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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 15.04.2005


Lieber Frankie
Julia Mende

Aus Liebe zu ihrem gehörlosen Sohn gerät eine alleinerziehende Mutter in ein moralisches Dilemma. Die ergreifende Geschichte ist ab dem 21.04.05 im Kino zu sehen. Plus: Interview mit der Regisseurin




Schon wieder muss Frankie (Jack McElhone) die Koffer packen: Seit er sich erinnern kann, hat es seine allein erziehende Mutter Lizzy (Emily Mortimer) nie lange an einem Ort gehalten. Die regelmäßigen Umzüge sind für den gehörlosen Jungen längst zum gewohnten aber auch lästigen Alltag geworden.
Zu seinem Vater, der als Seemann die Welt bereist, pflegt der Neunjährige einen engen und liebevollen Briefkontakt. Ihm vertraut Frankie seine Gedanken, Gefühle und seine Verwunderung über die ständigen Umzüge an. Die Antworten seines Vaters, den Frankie nie persönlich kennen gelernt hat, hütet der introvertierte Junge wie Schätze.

Während Frankie in der Schule Anschluss zum frechen Ricky knüpft, lebt sich auch seine verschlossene Mutter Lizzy im neuen Dorf ein. In der patenten Marie (Sharon Small) findet sie schnell eine hilfsbereite Freundin.

Als Frankie und Lizzy per Zufall erfahren, dass das Schiff des Vaters in Kürze am heimischen Hafen anlegt, gerät die Idylle ins Wanken. Denn Frankies briefeschreibender und weltumreisender Vater ist eine Lüge, die Lizzy in die Welt gesetzt hat, um ihrem Sohn die harte Wahrheit zu ersparen. Als Frankie drei Jahre alt war, hat Lizzy in einer Nacht- und Nebelaktion ihren gewalttätigen Ehemann verlassen und ist seitdem auf der Flucht vor ihm.

Da Lizzy es nicht übers Herz bringt, dem aufgeregten Frankie die Wahrheit zu sagen, sucht sie einen Mann, der sich gegen Bezahlung für einen Tag als Frankies seereisender Vater ausgeben soll.
Ein attraktiver, wortkarger und kantiger Seemann (Gerard Butler) erklärt sich bereit, diese Rolle für einen Tag zu übernehmen. Schnell stellt sich heraus, dass der geheimnisvolle Fremde über all jene Eigenschaften verfügt, die sich Lizzy von einem Mann und Vater für Frankie immer erträumt hat.
Kaum in der Lage, die schönen Momente mit ihrem überglücklichen Sohn und dem "gekauften Vater" zu genießen, sieht sich Lizzy gezwungen, ihrem Sohn bald die Wahrheit zu erzählen...

In "Lieber Frankie" gibt es weder große Liebesbeschwörungen, noch Geigenmusik oder kitschige Sonnenuntergänge. Die wahre Romantik liegt in kleinen subtilen Gesten, in Momenten im Alltag und scheuen Blicken. Shona Auerbach erzählt in ihrem Spielfilmdebüt ganz ohne Zuckerguss eine wunderbare Geschichte über die Liebe. Emily Mortimer und Jack McElhone geben ein unschlagbares Mutter-Sohn-Gespann ab. Gerard Butler ist als Vaterersatz mit Traummannqualitäten perfekt besetzt.

AVIVA-Tipp: Taschentücher bereitlegen! Ein wunderschöner Film, für alle, die Liebesgeschichten ohne "Kirmesromantik" mögen.
Lesen Sie auch unser Interview mit der Regisseurin Shona Auerbach!


Lieber Frankie
Großbritannien 2004
Regie: Shona Auerbach
DarstellerInnen: Jack McElhone (Frankie), Emily Mortimer (Lizzy), Gerard Butler (der Fremde), Sharon Small (Marie), Mary Riggans (Nell)
Verleih: Miramax
Kinostart Deutschland: 21.04.05
FSK: Keine Altersbeschränkung
www.lieber-frankie.de



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Beitrag vom 15.04.2005

AVIVA-Redaktion