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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 16.11.2004

Filmreihe im Rahmen der J├╝dischen Kulturtage 2004
AVIVA-Redaktion

Vom 21. - 28. November 2004 stehen sechs Filme unter dem Motto "Was macht einen Film j├╝disch?". Die FilmemacherInnen werden zu den Vorf├╝hrungen ihrer Filme pers├Ânlich anwesend sein



Ausgehend von den ersten erhellenden Antworten auf die Frage "Was macht einen Film j├╝disch?", die im Juni 2004 in der Festschrift zum 10. Berlin Jewish Film Festival im Berliner be.bra Verlag erschienen sind, gehen die sechs Filme im Rahmen der J├╝dischen Kulturtage 2004 dieser schwierigen Frage weiter nach. Die FilmemacherInnen Tamara Wyss, Dany Levy und Andrew Hood werden zu den Vorf├╝hrungen ihrer Filme pers├Ânlich anwesend sein, Einf├╝hrungen zu weiteren Filmen halten Lilian Nunberger, Susan Neiman und Rabbinerin Bea Wyler.

Sonntag, 21. November, 12h in Anwesenheit von Tamara Wyss
Auf der Suche nach Herrn Moses. Tamara Wyss. BRD 1990. 60 min

"Herr Moses", so wurde Moses Mendelssohn von seinen Zeitgenossen genannt.
Im Preu├čen Friedrich des Grossen erfuhr er Rassismus und Intoleranz am eigenen Leibe, sah welchen Ungerechtigkeiten die Juden ├╝berall ausgesetzt waren und wurde so ein Vertreter der Aufkl├Ąrung, der sich f├╝r Gleichheit und Toleranz zwischen allen Religionen einsetzte.
Ausgangspunkt des Films waren Fotos und ein Notizbuch der Urenkelin Moses Mendelssohn und Ur-Urgro├čmutter der Filmemacherin. Der Film ist eine Ann├Ąherung an eine Person der Vergangenheit im heutigen Zusammenhang, ein Film ├╝ber die Fragen, die Mendelssohn stellte und die auch heute noch relevant sind. Es ist ein pers├Ânlicher Film, und auch eine Reise durch 200 Jahre deutsch-j├╝discher Beziehungen am Beispiel der Mitglieder der Mendelssohn-Familie.

Sonntag, 28. November, 12h - in Anwesenheit von Dani Levy
Alles auf Zucker!
Dani Levy. D 2004. 90 min
Jakob Zuckermann ein Jude? "Mit dem Club habe ich nichts zu tun," verk├╝ndet Jaeckie Zucker voller Inbrunst. Doch da irrt er sich. Denn dem zu DDR-Zeiten beliebten Sportreporter und Lebemann steht das Wasser bis zum Hals: Der Gerichtsvollzieher droht mit Knast und seine Frau Marlene mit Scheidung. F├╝r den gewitzten Billardspieler gibt es nur noch eine Hoffnung: Das mit 100.000 Euro dotierte European Pool Turnier. Doch unmittelbar vor Turnierbeginn stirbt Jaeckis Mutter. Und Mammes Testament h├Ąlt eine besondere ├ťberraschung parat: Das Erbe f├Ąllt ihnen nur dann zu, wenn sich die seit ├╝ber 40 Jahren verfeindeten S├Âhne Samuel und Jakob vers├Âhnen - und wenn sie samt ihrer Familien das j├╝dische Gesetz einhalten und sieben Tage strengste Totenwache halten. W├Ąhrend Marlene einen Crashkurs in Sachen j├╝discher Tradition absolviert und die orthodoxe Verwandtschaft mit koscheren H├Ąppchen versorgt, gibt es f├╝r Jaecki ein ganz anderes Problem - das Billard-Tunier wurde soeben er├Âffnet.
Alles auf Zucker! ist eine ganz unorthodoxe Familienkom├Âdie, die liebevoll vom Zusammenprall der Kulturen, von alten Freundschaften und neuen Liebesgeschichten erz├Ąhlt.

