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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 23.06.2004

Bis zum 24. Oktober im Bauhaus-Archiv Museum f├╝r Gestaltung
Sabine Grunwald

Der "Afrikanische Stuhl". Das M├Âbelst├╝ck aus den Anf├Ąngen des Bauhauses wird mit anderen Fr├╝hwerken gezeigt und untermauert die einzigartige Stellung des Bauhauses



Der "Afrikanische Stuhl", ein seit 80 Jahren verschollen geglaubtes M├Âbelst├╝ck, wurde 1921 von Marcel Breuer und der Weberin Gunta St├Âlzl geschaffen. 1922 ging er in den Besitz an eine in Ilmenau wohnende Familie ├╝ber, in deren Obhut er sich bis heute befand. Das an einen Thron erinnernde M├Âbelst├╝ck war bislang nur aus einer zeitgen├Âssischen S/W Fotografie bekannt. Wie keine andere Arbeit verk├Ârpert es den fr├╝hen Geist des Bauhauses. Um das einzigartige M├Âbel aus bemalten Eichenholz mit farbiger Textilbespannung ranken sich zahlreiche Legenden.

Der Stuhl war das erste Werk von Marcel Breuer, der sp├Ąter mit seinen Stahlrohrm├Âbeln zur Legende und zum Meilenstein in der Geschichte des Designs wurde.

Das aus Holz hergestellte M├Âbel mit seiner in kr├Ąftigen Farben gehaltenen Bemalung und Bespannung l├Âst auch heute noch Assoziationen aus, die auf seinen Namen zur├╝ckzuf├╝hren sind. Doch wird damit ├╝ber seine urspr├╝ngliche Bestimmung wenig ausgesagt.

F├╝r seine Nutzung gibt es mehrere Erkl├Ąrungsmodelle. Er kann als "Thron" f├╝r den Bauhaus-Direktor bestimmt gewesen sein oder k├Ânnte auf die Architektur als Mutter aller K├╝nste verweisen. Ebenfalls bietet sich die Interpretation des M├Âbels als eine Art Hochzeitsstuhl an, die auf die damals enge Beziehung zwischen Gunta St├Âlzl und Marcel Breuer verweist.

Die Farbgestaltung mit den ausschlie├člich in den Farben Rot und Blau ausgef├╝hrten Fassung der kreisrunden Sitzfl├Ąche verweist au├čerdem auf elementare Form-Farb-Zuordnungen. Gropius schreibt dem Dreieck die Eigenschaften "gl├╝hend Geist", "m├Ąnnlich Angriff", "leidenschaftlich-Liebe" und die Farbe Rot zu, dem Quadrat "kalt-Materie", "unerl├Âst-Schlaf", "weiblich-verharren" sowie die Farbe Blau. Der Kreis ist f├╝r ihn das Zeichen f├╝r das All, das Geist und Materie in einer vollkommenen Figur vereint.

Auch f├╝r die ungew├Âhnliche Zahl der Beine findet sich eine Theorie. In der biosophischen Lehre Ernst Fuhrmanns, der stark am Bauhaus rezipiert wurde, steht die Zahl drei f├╝r das M├Ąnnliche, die Zahl Zwei f├╝r das Weibliche. Aus Form und Farbe der Sitzfl├Ąche, in Kombination mit den f├╝nf Beinen (der Summe aus Mann und Frau) ergeben sich Hinweise auf die ganz pers├Ânliche Lebens- und Vorstellungswelt von Breuer und St├Âlzl. Doch haben die beiden ├╝ber ihre damalige Beziehung stets Stillschweigen bewahrt, hielten sie diese doch f├╝r ihre Privatangelegenheit.

Mit dem Aufkommen der Bauhaus-Maxime Kunst und Technik eine neue Einheit ab 1923 wird er zum Symbol f├╝r eine Bauhaus Geschichte, die abgeschlossen war.

Das Bauhaus-Archiv zeigt diesen Stuhl zusammen mit weiteren Arbeiten aus den Anf├Ąngen des Bauhauses. Interessant ist der Versuch, einen von Marcel Breuer 1926 publizierten Bauhaus-Film anhand von f├╝nf M├Âbelst├╝cken nachzustellen, der die Entwicklung des M├Âbeldesigns vom Afrikanischen Stuhl bis zum Stahlrohrm├Âbel veranschaulicht.

Wie viele herausragende Kunstwerke entzieht sich der "Afrikanische Stuhl" einer eindimensionalen Interpretation. Vielmehr zeigt er die verschiedenen Vorstellungswelten, die am fr├╝hen Bauhaus parallel vertreten waren. Seine besondere Bedeutung liegt in der Geschichte des gesamten Bauhauses, da er beispielhaft die Vielschichtigkeit verk├Ârpert, die dieses Institut immer auszeichnete.


Ausstellungsort:
bauhaus-archiv Museum f├╝r Gestaltung
Klingelh├Âfer Str. 14
10785 Berlin
├ľffnungszeiten:
t├Ąglich, au├čer Dienstag, 10.00-17.00 Uhr
Dauer der Ausstellung:
16. Juni bis 24. Oktober


Kultur Beitrag vom 23.06.2004 Sabine Grunwald 





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