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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 17.02.2011


Mothering - Ausstellung. Vorträge. Diskussionen. Filmprogramm
AVIVA-Redaktion

Vom 26. Februar bis 25. April 2011 widmet sich das Projekt im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien den Themen Mutterschaft und Mütterlichkeit in der Gegenwart. Initiatorin Felicita Reuschling...




...koordiniert das umfangreiche Programm in Zusammenarbeit mit dem Gunda-Werner-Institut und dem fsk-Kino und in Medienpartnerschaft mit AVIVA-Berlin.

Die Berufstätigkeit von Müttern steht heutzutage auf der Werteskala der modernen Gesellschaft ganz oben. Aber wie bewerkstelligen Frauen den Balanceakt zwischen Berufstätigkeit und Familie? Wie gestaltet sich Mütterlichkeit in Strukturen zwischen Kind und Beruf, in denen sich die Rolle des Mannes kaum verändert hat?
Die Ausstellung Beyond Re/Production: Mothering reflektiert zeitgenössische künstlerische und dokumentarische Ansichten zum Thema Mutterschaft und dem damit verbundenen Bild von Fürsorglichkeit. Die Wunsch- und Angstbilder, die mit der sozialen Figur der Mutter im gegenwärtigen biopolitischen Umbruchsprozess verknüpft sind, sollen sichtbar gemacht werden.

Gemeinsam mit dem umfangreichen Begleitprogramm versteht sich die Kunstausstellung als Bestandteil eines feministischen Diskussionsprozesses, der die Situation von berufstätigen Müttern und die Verbreitung von schlecht bezahlter Haus- und Pflegearbeit, die wiederum ohne weibliche Arbeitsmigration nicht denkbar wäre.

Neben der Kunstausstellung bietet ein ergänzendes Vermittlungsprogramm den BesucherInnen kulturelle, politische und fachspezifische Zugänge und Hintergründe zu "Mothering" und "Care Work", um eine interdisziplinäre und fortlaufende Beschäftigung mit dem Thema zu unterstützen. Die Vorträge thematisieren die Haus- und Pflegearbeiten, die in reicheren Ländern hauptsächlich von Frauen mit Migrationshintergrund und oft unter prekären Bedingungen ausgeführt werden. Die Filmreihe verknüpft diesen Aspekt mit dem der Adoption und der Kindesvernachlässigung und bietet mit "Ein Blick zurück" ein Stück feministische Filmgeschichte.

  • Ausstellung
    Beyond Re/Production: Mothering


    Die Arbeiten der 19 Künstlerinnen und Gruppen aus zehn Ländern bewegen sich an den Grenzen zwischen Selbstbeobachtung, künstlerischer Forschung und politischer Praxis. So setzt sich Lenka Klodova aus Tschechien in ihrer Fotografie "Life with a handicap" mit der Gratwanderung der berufstätigen Mutter auseinander. Mary Sibande aus Südafrika greift die rassistischen und postkolonialen Aspekte von bezahlter Care Work auf, und der Quilt "Blurred Boundaries" verweist auf die unscharfen Grenzen zwischen Arbeit und Privatheit, die typisch für Haus- und Pflegearbeit sind. Die Installation "Mammamil" zeigt Muttermilch in Sunkist-förmigen Tetrapaks – eine Paradoxie, welche auf die bürgerliche Bewertung des Stillens als höchst private Fürsorge anspielt und provokativ umkehrt.

    © Lenka Klodova, Pram, Fotografie, 2002


    Die teilnehmenden Künstlerinnen: Ditte Bjerg /Fillipa Berglund, Dänemark, Lizza M. David / Claudia Liebelt, Berlin, Margi Geerlinks, Niederlande, Lisa Glauer, Weimar, Sibylle Hofter, Berlin, Natalia Iguiniz, Peru, Elzbieta Jablonska, Polen, Verena Jaekel, Berlin, Lenka Klodova, Tschechien, Kate Kretz, USA, Christine Lohr, Berlin, Janina Moebius, Berlin, Tracey Moffatt, Australien, Dulce Pinzón, USA, Heike Ruschmeyer, Berlin, Mary Sibande, Südafrika, Moira Zoitl, Berlin, Migrants Rights Centre Ireland: Aoife Smith, Irland, TIWA (Taiwanese International Workers Association), Taiwan

    Veranstaltungsort: Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
    Mariannenplatz 2
    10997 Berlin
    bethanien@kunstraumkreuzberg.de
    Öffnungszeiten: täglich: 12-19 Uhr
    Eintritt frei
    Führungen durch die Ausstellung: finden am 5. März, 19. März und 23. April jeweils um 15 Uhr statt.

