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AVIVA-BERLIN.de im August 2019 - Beitrag vom 24.01.2019


GENERATION WEALTH. Kinostart 31. Januar 2019. Berlin Premiere, 31.1., 19.30 Uhr Babylon Mitte mit Lauren Greenfield (Skype)
Sharon Adler

500 Interviews und mehr als eine halbe Million Bilder. In ihrer Langzeitdoku zeigt die US-amerikanische Fotojournalistin und Regisseurin Lauren Greenfield (#LikeAGirl) die Abgründe hinter der Gier nach Macht, Ruhm und immer mehr Geld. Ein wichtiger Film. Ausstellung "GENERATION WEALTH" vom 30. März bis 23. Juni 2019 im House of Photography/Deichtorhallen Hamburg



Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich die US-amerikanische Fotografin und Filmemacherin Lauren Greenfield in ihren Arbeiten nun schon mit den Auswirkungen von Geld und Macht auf die Menschen, die im Überfluss leben oder leben wollen. Nach ihrem Studium der Anthropologie und Film absolvierte Greenfield ein Praktikum beim National Geographic. In ihrem Beitrag "My Most Important Photograph: Lauren Greenfield, Los Angeles, 1993" im TIME-Magazine erzählt sie von ihrer Vorstellung ihrer beruflichen Zukunft: "(...) I expected to spend my future documenting the exotic, the other."

Es sollte anders kommen. Für ihr Projekt "Fast Forward: Growing Up in the Shadow of Hollywood" machte sie eine Aufnahme in Santa Monica, Kalifornien, die sie mit "Mijanou and friends" betitelte. Im Hintergrund der blaue Ozean, im Fokus der Kamera eine Gruppe junger, schöner und sichtlich reicher junger Menschen in einem Cabriolet. Niemand blickt in die Kamera.

Dieses Foto, so berichtet Greenfield weiter, war ihr "breakthrough moment" und änderte auch ihren Fokus: "(…) I started dreaming of photographing in a place where people actually liked being photographed. I started to think about the prospect of documenting a culture that I understood, where my perspective and understanding could actually make a difference in my seeing."

Fortan fing sie mit ihrer Kamera die Spezies "American Dream" ein. Sie porträtierte jene, deren ganzes Dasein von grenzenlosem Materialismus bestimmt und deren Wunsch nach Wohlstand zum lebensbestimmenden, zum einzigen Antrieb geworden ist: In Tausenden von Fotos zeichnet die Fotografin die Schicksale dieser Menschen nach, kreiert Bilder von Schönheit und Erfolg, von Narzissmus und Gier, Konsum als Hobby, aber auch von Einsamkeit und Verzweiflung. Greenfields Aufnahmen sind Vexierbild einer Gewinn-orientierten, materialistischen, arbeits- und imagebesessenen Gesellschaft. Und sie belegen, wie sehr Sexualisierung und Frauenfeindlichkeit Einzug gehalten haben in eine Gesellschaft, in der am Ende nur der Profit zählt.

GENERATION WEALTH

"Für mich war die Finanzkrise wie eine zutiefst moralische Angelegenheit und ich fühlte mich dazu gedrängt, sie zu dokumentieren. GENERATION WEALTH ist das Endergebnis von drei Jahrzehnten Arbeit und die Erkenntnis, dass keiner von uns immun ist gegen die süchtig machende Natur unserer Konsumkultur – mich eingeschlossen.
Ursprünglich geplant als Buch, bearbeitete ich im Laufe meiner Karriere mehr als eine halbe Million Bilder, nahm mehr als 50.000 neue Bilder auf und führte über 500 Interviews.
In der Mitte der Arbeit am Buch ´Generation Wealth´ habe ich beschlossen, daraus auch einen Dokumentarfilm zu machen."


Workaholics, Shopaholics, Sexaholics

"Wenn viel gut ist, dann ist mehr besser" bemerkt eine Protagonistin. Greenfield fragt in ihrem Dokumentarfilm GENERATION WEALTH danach, was es ist, das die Menschen antreibt: Geld, Ehrgeiz, Schönheitswahn? Sie zeigt Menschen, die um jeden Preis dazu gehören wollen, selbst wenn sie sich so verschulden, dass sie nur noch im Auto leben können. Sie zeigt Workaholics und jene, die ihren Reichtum genießen und andere, die nur noch davon gelangweilt sind. Und stellt die Frage, die sich viele Menschen weltweit stellen: macht Geld wirklich glücklich?

