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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 14.04.2010

Coco Chanel und Igor Stravinsky
Katharina Liese

Mit der Adaption des gleichnamigen Romans von Chris Greenhalgh gelingt dem französischen Regisseur Jan Kounen eine eindrucksvolle Hommage an zwei herausragende Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts



Das Th√©√Ętre des Champs-√Člys√©es in Paris im Jahre 1913: die Premiere des Balletts "Le sacre du printemps" sorgt f√ľr Furore. Der in Paris im Exil lebende russische Komponist Igor Stravinsky (Mads Mikkelsen) wagt sich an eine unkonventionelle Darbietung der besonderen Art und erntet damit Entr√ľstung seitens des Publikums.

Doch eine Besucherin ist anderer Meinung. Coco Chanel (Anna Mouglalis) hebt sich anmutig von den anderen Frauen ab und sticht durch ihren unvergleichlichen Stil heraus. Die junge Modesch√∂pferin ist von der Auff√ľhrung fasziniert und erkennt das Potenzial, das das moderne Werk des Komponisten birgt.

Rund sieben Jahre dauert es jedoch, bis Igor Stravinsky und Coco Chanel einander vorgestellt werden. Coco, mittlerweile angesehene Modedesignerin und Geschäftsfrau, bietet dem weniger erfolgreichen Igor an, mit seiner Familie in ihre Villa vor den Toren Paris` zu ziehen, um sich ausschließlich und ohne Ablenkungen seiner Musik widmen zu können. Er willigt ein und bezieht mit seiner lungenkranken Frau Catherine (Elena Morozova) und den vier Kindern die Zimmer im idyllischen Anwesen.

Coco √ľberl√§sst ihm ein eigenes Arbeitszimmer, in das er sich zur√ľckziehen und seine Werke √ľberarbeiten kann. Zutiefst dankbar lebt die mittellose Familie bei der gro√üz√ľgigen Modeikone, die Igor f√∂rdern m√∂chte.

Eine gewisse Anziehungskraft ist seit ihrer ersten Begegnung vorhanden. Schon bald geben sie dem Reiz nach und verlieren sich in einer leidenschaftlichen Aff√§re. Sie unterst√ľtzen sich gewisserma√üen als gegenseitige Inspiration. Doch durch die Abh√§ngigkeit, die durch Cocos Hilfe entsteht, wird deren Verh√§ltnis auf die Probe gestellt. Leidenschaft schl√§gt in Unsicherheit um und es l√§sst sich erahnen, dass diese enge Verbindung nicht ewig w√§hren kann.

Der stets unabhängigen und emanzipierten Coco Chanel gelang mit einer revolutionären, puristischen Modelinie und ihrem Parfum Chanel No. 5 der Durchbruch als Designerin. Sie gilt als eine der wichtigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Auf ihre von Stravinskys Biografen bestätigte, leidenschaftliche Liebesaffäre zum bedeutendsten Komponisten dieser Zeit konzentriert sich der gleichnamige Roman von Chris Greenhalgh (Co-Drehbuchautor), der nun vom französischen Regisseur Jan Kounen adaptiert und bereits bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2009 vorgestellt wurde.

In imposanten und zugleich zur√ľckhaltenden Einstellungen gelingt es dem Regisseur auf schlichte, bemerkenswerte Weise die zwei starken Pers√∂nlichkeiten in all ihren Facetten darzustellen, so dass den ZuschauerInnen ein intimer Einblick in die Gef√ľhlswelt Beider gew√§hrt wird.

In √§sthetischen Close-Ups f√§ngt die Kamera die Entstehungsmomente ihrer kreativen Arbeiten ein, wie etwa die Feder auf dem Notenpapier oder das Ma√üband an der Schneiderpuppe. Der Fokus der Darstellung liegt dabei auf der anregenden Beziehung der exzentrischen K√ľnstlerInnen und dem damit einhergehenden gegenseitigen Einfluss auf ihre Werke.

Der D√§ne Mads Mikkelsen und die Franz√∂sin Anna Mouglalis brillieren in den Hauptrollen. Die Rolle der aparten, geheimnisvollen Coco Chanel ist Mouglalis wie auf den Leib geschneidert. Die Schauspielerin wurde 2002 von Karl Lagerfeld zur Markenbotschafterin f√ľr CHANEL auserkoren und war seitdem auf zahlreichen Werbeplakaten zu sehen.

"Coco Chanel & Igor Stravinsky" erg√§nzt den bereits im August 2009 angelaufenen Kinofilm "Coco Chanel ‚Äď Der Beginn einer Leidenschaft" von Anne Fontaine, der die Geschichte der jugendlichen, mittellosen Gabrielle Chanel erz√§hlt, die ihre Leidenschaft zur Mode entdeckt und sich allm√§hlich etabliert. Der Nachfolgefilm setzt in den Erfolgsjahren Chanels an.

Um Cocos Milieu so authentisch wie m√∂glich rekonstruieren zu k√∂nnen, gew√§hrte CHANEL den FilmemacherInnen einen privaten Einblick in die Archive und stellte f√ľr die Verfilmung s√§mtliche Kollektionen zur Verf√ľgung. Karl Lagerfeld, seit 1983 CHANEL-Chefdesigner, entwarf explizit f√ľr die Dreharbeiten einige Kleider.

AVIVA-Tipp: Mit der Romanverfilmung "Coco Chanel & Igor Stravinsky" gewährt uns der französische Regisseur Jan Kounen in eindrucksvollen, dezenten Bildern einen Einblick in die Welten zweier legendärer Persönlichkeiten, die sich gegenseitig inspirierten und denen Mads Mikkelsen und Anna Mouglalis in den Hauptrollen absolut gerecht werden.

Zum Regisseur: Jan Kounen arbeitete nach dem Abschluss seines Studiums an der Ecole des Arts D√©coratifs in Nizza als Kameraassistent und Regisseur zahlreicher Video- und Kurzfilme. 1989 gewann er f√ľr seinen Kurzfilm "Gisele Kerosene" auf dem "Festival du Film Fantastique" in Avoriaz den Hauptpreis seiner Kategorie. 1996 drehte er seinen ersten Langfilm "Dobermann" mit Vincent Cassel in der Hauptrolle. 2004 kehrte Kounen mit dem psychedelischen Western "Blueberry und der Fluch der D√§monen" auf die gro√üe Leinwand zur√ľck. Nach dem Dokumentarfilm "Darshan ‚Äď Die Umarmung" von 2005 betrat Jan Kounen mit der Kom√∂die "39,90" (99 Francs) ein neues Universum. "39,90", mit Jean Dujardin in der Hauptrolle, ist eine wilde Satire auf die Welt der Werbung, basierend auf Fr√©d√©ric Beigbergers gleichnamigen Bestseller.

(Quelle: Presseinformation)

Coco Chanel & Igor Stravinsky
Frankreich, 2009
Länge: 120 Minuten
Regie: Jan Kounen
Drehbuch: Chris Greenhalgh, Jan Kounen, Carlo de Boutiny
DarstellerInnen: Mit Mads Mikkelsen, Anna Mouglalis, Elena Morozowa, Natacha Lindinger, Grigori Manoukov, Anatole Taubman, Nicolas Vaude
Verleih: PA CO / 24 Bilder
Kinostart: 15. April 2010

Coco Chanel & Igor Stravinsky: www.chanelstravinsky.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Coco Chanel ‚Äď Der Beginn einer Leidenschaft


Kultur > Kino Beitrag vom 14.04.2010 AVIVA-Redaktion 





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