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AVIVA-BERLIN.de im März 2021 - Beitrag vom 12.07.2015


Little Boots - Working Girl
Clarissa Lempp

Victoria Hesketh ist ein One-Woman-Business: als DJane, Musikerin und Label-Chefin. Mit "Working Girl" setzt sie sich und allen anderen geschäftigen Frauen ein Electro-Pop-Denkmal der tanzbaren Art




Nachdem ihr Debüt "Hands" in den Top Fünf der UK-Charts startete und gleichzeitig zum BBC Sound-of-2009 gekürt wurde, lag die Prognose einer steilen Karriere für Little Boots aka Victoria Hesketh nicht fern. Trotzdem ging es beim Major-Label nicht für sie weiter. Kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken, fand Victoria Hesketh und gründete kurzerhand ihr eigenes Label On Repeat. Hier veröffentlichte sie 2013 ihr zweites Album "Nocturnes". Ihre neue Rolle als Unternehmerin nahm Little Boots nun zur Inspirationsgrundlage ihres aktuellen Werks "Working Girl".

Musikalisch bewegt sich das Konzeptalbum im Synthie-Pop-Gebiet, das bereits aus den ersten Alben bekannt und etabliert ist. Da klingt "Get Things Done" wie eine rockige Workout-Session und der Titel-Track "Working Girl" erinnert an Madonnas Electro-Reinkarnation in den 1990er Jahren. Helle Keyboards halten das Wohlfühl-Level oben und verleiten auch mal zu sinnbefreiter Fröhlichkeit ("Games"). Die Hall- und Echoräume, in den sich Heskeths stimmlich bewegt, sorgen insgesamt weniger für Abwechslung. Erfrischender sind da Stücke wie "Help too", auch wenn es zu den weniger bass-lastigen Kompositionen gehört, aber irgendwie an Prince erinnert. Fast schon trocken kommen dagegen die hölzernen Beats in "Business Pleasure" und "No Pressure" daher. Überwiegend bleiben es aber sonnige, catchy Rhythmen, die Little Boots uns hier in Zusammenarbeit mit dem Dance-Produzenten Dim Mak präsentiert.

Auf dem Cover ist Victoria Hesketh in cooler Blondie-Attitüde in einem Trenchcoat zu sehen und rät gleich in der Intro: go and make something happen. Vielleicht ist es auch als Kampfansage zu verstehen. Denn Little Boots spielt zwar mit den Klischees von emanzipierten "Working Girls und Karriere-Frauen", sie weiß aber um die Schattenseiten weiblicher Erwerbsarbeit. Auch wenn die Texte hier nicht immer so klar sind, hinter der treibenden Kraft des Disco-Empires warten auch prekäre Momente. So zum Beispiel im Track "Taste it" der mit schleppenden Beats und Echoeffekten über die Begehrensmaschinerie der erfüllenden Arbeit reflektiert. Eigentlich waren statt eines Albums zwei EPs geplant, unterteilt in "Business" und "Pleasure". Aber wie das so im Geschäftsleben ist, beugte sich Little Boots dem Markt. "People still like albums, apparently", stellt sie fest.

AVIVA-Tipp: "Working Girl" liefert den Sound, zu dem frau sich bewegen will. Ein rundes Synthie-Pop-Album, das sich perfekt in die Erfolgsstory von Little Boots integriert, ohne zu große Überraschungen zu wagen.

Little Boots
Working Girl

Label: On Repeat Rec./ Dim Mak Rec.
VÖ: 10.07.2015

Mehr von Little Boots gibt es auf ihrer Homepage www.littlebootsmusic.co.uk, auf ihrem Label unter www.onrepeatrecords.com und auf Facebook

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Interview mit der Electro-Musik-Pionierin Gudrun Gut über Frauen im Musik-Business. (2002)




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Beitrag vom 12.07.2015

Clarissa Lempp 






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