Sonntag, 21. November, 21.15h. Einf├╝hrung, Lilian Nunberger, Diplompsychologin
Capturing the Friedmans.
Andrew Jarecki. USA 2003. OF 107 min
Arnold und Elaine Friedman und ihre drei S├Âhne sind, von au├čen betrachtet, eine typische Familie im wohlhabenden Great Neck auf Long Island. Als sie zum festlichen Thanksgiving-Essen zusammenkommen, bricht die Polizei in ihr Haus ein, durchsucht alles und verhaftet Arnold und den 18j├Ąhrigen Jesse. W├Ąhrend die Familie ihre Unschuld beteuert, ger├Ąt die Gemeinde von Great Neck in Aufruhr angesichts der schockierenden Verbrechen, die den Friedmans angelastet werden. "Aus der Perspektive der ├ľffentlichkeit und anhand von Familienaufnahmen erz├Ąhlt der Film die Geschichte eines Kriminalfalls, der grundlegende Fragen zu Gerechtigkeit, Familie, Gemeinschaft und Wahrheit aufwirft.
Am Schluss bleibt nur noch eine Gewissheit: dass die Wahrheit nicht zu ermitteln ist. In v├Âlligem Zwiespalt ├╝ber das Geh├Ârte und Gesehene verl├Ąsst man diesen ├Ąu├čerst aufschlussreichen Film, in dem sich eine Hysterie des Kinos zu spiegeln scheint." (B. Schweizerhof)

Mittwoch, 24. November, 19.30h
Einf├╝hrung, Susan Neiman, Direktorin des Einstein Forums, Potsdam
Bye Bye Braverman. Sidney Lumet. USA 1968 OF 92 min
Eine Neuentdeckung ist Sidney Lumets schwarze Kom├Âdie um vier Herren, die sich zum Begr├Ąbnis ihres alten Freundes treffen. In Deutschland wird dieser Film mit seinem expliziten New Yorker j├╝dischen Humor zum ersten Mal im Kino gezeigt.

Donnerstag, 25. November, 21h
in Anwesenheit von Hauptdarstellerin Tamara Stern, Regisseur Andrew Hood und Produzent Peter Rommel
Das Apfelbaumhaus
. Andrew Hood. D 2004. 97 min
Andrew Hood entwickelt in seinem Spielfilmdeb├╝t eine spannende Geschichte um ein herrenloses Haus, pers├Ânliche Geheimnisse und ihre Entr├Ątselung. Karl arbeitet als Masseur - ein Knochenjob, dazu noch schlecht bezahlt. Als seine kr├Ąnkelnde Mutter bei ihm einzieht, ist er alles andere als begeistert. Eines Tages erscheint die unwiderstehliche Jael bei Karl in der Massagepraxis. Er sp├╝rt, dass sie etwas von ihm will, doch zu seiner Entt├Ąuschung geht es Jael in erster Linie um ihr ehrgeiziges Ziel, als Unternehmerin einen Baukomplex f├╝r ein j├╝disches Zentrum in der Stadt zu schaffen. In ganz Leipzig sucht sie nach dem Besitzer des alten Apfelbaum-Hauses, an dem sie interessiert ist.
Im Verlauf des Films n├Ąhert sich Karl einer ihm bislang unbekannten j├╝dischen Welt und entdeckt die wahre Herkunft seiner Mutter.

Sonntag, 28. November, 19.30h
Einf├╝hrung: Rabbinerin Bea Wyler, Schweiz
Whale Rider. Niki Caros
. Neuseeland/Deutschland 2002. OmU 101 min
"Wie j├╝disch kann ein Film ohne Juden sein?" Im Mittelpunkt dieses bewegenden Films ├╝ber das Leben der Maori zwischen Mythen und Moderne steht ein 12 j├Ąhriges Maori-M├Ądchen, das versucht, ihren Gro├čvater davon zu ├╝berzeugen, dass auch M├Ądchen etwas erreichen k├Ânnen. Als Wale, die heiligen Tiere der Maori, an den Strand gesp├╝lt werden, sieht der Stamm gro├čes Unheil kommen, das M├Ądchen aber ihre Chance.


Freunde der Deutschen Kinemathek e.V.
Kino Arsenal 1 & 2
im Filmhaus am Potsdamer Platz - 10785 Berlin - Tel.: 030-269 55-100 -
www.fdk-berlin.de

Kultur Beitrag vom 16.11.2004 AVIVA-Redaktion 





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