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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 07.08.2006

Martin Munk√°csi - Berlin - Budapest - New York
Jana Muschick

Er revolutionierte die Modefotografie und beeinflusste das Bild der modernen, selbst√§ndigen und dynamischen Gro√üstadtfrau. Retrospektive des j√ľdischen Fotografen im Martin-Gropius-Bau bis 06.11.2006



Dort werden mehr als 350 Fotografien Munk√°csis aus den Jahren 1923 bis 1963 gezeigt. Unter diesen gro√üartigen Aufnahmen befinden sich 300 Originalabz√ľge. Er fotografierte SportlerInnen und T√§nzerInnen in Aktion. F√ľr die Berliner Illustrierte reiste er in die T√ľrkei, nach London, New York, Sizilien und √Ągypten. Sowohl Fred Astaire, Jean Harlow als auch Katharine Hepburn und Marlene Dietrich geh√∂rten zu seinen Bildobjekten.

Er war der bestbezahlte Starfotograf seiner Zeit. Martin Munk√°csis (1896-1963) Erfolgsstationen waren Budapest, Berlin und New York. Seine Karriere begann in Ungarn, wo er sich als junger Reporter aus √§rmeren Verh√§ltnissen durch Berichte und Fotos von Sportereignissen einen Platz im Sportjournalismus schuf. 1928 kam er nach Berlin. Der Zeitungsmarkt war gro√ü und die Berliner Redakteure pflegten engen Kontakt zu ihren ungarischen Nachbarn. Munk√°csi machte in dieser Zeit Fotos f√ľr die Mode-Magazine Die Dame, in Koralle, Uhu und auch anderen ausl√§ndischen Bl√§ttern.

Der j√ľdische Journalist war anfangs einer unter vielen. Doch er setzte das statische Medium der Fotografie in Bewegung. Munk√°csi verlieh seinen Bildern eine Dynamik, die vorher nicht da gewesen war. So avancierte er zu einem der begehrtesten Fotografen seiner Zeit. Er arbeitete f√ľr das damals gr√∂√üte Blatt der Welt. Die Berliner Illustrierte war mit zwei Millionen Auflagen ein Tummelplatz f√ľr die besten Journalisten. Munk√°csi selbst bezeichnete sich als "M√§dchen f√ľr alles". Er schaffte es mit Hilfe seiner Kamera, aus vielen Alltagsereignissen wundervolle Momente in Bildern festzuhalten.

Seine drei Leidenschaften waren der Fu√üball, der Tanz und nat√ľrlich die Frauen. Dadurch, dass er die Menschen seiner Fotografie nicht starr darstellen wollte, sondern in allen seinen Aufnahmen die Bewegung der "Objekte" die bedeutendste Rolle spielte, wurde er zu einem der hervorragendsten Vertreter des "Neuen Sehens" und der Moderne in der Fotografie.

Im Jahre 1933 musste Munk√°csi nach Amerika emigrieren. Er arbeitete damals f√ľr Harper¬īs Bazaar und f√ľr Ullstein. Obwohl ein Gro√üteil seiner j√ľdischen KollegInnen bereits aus ihren Berufen gedr√§ngt worden war, blieb der talentierte Fotograf vorerst weiter f√ľr Ullstein t√§tig. Er erhielt im November 1933 sogar noch einen 6-Monatigen Vertrag von Harper¬īs Bazaar, der von ihm aber nicht mehr wahrgenommen werden konnte.

Seine Tochter, Joan Munk√°csi (58), sagte: Er w√§re ohne die Nazis nie aus Deutschland weggegangen. Als er ging, war er angewidert und w√ľtend und wusste, dass alles nur schlimmer werden w√ľrde. (Berliner Illustrierte Zeitung, 30. Juli 2006)

Zahlreiche Aufnahmen des Starfotografen wurden kein zweites Mal veröffentlicht >und sind heute nahezu unbekannt. Durch den Wandel des Zeitgeschmacks und die Veränderungen in der Fotografie erhielt er zunehmend schlechtere Aufträge.

Martin Munkácsi starb 1963 beim Besuch eines Fußballspiels in New York an einem Herzinfarkt. Obwohl er einer der größten Fotografen seiner Zeit gewesen war, geriet er viel zu schell in Vergessenheit.

AVIVA-Tipp: Eine gro√üartige Ausstellung mit vielen bewegten und bewegenden Bildern. Ein Ausblick in eine Zeit, die heute nur noch aus B√ľchern beschrieben wird. Munk√°csis Berlin- Budapest- New York ist ein Muss f√ľr alle FotografInnen und alle, die starke Kontraste und dynamische Aussichten lieben.



Martin Munk√°csi
Berlin-Budapest-New York

05. August bis 06. November 2006
√Ėffnungszeiten:
Bis 04. September 2006: Do., Fr., Sa.: 10.00 - 21.00 Uhr
Ab 06. September 2006: Mittwoch - Montag 10.00 - 20.00 Uhr
(Dienstag geschlossen)
Dienstag, 03.11.2006 geöffnet
Eintritt:
6 Euro / erm.: 4 Euro
Familienkarte: 12 Euro
Gruppen (ab 10 Personen) p.P.: 4 Euro
Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin
Anmeldung: www.fuehrungsnetz.de
Zur Ausstellung ist der Katalog Martin Munkácsi, erschienen im Steidl-Verlag, zu einem Preis von 48 Euro erhältlich

Kultur Beitrag vom 07.08.2006 Jana Muschick 





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