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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 06.04.2004

Mein Name ist Bach
Anne Winkel

Zwei (Macht)welten prallen aufeinander - ein Film ├╝ber das Zusammentreffen des genialen Musikers Johann Sebastian Bach und des m├Ąchtigsten Mannes von Preu├čen, Friedrich II. Kinostart: 8. April 2004



Im Jahre 1747 reist der bereits anerkannte Komponist Johann Sebastian Bach (Vadim Glowna) mit seinem ├Ąltesten Sohn Friedemann (Anatole Taubmann) zu seinem Sohn Emanuel (Paul Herwig), der Musiker am Hofe des preu├čischen K├Ânigs ist. Die Taufe von Emanuels k├╝rzlich geborenen Sohns steht an. Bach soll Pate werden.

Als Friedrich II. (J├╝rgen Vogel) von der bevorstehenden Ankunft des ihm (musikalisch) ├╝berlegenen "gro├čen" Bachs erf├Ąhrt, beschlie├čt er, ihn blo├čzustellen. Bach soll eine Fuge zu sechs Stimmen komponieren.
Neben Friedrich II. lebt auch dessen j├╝ngere Schwester Amalia (Karoline Herfurth) im Stadtschloss von Potsdam. Amalie hat ihren eigenen Kopf und l├Ąsst sich nur ungern von ihrem tyrannischen Bruder bevormunden. Zwischen der eigenwilligen 17-j├Ąhrigen und dem freiheitsliebenden Bach-Sohn Friedemann entwickelt sich eine leidenschaftliche Aff├Ąre.

Abgesehen von der Haupthandlung, dem Machtkampf zwischen Bach und Friedrich, werden die drohende Blindheit Johann Sebastians, sowie Homosexualit├Ąt und Gewissensfragen (bez├╝glich der Folter) des preu├čischen Oberhaupts thematisiert.

Der Deb├╝tfilm der schweizerischen Regisseurin Dominique de Rivaz wurde mit dem "Schweizer Filmpreis 2004 (Bester Spielfilm des letzten Jahres)" ausgezeichnet.
Positiv anzumerken ist, dass de Rivaz kein ausschlie├člich prunkvolles Preu├čen inszeniert hat: Farbe bl├Ąttert von den T├╝ren des Potsdamer Stadtschlosses ab, die Kost├╝me wirken authentisch - nicht so reinlich und wohlriechend wie in anderen Filmen mit Adels/K├Ânigsthematiken.

"Mein Name ist Bach" wirkt aber trotz angemessener Lokalit├Ąt deplaziert. Die Entwicklung der Charaktere kann nur schwer nachempfunden werden. Man fragt sich, inwiefern sich die Regisseurin dem historischen Stoff verpflichtet f├╝hlte und inwiefern sie zwanghaft interpretieren wollte.
Der penetranten Symbolik des auf einem Balken balancierenden Bachs h├Ątte ein etwas subtilerer Ton nicht geschadet. ("ganz oben, ohne Netz, kann jederzeit hinunter fallen" offenbart Bach, doch soll wirklich der Ruhm Bachs als solcher im Mittelpunkt stehen?). Gleiches gilt f├╝r die aufdringliche Gro├čaufnahme von Johann Sebastian Bachs Hinterkopf. Diese Kameraeinstellung ist eine aufdringlich-direkte Aufforderung zum Nachdenken ├╝ber die Gedanken und Gef├╝hle eines unsympathischen Musikers.

Die zunehmende Schw├Ąchung von Bachs Augenlicht erscheint zu Beginn des Films als das zentrale Thema des Films. Eine starke emotionale Dramatik geht von dieser nicht aufzuhaltenden Erblindung aus. Sp├Ąter ist diese Erblindung aber nur noch am Rande existent und wirkt fast wie ein "ach-h├Ątten wir-ja-beinahe-vergessen-jetzt-lassen- wir-Bach-mal-nach-seiner-Pfeife-tasten".

Das abschlie├čende Erscheinen Voltaires (die Kutschen des abreisenden Bachs und die des ankommenden Voltaires treffen vor dem Schloss aufeinander) ist eine interessante Idee. Nach dem musikalischen Machtkampf k├╝ndigt sich nun ein philosophischer Schlagabtausch an. Voltaire ist allerdings eine recht k├╝mmerliche, peinlich-l├Ącherliche Erscheinung mit Fistelstimme, von der man nicht allzu viel zu erwarten glaubt.




Mein Name ist Bach
Schweiz/Deutschland 2003, L├Ąnge 99 Minuten
Regie: Dominique de Rivaz
DarstellerInnen: Vadim Glowna, J├╝rgen Vogel, Karoline Herfurth, Anatole Taubmann, Gilles Tschudi
Kinostart: 8. April 2004


Kultur Beitrag vom 06.04.2004 AVIVA-Redaktion 





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