Der legendäre Protest der Frauen, 27. Februar bis 6. März 1943 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Film



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 17.09.2003


Der legendäre Protest der Frauen, 27. Februar bis 6. März 1943
Sharon Adler

Rosenstraße. Die Verfilmung von Margarethe von Trotta läuft ab 18. September 2003 in den Kinos. Though lovers be lost, love shall not, and death shall have no dominion




Diese Gedichtzeile von Dylan Thomas wird auch im Film zitiert, in einem kleinen, überfüllten Raum in der Rosenstraße, Berlin, 1943.
Sechzig Jahre später in New York
Hannah
Weinstein (Maria Schrader), eine amerikanische Jüdin, spricht in ihrem Elternhaus deutsch. Sie ist mit einem Südamerikaner verlobt, einem Nichtjuden. Als Hannah´s Vater stirbt, besinnt sich ihre Mutter Ruth, gespielt von Jutta Lampe, in ihrer Trauer auf ihre jüdischen Traditionen und verbietet die Heirat mit Luis (Fedja van Huet). Hannah kann das nicht verstehen, denn ihre Mutter war nie religiös. Heimlich trifft Hannah sich mit der Cousine ihrer Mutter, um mehr über Ruth´s Vergangenheit zu erfahren, über die niemals gesprochen wurde.
Hannah ist, so Maria Schrader, "die Zuschauerin oder Zuhörerin der Geschichte." Jedoch hilft sie, die Kindheitsgeschichte ihrer Mutter, der kleinen Ruth aus der Rosenstraße, aufzuarbeiten.

Rosenstraße 2-4, 1943
Das ehemalige jüdische Wohlfahrtsamt in der Rosenstraße 2-4 wurde zu einem Sammellager umfunktioniert, in dem 1943 etwa 1500 bis 2000 jüdische Gefangene interniert wurden, darunter auch Frauen und Kinder.
Vor dem Gebäude versammeln sich Frauen, die hier ihre Familie vermuten. Hier begegnen sich auch Ruth (Svea Lohde), die ihre Mutter sucht und Lena Fischer (Katja Riemann), eine ehemals gefeierte Pianistin, deren Mann hierher verschleppt wurde.

Ich will meinen Mann wiederhaben
Nach und nach strömen immer mehr Frauen in die Rosenstraße. Trotz der Präsenz der SS und SA bleiben sie. Zunächst stumm wartend formiert sich bald ein lautstarker Protest gegen den bevorstehenden Abtransport der Eingeschlossenen.
Am siebten Tag geschieht das Unglaubliche: Die Tore des Gefängnisses öffnen sich, und wie viele andere Frauen kann auch Lena ihren Mann Fabian (Martin Feifel) wieder in die Arme schließen. Doch Ruth´s Mutter bleibt für immer verschwunden. Lena rettet Ruth das Leben, indem sie das kleine Mädchen bei sich aufnimmt....

Hannah auf Spurensuche
Von der Cousine ihrer Mutter, Rachel (Carola Regnier), erfährt sie, dass Ruth nach der Deportation ihrer Mutter von einer Frau namens Lena Fischer aufgenommen und gerettet wurde, bis sie schließlich von ihrer Tante in die USA gebracht wurde..
Hannah reist nach Berlin, um sich mit der heute 90 jährigen Lena Fischer (Doris Schade) zu treffen, für die sie ein rein historisches Interesse an den Ereignissen vorgibt.

Filmfestspiele Venedig 2003
Für ihre Rolle der Lena Fischer in dem deutschen Wettbewerbsbeitrag Rosenstraße erhielt Katja Riemann auf den Filmfestspielen Venedig 2003 den "Coppa Volpi" als beste weibliche Darstellerin.
Unter großem Applaus des Publikums wurde ihr der Preis vom Preis-Paten, dem französischen Regisseur Claude Lelouch, übergeben.

In einer kurzen Rede dankte sie der Jury und dem Festival, sowie vor allem ihrer Regisseurin Margarethe von Trotta und den anderen Schauspielern des Films Rosenstraße. Ihren Preis widmete sie abschließend dem Andenken all jener Frauen, die in der historischen Rosenstraße engagiert zu ihrer Liebe und zu ihren inhaftierten Männern standen und so der Menschlichkeit zu einem Sieg über die Barbarei verhalfen.

Ein kleiner Sieg, denn viele der Freigelassenen wurden später deportiert. Dies verschweigt der Film jedoch. Dennoch hat Margarete von Trotta mit ihrem Film ein Werk gegen das Vergessen geschaffen. Ein einmaliges Denkmal für die Zivilcourage.

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Rosenstraße
Regie und Drehbuch: Margarethe von Trotta
Darstellerlnnen: Katja Riemann, Maria Schrader, Jutta Lampe, Jürgen Vogel, Carola Regnier, Doris Schade, Martin Feifel, Svea Lohde
Deutschland 2003
Kinostart: 18.09.2003
Im Verleih von Concorde Film
(FSK):Freigegeben ab 12 Jahren
Länge: 135 Minuten




Kunst + Kultur > Film

Beitrag vom 17.09.2003

Sharon Adler 






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