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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 04.02.2005

Robert Capa ist bis zum 18.04.05 eine Ausstellung im Martin-Gropius-Bau gewidmet
Sabine Grunwald

50 Jahre nach dem Tod des gro├čen Fotografen erinnert eine Retrospektive mit rund 300 Werken an den legend├Ąren Kriegsreporter, der eine ├ära des einf├╝hlsamen Fotojournalismus pr├Ągte



"If your pictures aren┬┤t good enough, you aren┬┤t close enough" (Robert Capa). Dieser eherne Grundsatz wurde ihm selbst zum Verh├Ąngnis. Mit nur 40 Jahren, am 25. Mai 1954, lie├č der bekannte Fotograf sein Leben, als er Soldaten in Thai Binh Indochina bei der Mienensuche fotografierte.

Sich selbst wollte er nicht als K├╝nstler sehen, zu seinen Lebzeiten gab es keine einzige Ausstellung seiner Bilder. 50 Jahre nach seinem Tod erinnert eine gro├če Ausstellung an den legend├Ąren Kriegsreporter, der es wie kein anderer vermochte, den Schrecken des Krieges und das Leid der Zivilbev├Âlkerung gleicherma├čen zu dokumentieren. 300 bekannte und weniger bekannte Fotografien, zeigen neben seinen "Highlights" ├╝berraschende Bilder eines Zeitzeugen und engagierten Journalisten. Sein Werk ist eine Anklage gegen den Krieg, gegen faschistische Systeme und Unterdr├╝ckung.

In der ersten H├Ąlfte des 20. Jahrhunderts nahm Robert Capa an f├╝nf Kriegen fotografisch Anteilnahme und ersch├╝tterte die Welt mit bis heute unvergessenen Bildern. Er dokumentierte den Spanischen B├╝rgerkrieg (1936-1939), den chinesischen Widerstand gegen die japanische Besetzung (1938), den Zweiten Weltkrieg in Europa (1941-1945) und die Landung der Alliierten in der Normandie. Weiter den ersten israelisch-arabischen Krieg (1948) und letztendlich den Krieg in Indochina (1954).

Robert Capa kommt 1913 im damaligen ├ľsterreich-Ungarn als Endre Ern├ Friedmann zur Welt. Wegen seiner Teilnahme an Studentenprotesten flieht er 1931 nach Berlin. Er schreibt sich an der Deutschen Hochschule f├╝r Politik ein um Journalismus zu studieren. Nebenbei arbeitet er f├╝r Ullstein und die Foto Agentur Dephot. Seine erste Reportage ├╝ber Leo Trotzki, den Revolution├Ąr im Exil, wird 1932 im "Welt-Spiegel", der Wochenbeilage des "Berliner Tageblatts" ver├Âffentlicht. Im selben Jahr flieht Friedmann als Ausl├Ąnder, Jude und Roter von den Nationalsozialisten bedroht, nach Paris.

Hier begegnet er der ebenfalls aus Deutschland emigrierten Fotografin Gis├Ęle Freund und dem Ungarn Andr├ę Kert├ęsz. Die legend├Ąre Freundschaft zu David Szymin (Chim) und Henri Cartier-Bresson, mit denen er sp├Ąter zusammen die Foto-Agentur Magnum gr├╝nden wird, findet hier ebenfalls ihren Anfang. 1934 lernt er die Fotografin Gerda Pohorylle kennen. Die aus Deutschland emigrierte J├╝din, polnischer Abstammung wird seine Partnerin und Lebensgef├Ąhrtin.

1936 reisen beide nach Spanien um den B├╝rgerkrieg f├╝r die Zeitschriften "Vu" und "Regards" zu dokumentieren. Hier entsteht das legend├Ąre und vieldiskutierte Bild des "fallenden Soldaten". Auch seine Freundin Gerda Taro, wie Sie sich sp├Ąter nennt, verliert in den heftigen K├Ąmpfen von Brunete 1937 ihr Leben. Ihr widmet Robert Capa das Gemeinschaftswerk "Death in the Making".

1939 flieht Capa in die Vereinigten Staaten und lebt als freiberuflicher Fotograf in New York. Im Auftrag der Magzine "Life" und "Collier┬┤s" begleitet er als Kriegsberichterstatter die Feldz├╝ge in Nordafrika und nimmt 1944 an der Invasion der Alliierten in der Normandie teil. Seine Fotos von der Landung am D-Day machen in weltber├╝hmt.

Capa fotografiert die Befreiung von Paris und h├Ąlt in seinen Bildern das zerst├Ârte Berlin mit seinen verzweifelten Menschen fest. Hier beginnt auch seine Liebesaff├Ąre mit Ingrid Bergmann. Die zweij├Ąhrige Romanze inspirierte Alfred Hitchcock zu seinem Film "Rear Window". 1947 gr├╝ndet er die Bildagentur MAGNUM und ist in Russland, Israel, Polen und der Tschechoslowakei unterwegs. Zusammen mit John Steinbeck ver├Âffentlicht er ein Buch ├╝ber Russland und mit Irwin Shaw eines ├╝ber Israel. 1952 entzieht im die Botschaft der Vereinigten Staaten wegen seiner Reportage ├╝ber den Spanischen B├╝rgerkrieg f├╝r die linke Presse f├╝r mehrer Monate den Pass.

1954 bittet in das "Life Magazine" f├╝r einen amerikanischen Kollegen in Indochina einzuspringen. Capa nimmt diesen Auftrag, seinen letzten an. In einem Nachruf hei├čt es: "Capa ist so gestorben, wie es sich f├╝r ihn geh├Ârte - Im Tumult des Untergangs."

Au├čer den bekannten Kriegsfotografien sind weniger bekannte und bisher nicht ver├Âffentlichte Reportagen zu sehen. Zahlreiche K├╝nstlerportraits franz├Âsischer LeihgeberInnen werden zudem von Illustrierten und Magazinen der 1930er und 1940er Jahre komplettiert.
T├Ąglich um 12 und 15 Uhr ist kostenlos im Kinosaal der 80 min. Film "Robert Capa in Love and War" von Anne Makepeace in englischer Originalversion zu sehen.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen: Preis in der Ausstellung 19,90 Euro
Robert Capa
Retrospektive

nicolai
256 Seiten, 218 Abbildungen im Duotone
ISBN 3-89479-237-X
Preis 29,90 Euro


Robert Capa - Retospektive
Ausstellungsort:
Martin-Gropius.Bau
Niederkirchnerstr. 7
10963 Berlin
Dauer der Ausstellung:
22.01.2005 - April 2005
├ľffnungszeiten:
T├Ąglich 10 bis 20.00 Uhr, au├čer Dienstag
Eintritt 6 Euro, erm. 4 Euro
├ľffentliche F├╝hrungen:
Samstag 16.00 Uhr, Sonntag 14.00 Uhr
Weitere Informationen im Netz unter:
www.gropiusbau.de


Kultur Beitrag vom 04.02.2005 Sabine Grunwald 





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