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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 01.09.2005

15 Jahre Leselust - Die edition ebersbach feiert Geburtstag
Ruth Niehaus

Paris mit den Augen Simone de Beauvoirs sehen oder mit Erika und Klaus Mann die Riviera erkunden -ein Verlagsprogramm wie eine Schatzkiste. Brigitte Ebersbach im Interview mit AVIVA-Berlin.



Eigentlich wollte Brigitte Ebersbach Lehrerin werden. Doch es sah schlecht aus auf dem Arbeitsmarkt Anfang der 80er in der Schweiz und so mußte sie nach anderen Wegen suchen. Sie erhielt eine Assistentenstelle an der Uni Bern und feilte an ihrer Doktorarbeit. Und dann kam alles ganz anders – ein Verleger lief ihr über den Weg, sie schnupperte Verlagsluft und konnte schon bald nicht mehr genug davon bekommen.
Die Lehrjahre vergehen wie im Flug: freie Mitarbeiterin beim Limmat Verlag, danach Verlegerassistentin bei Scherz. 1988 gründet sie mit vier Mitstreiterinnen 1988 den bis heute einzigen Frauenverlag der Schweiz, den eFeF Verlag, zunächst, um die Veröffentlichung eines Jubiläumsbandes von Wissenschaftlerinnen der Uni Zürich zu ermöglichen. Titel: "120 Jahre Frauenstudium".
Zwei Jahre später machte sie ernst und mit dem Ziel, von ihren Büchern zu leben, hob sie die edition ebersbach aus der Taufe. Sie macht seitdem Bücher, welche die ganze "Vielfalt des Frauenlebens in historischer und aktueller Perspektive darstellen" und Kulturgeschichte aus weiblicher Sicht vermitteln.

AVIVA-Berlin: Die Beschäftigung mit Künstlerinnen / ungewöhnliche Frauen der 20er und 30er Jahre - ein Schwerpunkt Ihres Verlagsprogramms - stößt auf anhaltendes Interesse. Die Zeiten waren jedoch für unsere Vorfahrinnen vergleichsweise schwierig. Warum gerade verlegen Sie Bücher über Frauen aus dieser Zeit?
Brigitte Ebersbach: Weil diese Frauen für mich Vorbilder dafür sind, dass man auch in schwierigen Zeiten und unter schwierigen Bedingungen für ein selbstbestimmtes Leben eintreten kann. Es sind Frauen, die mit Leidenschaft, Mut und kreativer Energie in vielerlei Hinsicht ihren ureigenen Weg gehen, mit großer Konsequenz, ohne Halbheiten und Mittelmaß.

AVIVA-Berlin: Wirtschaftliche Misere und Massenarbeitslosigkeit haben Frauenthemen scheinbar an den Rand gedrängt. Die edition ebersbach firmiert bewußt nicht als Frauenverlag. Ist es schwieriger geworden, sich mit Büchern von und über Frauen zu behaupten?
Brigitte Ebersbach: Die Frauenthemen sind nur scheinbar an den Rand gedrängt, sie sind nach wie vor da, weil viele Probleme nicht gelöst sind. In Zeiten von Massenarbeitslosigkeit sind besonders die Frauen betroffen. Ich denke nicht, dass es schwieriger geworden ist, sich mit "Frauenbüchern" zu behaupten, denn viele Frauen sind gerade in dieser gesellschaftlich krisenhaften Situation auf der Suche nach befriedigenden Lebensentwürfen. Was sich jedoch geändert hat und sich auch weiterhin ändern wird, ist die Ansprache, die Art und Weise, wie ein Thema dargeboten wird, so dass es seine Leserinnen findet.

AVIVA-Berlin: Seit fünf Jahren hat die edition ebersbach ihren Sitz in Berlin. Wie hat sich der Verlag in der Folge verändert?
Brigitte Ebersbach: Wir befinden uns noch mitten im Veränderungsprozess. Zunächst hatten wir das Ziel, uns bei den Buchhändlern und Buchhändlerinnen als Berliner Verlag bekannt zu machen. Dieses Ziel haben wir erreicht. Auch haben wir Berliner Autorinnen veröffentlicht. Der nächste Schritt ist es, im Verlagsprogramm Berliner Themen zu verankern.

AVIVA-Berlin: Ebenso lange wie Ihr Verlagshaus gibt es den Verein BücherFrauen e.V., 1990 in Deutschland nach dem Vorbild der englischen Women in Publishing gegründet. Welche Bedeutung hat so ein Netzwerk für Ihr Unternehmen?
Brigitte Ebersbach: Ich bin Mitglied bei den BücherFrauen. Leider konnte ich in letzter Zeit das interessante Veranstaltungsangebot aus Zeitmangel nicht wahrnehmen, ich habe aber Kolleginnen in ihrem beruflichen Werdegang als Mentorin begleitet. Außerdem habe ich dort Frauen aus den verschiedensten Verlagsbereichen kennen gelernt, die heute Mitarbeiterin der edition ebersbach sind.

AVIVA-Berlin: Wie würden Sie in aller Kürze das derzeitige Verlagsprogramm skizzieren?
Brigitte Ebersbach: Mein Verlagsprogramm widmet sich in den Bereichen Erzählendes Sachbuch, Biografie, Geschenkbuch und literarische Kalender Frauen, die sich in keine Schablone pressen und sich nicht auf eine Rolle festlegen lassen, die sich auf Stöckelschuhen ihren Weg bahnen, die zu ihrer weiblichen Seite stehen.

AVIVA-Berlin: Die Gründung eines Unternehmens ist ein großer Schritt. Was hat Ihnen in schwierigeren Zeiten geholfen, durchzuhalten und weiterzumachen?
Brigitte Ebersbach: Der Zuspruch und die Rückendeckung verschiedener Menschen: mein Lebenspartner, meine FreundInnen, Buchhändlerinnen und Leserinnen, die mein Programm schätzen. O-Ton einer Leserin: "Ich habe schon zwanzig Bücher der edition ebersbach im Regal stehen und kann nicht genug kriegen."

AVIVA-Berlin: Welches Buch liegt zur Zeit auf Ihrem Nachttisch? Und welches Buch wollten Sie immer schon mal lesen?
Brigitte Ebersbach: "Die letzte Lektion" von Noëlle Chatelet. Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit".

AVIVA BERLIN: Stellen Sie sich vor, Sie bekämen heute 1 Million Euro für Berlin. Welches Projekt würden Sie sofort retten oder ins Leben rufen?
Brigitte Ebersbach: Berliner Stadtteilbibliotheken.

AVIVA BERLIN: Welches Buch würden Sie niemals verborgen?
Brigitte Ebersbach: Keins, weil ich gerade meine Lieblingsbücher gern verborge.

AVIVA BERLIN: Auf welche Neuerscheinung sind Sie gespannt?
Brigitte Ebersbach: Auf "Vincent" von Joey Goebel.

AVIVA-Berlin: Ihre Vision, Ihre Ziele für die edition ebersbach?
Brigitte Ebersbach: Konsequent an meinem Programm – weibliche Lebensentwürfe – weiterarbeiten, dies jedoch zukünftig auch mit jungen – heutigen – Frauen und mit aktuellen Diskussionsbeiträgen. Meine Vision: eine Buchhandlung mit allen Büchern – auch und vor allem Backlist – aus den unabhängigen Verlage zu führen.

Mehr zum Verlag unter www.edition-ebersbach.de

Kultur Beitrag vom 01.09.2005 AVIVA-Redaktion 





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