  • Vorträge und Diskussionen
    Beyond Re/Production: Care Work


    Die Vortragsreihe ist eine Kooperation des Kunstraums Kreuzberg/Bethanien mit dem Gunda-Werner-Institut. Die Vorträge finden teilweise in englischer Sprache mit Übersetzung statt. Anschließend sind Diskussionen geplant.

    Mittwoch, 2. März 2011, 19:00-21:00 Uhr
    Care Ökonomie zwischen Weltmarkt und Privathaushalt
    Juliane Karakayali (Berlin), Christa Wichterich (Bonn)
    Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

    Mittwoch, 16. März 2011, 19:00-21:00 Uhr
    Hat Versorgungsarbeit (k)ein Geschlecht?
    Silvia Federici (New York)
    Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

    Mittwoch, 30. März 2011, 19:00-21:00 Uhr
    Vom Lohn für Hausarbeit zur Hausangestellten
    Marina Vishmidt (London)
    Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

    Donnerstag, 7. April 2011, 19:00-21:00 Uhr
    Prekäre Arbeitsverhältnisse migrantischer Care Work
    Rechte und Selbst-Organisierung von Haus- und Pflegearbeiter/innen
    Helen Schwenken (Kassel), Muchtar Cheik-Dib (Berlin), Bárbara Miranda (Berlin)
    Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

    Mittwoch, 13. April 2011, 19:00-21:00 Uhr
    Care Revolution
    Zur Notwendigkeit der Umwertung gesellschaftlicher Reproduktionsarbeit
    Gabriele Winker (Hamburg)
    Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

    Mittwoch, 20. April 2011, 19:00-21:00 Uhr
    Re/Produktion von Mütterlichkeit
    Sarah Speck (Berlin)
    Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

    Weitere Informationen zu den Vorträgen, Referentinnen und mehr zum Thema Care Work finden Sie unter: www.gunda-werner-institut.de.

  • Filmreihe
    "Reproduction of Mothering?"

    Alle Filme werden im fsk, Segitzdamm 2, 10969 Berlin, gezeigt.

    Sonntag, 13. März 2011, 15:30 Uhr: Care Work
    "Cycles of Care", ca. 40 Min. Lizza May David und Claudia Liebelt, D 2011
    Filmgespräch mit den Filmemacherinnen

    Sonntag, 27. März 2011, 15:30 Uhr: Adoption
    "Casa de los babys", 95 Min. John Sayles, USA/Mex 2003

    Sonntag, 10. April 2011, 15:30 Uhr: Angstbilder
    "Die Kinder sind tot", 80 Min. Aelrun Goette, Doku, D 2003
    Filmgespräch mit David Prickett

    Sonntag, 17. April 2011, 15:30 Uhr: Ein Blick zurück
    "Riddles of the Sphinx", 92 Min. Laura Mulvey, Peter Wollen, UK 1977

  • Workshop
    Beyond Reproduction/Wash Your Trouble Away

    Ein kollaborativer Zeichen-Workshop für Kinder ab sechs und Erwachsene
    Samstag, 2. April 2011, 14-18 Uhr im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

    Weitere Informationen zum Workshop finden Sie unter: www.drawing-workshop.net


    Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

    "Die ganze Welt zu Hause - Cosmobile Putzfrauen in privaten Haushalten" von Maria Rerrich

    "Migration als Ressource. Zur Pendelmigration polnischer Frauen in Privathaushalte der Bundesrepublik" von Sigrid Metz-Göckel, Dobrochna Kalwa, Senganata Münst

    (Quelle: Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien)


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    Beitrag vom 17.02.2011

    AVIVA-Redaktion 






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