Red Carpet, Jet Set und Knast

Für ihre Foto-Dokumentationen und Recherchen ist Lauren Greenfield um die ganze Welt gereist.
Die Filmemacherin taucht ein in die Welt von Schönheitswettbewerben, in der gestylte vierjährige Mädchen von ihren Müttern und der Contest-Industrie brutal dazu gedrillt werden, sexy und sinnentleert wie Barbie-Puppen in die Kameras zu lächeln und sich lasziv in Szene zu setzen.

Sie spricht mit dem ehemaligen Hedgefonds-Manager Florian Homm, der auf der "Most wanted"-Liste des FBI stand und nach seiner Haftstrafe heute wieder in Deutschland lebt. Sie nimmt uns mit in die Häuser russischer Oligarchen und deren Ehefrauen und der neureichen Klasse Chinas, die sich mit der Ansammlung von Luxusgütern das Image einer neuen aristokratischen Elite und ein scheinbar individuelles Gesicht geben wollen. Sie zeigt uns die Operationssäle von Schönheitschirurgen in Brasilien, wo Frauen immer dünnere und jüngere Versionen ihrer selbst erschaffen möchten. Sie ist ganz dicht dran an den Society ladies in Beverly Hills auf der Jagd nach der neuesten Versace Handtasche, ohne die sie von den anderen Upper Class Damen nicht akzeptiert wären.
Sie zeigt auch und vor allem, was geschieht, wenn aus Überfluss Überdruss wird. Zeigt, wie unzählige Schönheits-OPs die Gesichter und Körper der Frauen zerstören, und welche Spuren Bodyshaming & Bodykult auch in der Seele der Menschen hinterlassen.

Turbokapitalismus und der Verfall der Werte

Spätestens mit der Wahl Donald Trumps als amerikanischer Präsident habe sich ein Kulturwandel manifestiert, erklärt Greenfield: "In gewisser Weise hat seine Wahl bestätigt, was ich die beiden Jahrzehnte zuvor in meinen Bildern dokumentiert habe. Er ist im Grunde die Apotheose der "Generation Wealth" und ein Ausdruck dieser Werte."

In Lauren Greenfields inhaltlich dichtem und temporeich erzähltem Dokumentarfilm berichtet sie über die Anfänge ihrer Arbeit, sucht die Modelle früherer Fotografien auf, konfrontiert sie mit ihrem Bild von Damals und heute. Trotz der gnadenlos authentischen Einstellungen auch in den aller-intimsten Momenten nähert sich die Fotografin und Filmemacherin ihren ProtagonistInnen stets mit Respekt und ohne jede Sensationsgier. Vielmehr lässt sie ihnen den Raum zur Selbstreflektion und zur Artikulation ihrer ganz persönlichen Zukunftsvisionen.

Gleichzeitig bildet der Film auch die persönliche Reise der Fotografin und Regisseurin ab. In Gesprächen mit ihren Söhnen untersucht sie auch das Bild einer berufstätigen Mutter, für die die Jagd nach dem nächsten Bild lebensnotwendig ist. Auch die eigene Mutter, die Psychologin und Professorin Patricia Marks Greenfield konfrontiert sie mit Fragen und schafft so auch eine Auseinandersetzung mit feministischen Idealen bzw. Idealvorstellungen. Greenfields Familie ist eine Familie von (jüdischen) WissenschaftlerInnen, in der vor allem Bildung zählt – "Harvard, Harvard, Harvard!

Danach befragt, ob es durch die Arbeit an GENERATION WEALTH ein Muster, eine Erkenntnis gibt, entgegnet Lauren Greenfield:
"Meine eigene Arbeitsmoral war obsessiv geworden.
Je mehr ich hatte, desto mehr wollte ich, und je mehr ich dachte, dass ich es brauchte, ging dies oft auf Kosten meines wertvollen Familienlebens."

Und weiter: "Wie die Menschen in GENERATION WEALTH habe ich eine wichtige Lektion gelernt.
Obwohl ich alles hatte, was ich brauchte, hatte ich immer noch nicht das Gefühl, genug zu haben.
Aber ich entdeckte auch, dass es unmöglich ist, das Verlangen nach etwas zu stillen, das man nicht hat.
Das ständige Streben nach mehr ist unendlich und bringt uns dazu, die Dinge zu opfern, die am wichtigsten sind:
Familie, Gemeinschaft, Prinzipien, Wohlbefinden."


AVIVA-Tipp: Lauren Greenfields Aufnahmen dokumentieren, provozieren, hinterfragen und sie liefern eine schockierende wie wichtige Bestandsaufnahme einer Welt, in der Macht und Geld mehr zählen als Zeit und Achtung.
GENERATION WEALTH ist vor allem wegen seiner authentischer Bilder kein Zerrbild, sondern unverstellter Spiegel unserer Zeit.

