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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 17.01.2010


Can Go Through Skin
Tatjana Zilg

Eindringlich, aufrüttelnd und innovativ verfolgt die niederländische Regisseurin Esther Rots, wie eine junge Frau, allein auf sich gestellt, versucht in einem Landhaus ein traumatisches Ereignis ...




... zu überwinden: Nach einem brutalen Überfall in ihrer Amsterdamer Wohnung hat sich für Marieke (Rifka Lodeizen) die Sicht auf die Welt völlig verändert.

Bis zu diesem Abend war die Mittzwanzigerin extrovertiert und genoss das Stadtleben. Als eine Beziehung zu Bruch ging, telefoniert sie aufgeregt ihr Adressbuch durch, um sich mit neuen Verabredungen abzulenken. Aus Versehen lässt sie die Wohnungstür offen. Plötzlich steht ein unbekannter Mann in ihrem Badezimmer und die Ereignisse überschlagen sich.

Das Haus auf dem Land, dessen Kauf sie schon vor dem Tag des Überfalls plante, wird nun zu ihrem absoluten Rückzugsort. Dort setzt sie sich ihrer aufgewirbelten Innenwelt aus und intensive Gefühle der Wut, der Angst und des Hasses bestimmen ihre Tagesstruktur. Phasenweise stürzt sie sich in die Renovierung des Hauses, bis der innere Kampf ihr die Kraft dazu wieder nimmt.

Die Regisseurin beobachtet ihre Protagonistin mit Empathie und Distanz zugleich. Es gelingt ihr, die emotionale Achterbahnfahrt Mariekes durch präzise Dramaturgie und mutige Schnitte für die ZuschauerInnen eindringlich erlebbar zu machen. Momente der Hoffnung wechseln sich in verstörender Weise mit kalten Rachephantasien ab. Nur im Internet findet die Traumatisierte während dieser Zeit Austausch mit anderen Betroffenen.

Eine Begegnung mit einem Nachbarn wird für Marieke zum Anstoß, sich der Außenwelt neu zu öffnen, nur dass sie jetzt auf andere Art in eine Beziehung geht als vor dem Trauma. Fast scheint es, als könne Marieke den inneren Schmerz loslassen, doch dann verliert sie erneut die Kontrolle über sich und verwandelt die Rachegefühle in eine drastische Aktion, ohne an die Konsequenzen zu denken.

"Can Go Through Skin" feierte während der 59. Berlinale im Forum seine Premiere.

AVIVA-Tipp: In dichter Atmosphäre vermittelt "Can Go Through Skin" die inneren Prozesse, die durch ein Trauma ausgelöst werden. Die ZuschauerInnen werden tief in den emotionalen Strudel hineingezogen, in den Marieke durch den Übergriff auf Körper und Seele gerät. Dabei schreckt die Regisseurin auch nicht vor den dunklen Aspekten beim Weg aus dem Trauma zurück.

Am 28. Januar 2010 wird die Regisseurin Esther Rots bei der Vorführung im Arsenal anwesend sein.

Veranstaltungsort:
Arsenal-Kino
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin
www.arsenal-berlin.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin: Interview mit Esther Rots.

Can Go Through Skin
Originaltitel: Kan door huid heen
Niederlanden 2009, 97 Minuten
Format: 35 mm (gedreht auf Super16)
Buch, Regie, Schnitt: Esther Rots
Kamera: Lennert Hillege
Komponist, Sound Design: Dan Geesin
DarstellerInnen: Rifka Lodeizen (Marieke), Wim Opbrouck (John) Chris Borowski, Elisabeth van Nimwegen, Tina de Bruin, Mattijn Hartemink
ProduzentInnen: Trent, Hugo Rots, Esther Rots
Produktion: Rots Filmwerk, NFI Producties
Coproduktion: NPS
Kinostart: 28.01.2010
Verleih: Arsenal

Mehr zum Film: www.cangothroughskin.com



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Beitrag vom 17.01.2010

AVIVA-Redaktion 






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