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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 04.05.2015


Danielle de Picciotto – Tacoma
Claire Horst

Atmosphäre, das könnte ein Schlüsselbegriff für all die Projekte sein, an denen Danielle de Picciotto mitgewirkt oder die sie ins Leben gerufen hat. In ihrem gezeichneten Buch "We are Gypsies now"..




... ging es unter anderem um die Atmosphären verschiedener Städte, und in ihrem autobiografischen Roman "The Beauty of Transgression" zeichnete sie die Atmosphäre des alten, vergangenen West-Berlin nach.

Nach mehreren musikalischen Kooperationen ist im April 2015 ihr erstes Soloalbum erschienen, und auch das lässt sich am besten als "atmosphärisch" beschreiben. De Picciottos Stimme, ihre mehr gesprochenen als gesungenen deutschen und englischen Texte, liegen über einem Teppich aus gezupften und gestrichenen Gitarren- und Geigentönen, aber auch so ungewöhnlichen Instrumenten wie der Drehleier und elektronischen Störgeräusche. Zum Glück sind auch diese eigentlich unharmonischen Klänge darunter, denn sobald das Wort "Klangteppich" aufgerufen wird, besteht die Gefahr des allzu beruhigenden Kitsches. Manchmal wird das Album tatsächlich ein wenig gefällig, ruht sich zu sehr in seiner Beschaulichkeit aus. Die nervtötenden und den Ton bis aufs Letzte langziehenden Geigenklänge retten dann vor der drohenden harmonischen Gefälligkeit (zum Beispiel Titel 6, Per Aspera ad Astra).

Es sind die Texte, die sicher auch als unvertonte Gedichte Bestand hätten, die das Album spannend machen. Im Sprechstil erinnert de Picciotto an die amerikanische Spoken Word-Tradition, aber auch an die große Musikerin Laurie Anderson. Im titelgebenden Tacoma ist die Musikerin geboren, und ihren Geburtsort hat sie bei der Arbeit an dem Album zum ersten Mal wieder aufgesucht. Die Reise zu ihren Ursprüngen hat sie anscheinend hier verarbeitet. Manchmal wirkt das wie im Track "Home Sweet Home" ein wenig banal und angestrengt mystisch ("everything takes time. Go ask the old men (... ) they know"), manchmal gelingt es der Musik auch, die nachdenkliche oder verträumte Atmosphäre der Texte überzeugend aufzugreifen.

AVIVA-Tipp: Nicht nur für Fans der Allround-Künstlerin Danielle de Picciotto!

Danielle De Picciotto ist bildende Künstlerin, Filmemacherin und Musikerin und hat unter anderem an den folgenden Orten ausgestellt oder performt: Mocad Detroit, Imoca Indianapolis, London Museum of Art, Ontario, Staatsgalerie Stuttgart, La Biennale di Venezia, Documenta in Kassel. Für das Goethe-Institut war sie in Europa, Japan, Hong Kong und Mexiko. Danielle de Picciotto hat gemeinsam mit Dr. Motte die Berliner Love Parade ins Leben gerufen und ist seit 2012 Mitglied der Band "Crime and the City Solution". 2013 hat Danielle De Picciotto mit Mick Harvey und Alexander Hacke die Band "Ministry of Wolves" gegründet. (Informationen des Vertriebs)

Danielle De Picciotto im Netz: www.danielledepicciotto.com und www.facebook.com

Danielle de Picciotto
Tacoma

CD/MC/DL Moabit Musik moabit19
Erschienen am 17. April 2015
All music and lyrics written, recorded and performed by Danielle de Picciotto.
Except 6: electric guitar by Alexander Hacke.
Produced + mixed by Alexander Hacke.
Mastered by Wharton Thiers, NYC.
Foto by Tina Winkhaus, artwork by Danielle de Picciotto.


Weiterlesen und -hören auf AVIVA-Berlin:

Interview mit Danielle de Picciotto – We are Gypsies now

Danielle De Picciotto - The Beauty of Transgression. A Berlin Memoir

Danielle de Picciotto im Interview - Mountains Of Madness

Danielle de Picciotto und Alexander Hacke - The Ship Of Fools

Little Annie and Paul Wallfish - Genderful

Julia Holter - Ekstasis






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Beitrag vom 04.05.2015

Claire Horst 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
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Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
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Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
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Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

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Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
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