I Heart Huckabees - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kultur
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Frauensommer 2018 - Mythos 68 WOHNE LIEBER UNGEW√ĖHNLICH
AVIVA-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J√ľdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 12.05.2005

I Heart Huckabees
Danielle Daum

David O. Russells neuestes Werk, eine durchgedrehte, surreal angehauchte Komödie, ist mit Abstand das Skurrilste, Gewagteste und Durchgeknallteste, was in den vergangenen Jahren im Kino zu sehen war



Drei Mal innerhalb k√ľrzester Zeit begegnet der Umweltaktivist Albert Markovski (Jason Schwartzman) einem Afrikaner. Und weil er nicht an Zuf√§lle glaubt und wissen m√∂chte, was es mit dieser schicksalhaften Begegnung auf sich hat, begibt er sich geradewegs in die H√§nde von SpezialistInnen, deren Adresse er in der Tasche einer kurzfristig ausgeliehenen Jacke findet. "Bernard und Vivian Jaffe, Existenzdetektive", steht auf dem K√§rtchen. Eine Lektion ihrer "Alles ist irgendwie miteinander verbunden"-Theorie bekommt Albert sofort und akzeptiert, zur L√∂sung seines Problems auf Schritt und Tritt beobachtet zu werden. Die beiden vermuten, da√ü Alberts Probleme mit Brad Strand (Jude Law) zu tun haben. Als Manager der Kaufhauskette Huckabees ist er in Sachen Weltanschauung so etwas wie Alberts Gegenst√ľck. Brads verachtende Einstellung zu globalkritischen Meinungen geht so weit, da√ü auch er die Existenzdetektive engagiert. Damit jedoch sticht er in ein Wespennest, denn diese √∂ffnen ihm nun die Augen f√ľr pers√∂nliche Probleme, die er in seiner Arroganz bislang f√ľr nicht existent gehalten hatte. Um die allgemeine Verwirrung komplett zu machen, packt David O. Russell in die mit messerscharfen Dialogen und skurrilen Situationen vollgestopfte Kom√∂die auch noch einen neurotischen Feuerwehrmann (Mark Wahlberg) und eine franz√∂sische Nihilistin (Isabelle Huppert).

Diese Geschichte klingt v√∂llig durchgedreht und abgefahren und genau das ist sie auch, von der ersten bis zur letzten Minute. Regisseur David O. Russell hat bereits mehrfach bewiesen, dass er seinen pr√§gnanten, schr√§gen Stil mit Erfolg auf die Leinwand bringen kann, ohne k√ľnstlerisch Kompromisse zu machen. Sein Ruf ist inzwischen so gut, da√ü er f√ľr das Independent-Projekt eine Reihe namhafter SchauspielerInnen verpflichten konnte. Die gr√∂√üte √úberraschung des Films ist Mark Wahlberg. Obwohl das Ex-Model und ehemalige S√§nger in Filmen wie Paul Thomas Andersons Meisterwerk "Boogie Nights" zeigte, da√ü er Potenzial hat, war Wahlberg noch nie besser als in "I Heart Huckabees". Er ist in seiner Rolle als sinnsuchender Feuerwehrmann grandios komisch.

Es sind die K√§mpfe verschiedenster Lebensprinzipien und -philosophien, die im Zentrum von I Heart Huckabees stehen, doch am Ende siegt das Chaos. Der Film ist eine Art "existentialistische Kom√∂die". Diese Mischung aus Entertainment und philosophischem Anspruch mag f√ľr einen Hollywood-Film zun√§chst √ľberraschen, tats√§chlich ist sie jedoch nur die Zuspitzung einer aktuellen Tendenz in der amerikanischen Filmindustrie. Es sind Filmemacher wie Wes Anderson, Michel Gondry und Spike Jonze, vor allem aber Drehbuchautor Charlie Kaufman, die in ihren surreal-absurden Tragikom√∂dien menschliches Dasein hinterfragen. Mit seinem neuen Film steuert nun auch David O. Russell, der zuvor mit "Flirting With Desaster" (1996) und "Three Kings" (1999) das Publikum begeisterte, seinen Beitrag dazu bei.

AVIVA-Tipp: Mit den hier gestellten Fragen Schritt zu halten ist eine wahre Herausforderung. Die diversen Welterklärungsansätze und Lebensprinzipien werfen eher Fragen auf, als daß sie Antworten geben. Hinter all den philosophischen Diskursen verliert man zunehmend die Orientierung in der eigentlichen Geschichte. Leider bleibt der Zuschauerin dadurch auch der emotionale Zugang zu der Welt der Figuren verwehrt, woran auch die hochkarätige Besetzung, darunter immerhin klangvolle Namen wie Dustin Hoffman, Isabelle Huppert, Lily Tomlin, Jude Law und Naomi Watts, kaum etwas zu ändern vermag. Etwas jedoch kann man David O. Russell mit Sicherheit nicht absprechen, und zwar den Mut zu einem ungewöhnlichen Filmstoff.


I Heart Huckabees
Regie: David O. Russell
DarstellerInnen: Jason Schwartzman, Jude Law, Dustin Hoffman, Lily Tomlin, Naomi Watts, Mark Wahlberg, Isabelle Huppert u.a.
USA 2004
Verleih: 20th Century Fox
Freigegeben ab 12 Jahren Länge: ca. 106 Minuten
www.ihearthuckabees-derfilm.de
Kinostart: 12.05.2005

Kultur Beitrag vom 12.05.2005 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken