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AVIVA-BERLIN.de im April 2021 - Beitrag vom 22.05.2003


Acht Frauen als Bühnenstück
Katrin Brummund

Nach dem Kino-Erfolg des letzten Jahres wagt das Renaissance-Theater die erste Neuinszenierung des Bühnenstücks von Robert Thomas




Auf dem Landsitz von Gaby (Judy Winter) und Ehemann Marcel versammelt sich die gesamte weibliche Verwandtschaft, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Als am Morgen der Herr des Hauses tot im Bett aufgefunden wird, beginnen die Damen mit einem kollektiven Ermittlungsverfahren. Schnell wird klar, dass in der Mordnacht reges Treiben auf den Fluren herrschte und einige der Anwesenden undurchsichtige Beziehungen zum Hausherrn unterhielten...

Foto: Iko Freese/DRAMANach dem Riesen-Erfolg von François Ozons Kinofilm "8 Frauen" im letzten Jahr lag es nahe, das zugrundeliegende, fast in Vergessenheit geratene Theaterstück von Robert Thomas neu zu inszenieren. Der preisgekrönte Film Ozons, eine Hommage an das französische Filmmusical einerseits, an das Glamour-Hollywood der 50er andererseits, setzt acht große französische Schauspielerinnen in Szene, welche Neurosen, Intrigen und Pikanterien zu schrillen Blüten treiben.

Dietmar Pflegerl vertraute bei seiner Neuinszenierung ganz auf die Originalität des großen Vorbilds, die Adaption reicht bis zur Hornbrille der jungfernhaften Isabelle Huppert und zwingen der ZuschauerIn schon deswegen den Vergleich mit Ozons Meisterwerk auf.
Die Musical-Einlagen der Darstellerinnen: bei Ozon notwendige und zugleich grotesk-selbtdarstellerische Ergänzungen der Dialoge, sind bei Pflegerl boulevardesque Beiwerke und halten das Geschehen eher auf anstatt es voran zu treiben.
Dennoch: das Publikum begleitete Mamys (Louise Martini) weinselige Darbietung von "Ein bißchen Frieden" mit frenetischem Applaus. Ohje!

Foto: Iko Freese/DRAMA Auch sonst wurde mit viel Rücksicht auf das nicht mehr ganz jugendliche Publikum inszeniert: Während die homoerotischen Szenen zwischen Gaby und ihrer Schwägerin komplett außen vor gelassen wurden, kommt das Boulevard-Theater reichlich zum Zuge: etwa wenn Mamy plötzlich vergessend, dass sie nicht gehen kann, aus dem Rollstuhl springt und die Treppe hinaufläuft.

Falls Sie "8 Frauen" noch nicht kennen: Schauen Sie sich lieber François Ozons Spielfilm an, in irgendeinem Programmkino läuft er bestimmt.



Acht Frauen
von Robert Thomas
Regie: Dietmar Pflegerl
Darstellerinnen: Elisabeth Baulitz, Ulrike Jackwerth, Brigitte Karner, Barbara Kowa,
Regina Lemnitz, Louise Martini, Judy Winter, Esther Zimmering
Spieldaten: 22.+ 23.08., 20 Uhr, 24.08., 18 Uhr, 26-30.08, 20 Uhr, 31.08, 16 Uhr. Preise: 11 bis 32 €
Kartenreservierung: Tel: 030/ 312 42 02
email: tickets@renaissance-theater.de
www.renaissance-theater.de




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Beitrag vom 22.05.2003

Katrin Brummund 






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