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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 04.08.2005

Bin Jip - Leere Häuser von Kim Ki-Duk
Brigita Bosotin

Der junge Tae-Suk, ein liebenswerter Vagabund, dringt in leer stehende Häuser ein. Dort hat er eine schicksalhafte Begegnung: Sun-Hwa, eine geschlagene und verängstigte Frau.



Bin Jip erz√§hlt die Geschichte eines jungen Mannes (Tae-Suk). Der mit seinem Motorrad durch die Lande reist, auf der Suche nach "verwaisten" Wohnungen. Um herauszufinden, ob die BewohnerInnen verreist sind, klebt er Werbeflyer an die Haust√ľren, direkt √ľbers Schloss. Sind die Werbeflyer am Abend noch da, steht f√ľr ihn fest, dass die Eigent√ľmerInnen nicht vor Ort sind. In den Wohnungen verweilt er einige Zeit. Er w√§scht die W√§sche, er gie√üt die Blumen, f√ľhrt Reparaturen aus, kocht, macht Fotos und spielt Golf. Und wenn er wieder geht, hinterl√§sst er alles ordentlich und aufger√§umt. Eines Tages bricht er in eine luxuri√∂se Villa ein und begegnet dort seinem Schicksal.

Bin-Jip - "Leere H√§user" kommt fast ohne Text aus, was aber kein Manko ist, vielmehr eine Bereicherung. Erinnernd an alte Stummfilme wird die Zuschauerin in den Bann gezogen, ohne laute Special-Effects oder √ľberladene Worth√ľlsen. Gibt es Dialoge, sind sie stark und aussagekr√§ftig. Eine einfache Geschichte, die viel transportiert, √ľber die Gesellschaft, √ľber Menschen, √ľber Einsamkeit, √ľber Beziehungen und √ľber das Aussteigen. Obwohl Tae-Suk ein Einbrecher ist, entwickelt die ZuschauerIn eine positive, fast herzliche Beziehung zum Protagonisten. Er verk√∂rpert den Aussteiger, gebildet, aus gutem Elternhaus stammend, der sich nicht der Leistungsgesellschaft unterordnet, die in Asien weit verbreitet ist. Tae-Suk hat seine eigene Lebensphilosophie entdeckt, die er konsequent lebt.

Kim Ki-Duk, 2004, √ľber die Idee zu Bin-Jip - "Leere H√§user": "Die Idee kam mir letztes Jahr im Oktober. Ich entfernte einen Flyer, der √ľber dem Schl√ľsselloch meiner Haust√ľr klebte, als mir pl√∂tzlich klar wurde, dass die H√§user, bei denen diese Werbung seit Tagen unber√ľhrt blieb, leer stehen mussten. Das Bild eines leeren Hauses, das niemand betritt, f√ľhrte zu einer Geschichte √ľber eine sehr einsame Person, die von allen anderen Menschen isoliert ist. Au√üerdem wollte ich einen Film machen √ľber einen Mann, der in solche H√§user eindringt und diese Leere mit W√§rme f√ľllt."

Der Regisseur:
Kim Ki-Duk ist am 20.12.1960 in Bongwha, S√ľdkorea, geboren. Vor dem Studium der Malerei in Paris arbeitet er in Fabriken und war Marinesoldat. W√§hrend des Studiums entwickelt Kim Ki-Duk seine Leidenschaft f√ľr den Film. Zur√ľck in Korea begann er, Drehb√ľcher zu schreiben und nahm mit Erfolg an Wettbewerben teil. Sein Regie-Deb√ľt machte er mit "Crocodile". Er schafft Werke, die teils malerisch sch√∂n sind und zugleich feinsinnig Gewalt und tiefen Schmerz vermitteln. Seine ProtagonistInnen sind psychologisch vielschichtig charakterisiert. Die Filme so der Regisseur kein "Mainstream". Sie schaffen Emotionen, ohne aufgesetzt, gek√ľnstelt, kitschig oder sentimental zu wirken.

Sein Publikumserfolg "Fr√ľhling, Sommer, Herbst, Winter ... und Fr√ľhling" hat bei Filmfestivals viel Lob erfahren. Bin-Jip ist beim Filmfestival von Venedig 2004 mit dem silbernen L√∂wen pr√§miert worden.

AVIVA-Tipp: Bin-Jip geh√∂rt in die Liste: Lieblingsfilm. "Leere H√§user" √ľberzeugt durch die poetische Bildsprache und die herzliche Erz√§hlweise. Kim Ki-Duk schafft eine durch Leichtigkeit getragene Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die v√∂llig ohne Worte miteinander kommunizieren. Der Film erz√§hlt den Plot sehr leise und unaufdringlich. Wenn Sie berauschende 90 Minuten im Kino verbringen wollen, dann schauen Sie die sch√∂nste Liebesgeschichte des Jahres an. Sie besticht durch ihre Bild√§sthetik und Bildkomposition.


Bin Jip - "Leere Häuser"
Regie, Buch, Schnitt & Produktion: Kim Ki-Duk
DarstellerInnen: Jae Hee (Tae-Suk), Lee Seung-yeon (Sun-Hwa)
Korea 2004
Dolby SRD, dt. Fassung
Dauer: 90 Minuten
Kinostart: 11.08.2005
Verleih: www.pandorafilm.com
Website: www.bin-jip.de

Kultur Beitrag vom 04.08.2005 AVIVA-Redaktion 





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