Zur Regisseurin: Lauren Greenfield wurde am 28. Juni 1966 in Boston geboren. Die Fotografin und Filmemacherin gilt als Chronistin von Jugendkulturen, Geschlechterrollen und Konsumismus. Sie hat mehrere Fotobände veröffentlicht und Dokumentarfilme gedreht. Für THE QUEEN OF VERSAILLES wurde sie mit dem Preis für die beste Dokumentarfilmregie auf dem Sundance Film Festival ausgezeichnet. Auch ihr ermutigender und empowernder Werbefilm LIKE A GIRL wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Seit ihrem Erstlingswerk "Fast forward: Growing up in the shadow of Hollywood" sind Materialismus und Schönheitswahn die Themen von Greenfields Arbeiten. In "THIN" porträtierte sie Frauen mit Essstörungen, "Girl Culture" untersuchte Eigen- und Außenwahrnehmung von Mädchen in einer übersexualisierten Gesellschaft. KIDS + MONEY begleitete Amerikas Jugend beim Shoppingtrip auf der Suche nach dem Glück.
GENERATION WEALTH feierte Premiere beim Sundance Filmfest 2018 und lief erstmalig in Europa in der Sektion Panorama Dokumente auf der Berlinale 2018.

Ausstellungen

Die begleitende Ausstellung zu ihrem 2017 erschienenen Bildband "Generation Wealth" eröffnete im Annenberg Space for Photography in Los Angeles und zog anschließend in das International Center of Photography in New York. Vom 15. September 2018 bis 3. Februar 2019 sind die Fotografien im Fotomuseum in Den Haag zu sehen, ehe sie nach Dänemark und Hamburg weiterreisen.
30. März bis 23. Juni 2019, House of Photography/Deichtorhallen Hamburg www.deichtorhallen.de
22. August 2019 - 26. Januar 2020, Louisiana Museum of modern art, Humlebæk, Dänemark www.louisiana.dk

FILMOGRAFIE (Auswahl)
2006 THIN
2008 KIDS+MONEY (Kurzfilm)
2011 BEAUTY CULTURE (Kurzfilm)
2012 THE QUEEN OF VERSAILLES
2015 THE BLING DYNASTY (Dokumentarfilmserie)
2018 GENERATION WEALTH

Mehr Infos: twitter.com/lgreen66, www.imdb.com, www.instagram.com

GENERATION WEALTH
Regie: Lauren Greenfield
Mit: Limbo Bob, Chris Hedges, Florian Homm, Tiffany Masters, Kacey Jordan, Jaqueline Siegel, Eden Wood, Mickie Wood, Bobby Strauser, Robert Strauser, Familie Greenfield u.a.
Kamera: Robert Chappell, Lauren Greenfield, Shana Hagan, Jerry Risius, Lars Skree
Schnitt: Aaron Wickenden, Michelle Witten, Victor Livingston, Dan Marks Musik: Jeff Beal
Sound Design: Peter Albrechtsen
Ton: Pete Horner
Production Manager: Jennifer Kobzik
Service Produktion Deutschland: Julia Irene Peters, Jutta Feit
Ausführende ProduzentInnen: Regina K. Scully, Lilly Hartley, Jeffrey Tarrant, Geralyn Dreyfous
ProduzentInnen: Frank Evers, Lauren Greenfield, Wallis Annenberg Produktion: Evergreen Pictures, Amazon Studios
Weltvertrieb: Dogwoof
Im Verleih von jip film & verleih
Kinostart: 31. Januar 2019
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.generation-wealth.com, jip-film.de/generation-wealth und www.facebook.com/generationwealthderfilm

Berlin Premiere am 31.1.2019, 19.30 Uhr
Babylon Mitte
OmU (mit deutschen UT), mit Lauren Greenfield (Skype) und zu Gast: Florian Homm.
Mehr Infos: babylonberlin.eu



Zum Verleih: jip film & verleih wurde im August 2017 von Julia I. Peters und Jutta Feit in Frankfurt am Main gegründet:
"Der Schwerpunkt liegt auf dem Verleih von unterhaltenden und anspruchsvollen Dokumentarfilmen und Spielfilmen im Arthouse-Bereich. jip film & verleih ist spezialisiert auf Impact-Distribution. Das Ziel von Impact Producing und Distribution ist Film als treibende Kraft für Veränderung in unserer Gesellschaft einzusetzen und nachhaltig und wirtschaftlich auszuwerten. Gezielt bauen wir für jeden Film neue Fans, ein Netzwerk und Partner für Kampagnen auf, die uns dabei unterstützen, im Kino und außerhalb des Kinos einen Impact zu generieren."



Quelle: jip film & verleih




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