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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 02.11.2003

Wiedereröffnung der Anna-Seghers-Gedenkstätte
Gaby Miericke-Rubbert

Nach monatelanger Schließung wegen Modernisierung und Restaurierung sind die Wohn- und Arbeitsräume einer der bedeutendsten deutschen Erzählerinnen des 20. Jahrhunderts wieder zu besichtigen



Wer war Anna Seghers? Um dieser Frage nachzusp√ľren, sind Sie in der nach ihr benannten Stra√üe in Berlin-Adlershof im oberen Stockwerk des Hauses Nr. 81 an der richtigen Adresse.

Dort hat die 1983 verstorbene weltber√ľhmte Schriftstellerin von 1955 an bis zu ihrem Tod gelebt und gearbeitet. Wobei leben und arbeiten f√ľr Anna Seghers synonym gewesen zu sein schienen. Die eher schlicht wirkende Wohnung war und ist zweckm√§√üig eingerichtet, es wurde an soliden Holztischen geschrieben, B√ľcherregale, wohin das Auge schaut, und diverse schmucklose Sitzm√∂bel, um FreundInnen empfangen zu k√∂nnen.

Der Aus- und Einzug der kleinen Bibliothek, mit √ľber 10.000 Exemplaren eine stattliche private Sammlung, war angesichts der umfassenden Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten des gesamten Mietshauses die zeitaufwendigste zu bew√§ltigende Aufgabe. Dank der Erfindung von Digitalkameras konnte jedes einzelne Buch wieder an seinen urspr√ľnglichen Ort im Regal zur√ľckgestellt werden.

Am 21. Oktober wurde die Wiederer√∂ffnung der Gedenkst√§tte mit Prosecco, Keksen und der inzwischen 75-j√§hrigen Anna Seghers Tochter gefeiert. Die frisch get√ľnchten W√§nde und die neu installierte Heizung und Elektrik f√ľgen sich unauff√§llig in die historisch bedeutsame Lokalit√§t ein und erm√∂glichen den BesucherInnen nun wieder nach der 6-monatigen Pause dem Leben und Werk der Autorin nachzusp√ľren.

Bei dieser Entdeckungsrunde ist die Leiterin der Gedenkst√§tte, Frau Ulrike Melchert, gern h√∂chstpers√∂nlich mit einer individuellen F√ľhrung behilflich, egal ob Sie in Gruppen oder einzeln kommen. In einem kleinen Vortragsraum mit 20 Pl√§tzen k√∂nnen Gruppen auf Anfrage 10 verschiedene Spielfime sehen, die nach den Werken von Anna Seghers gedreht wurden. Gro√üer Beliebtheit erfreuen sich bei Schulklassen die Verfilmungen von "Das siebte Kreuz" und "Der Ausflug der toten M√§dchen". In den Abendstunden wird das Wohnzimmer der Seghers wiederbelebt durch Lesungen und Konzerte.

Die BesucherInnen erfahren von dem bewegten Leben der Anna Seghers, die sich fr√ľh von ihrer gutb√ľrgerlichen Herkunft distanzierte, 1926 Mitglied der KPD wurde und vom Nazi-Regime verfolgt 1933 ins Exil gehen mu√üte. Ihr gelang es, mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern √ľber die Schweiz, zun√§chst nach Frankreich und sp√§ter nach Mexico zu emigrieren. Ihre Schaffenskraft litt nicht unter dem Verlust der Heimat, zahlreiche Werke entstanden im Ausland, wobei sie mit "Das siebte Kreuz" 1942 zu internationalem Weltruhm gelangte. 1947 kehrte sie in den Ostteil Berlins zur√ľck und hatte bis zu ihrem Tod ein ungebrochenes, systemkonformes Verh√§ltnis zu dem Staat der DDR.

In ihrem Vorwort zu einer Biographie √ľber die K√ľnstlerin fa√üt Christa Wolf lexikalisch folgenderma√üen zusammen: "Anna Seghers: Deutsche, J√ľdin, Kommunistin, Schriftstellerin, Frau, Mutter. Jedem dieser Worte denke man nach. So viele einander widersprechende, scheinbar einander ausschlie√üende Identit√§ten, so viele, schmerzliche Bindungen".

Es lohnt sich, einen Abstecher in die Anna-Seghers-Stra√üe in diese vermeintlichen Widerspr√ľchlichkeiten und Bindungen zu machen.



Anna-Seghers-Gedenkstätte
√Ėffnungszeiten: dienstags und mittwochs 10-16 Uhr, donnerstags 10-18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung
Anna-Seghers-Str. 81
12489 Berlin-Adlershof
Info: 030-677 47 25
www.anna-seghers.de


Kultur Beitrag vom 02.11.2003 AVIVA-Redaktion 





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