplan, sondern K√§mpfen und T√∂ten.

Bereits 1998 beschlossen die Vereinten Nationen ein Mindestalter f√ľr Angeh√∂rige von Friedenstruppen von 25 Jahren. Der Kampfeinsatz und die Zwangsrekrutierung von Kindern unter 18 Jahren im Krieg wurde von der UN-Kinderrechtskonvention im Februar 2002 verboten. Das Mindestalter f√ľr die Aufnahme von Freiwilligen in nationale Armeen ist auf 16 Jahre festgelegt. Auch Deutschland (!) und andere Industriestaaten nehmen noch immer minderj√§hrige Freiwillige in ihre Armeen auf. Hingegen fordert UNICEF von allen Staaten, die 18-Jahre-Grenze anzuerkennen und generell keine Minderj√§hrigen zu rekrutieren.

Mit dieser Ausstellung machen die VeranstalterInnen darauf aufmerksam, dass gerade Kinder in Guerillakriegen oder bei innerstaatlichen Konflikten in Entwicklungsl√§ndern "ideale" Soldaten sind. Sie stellen keine Fragen, lassen sich leicht einsch√ľchtern und f√ľhren. Und sie k√§mpfen ohne Sold. Die Armee wird f√ľr viele zur Ersatzfamilie, es gibt Kleidung und zwei Mahlzeiten am Tag, h√§ufig f√ľr Eltern existentieller Grund genug, um ihre Kinder der Rebellenarmee zu √ľbergeben.

Das Bedienen von Kleinwaffen ist im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht, f√ľr mehr als 2 Millionen Kinder fand in den 90-er Jahren dieses m√∂rderische "Spiel" ein t√∂dliches Ende. √úberlebende Kindersoldaten sind immer von Krieg und Gewalt traumatisiert, zukunfts- und oft heimatlos.

"Schulen statt Bomben" der friedensbewegte Slogan der 80-er Jahre ist mal wieder brandaktuell. Unter dem Motto "Waffen einsammeln, Entwicklung erm√∂glichen" unterst√ľtzen die Vereinten Nationen und andere Organisationen die Ablieferung von Waffen durch die Zivilbev√∂lkerung. Im Gegenzug dazu erhielten viele D√∂rfer in Albanien zum Beispiel Ende der 90-er Jahre Schulen, Krankenh√§user und Telefonanschluss.

Die Ausstellung im Deutschen Bundestag k√∂nnte f√ľr den Sozialkundeunterricht ein guter Einstieg in die Thematik sein. Aber auch f√ľr alle friedensbewegten Menschen ein schockierender Denkansto√ü in die richtige Richtung. Aber bitte nur mit Personalausweis!
"Frieden schaffen ohne Waffen" - eine Utopie, die Realität werden muss!




Noch zu sehen bis 3. Februar 2004
Wann: Mo 8-16 Uhr, Di bis Do 8-17 Uhr, Fr 8-14 Uhr
Wo: Paul-Löbe-Haus, Westfoyer
Deutscher Bundestag
Konrad-Adenauer-Str.1
Berlin-Mitte
weitere Infos unter: Tel: 030 - 227 32 143
Informationen zu den Organisationen im Netz unter:
www.unicef.de

Internationales Konversionszentrum Bonn www.bicc.de


Kultur Beitrag vom 22.01.2004 AVIVA-Redaktion 





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