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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 14.09.2015


Nerina Pallot - The Sound And The Fury
Clarissa Lempp

Der Start der Songwriterin in das Musikbusiness war eher holprig, später lief es ihr dann zu glatt. Jetzt kehrt sie mit einem Kaleidoskop an Songs zurück, das durch seine bunte Vielfalt begeistert.




Ihr neues Album "The Sound And The Fury" bezeichnet Nerina Pallot als ihr Midlife-Crisis-Album. Elf Lieder versammelt sie darauf, drei davon bisher unveröffentlicht, acht erschienen bereits als EPs. Das Album ist also irgendwie auch eine Neuordnung der Dinge.Ausschlaggebend waren aber die drei unveröffentlichten Songs, die 2013 entstanden. Darunter der Opener "There Is A Drum" und das sphärische "The Longest Memory", das auf dem Album als finaler Track zu hören ist. Ein Jahr später, also 2014, war Nerina Pallot auf Tour. Die drei Lieder warteten in der Schublade und sie läutete das Jahr der EPs ein. Jeden Monat veröffentlichte sie einen Song, wie das leichtfüßige "Rosseau", in dem sie über gezupften Gitarren die zwei wohl bekanntesten Namensträger verquickt - den Naturforscher und Aufklärer Jean Jacques und den träumenden Maler Henri.

Jetzt führten Pallot und ihr Produzent und Ehemann Andy Chatterley die Songs aus den beiden Jahren zusammen. Eine gute Idee. "The Sound And The Fury" ist ein fulminantes Sammelsurium an starken Stücken, das Nerina Pallots Vielfältigkeit auf den Punkt bringt. Aus der Serie von 2014 stammen auch der rotzige Gitarrensong "If I had A Girl", der als tanzbare feministische Polemik zu verstehen ist und das technoide Drama "Boy On The Bus". Im fragilen "The Handle" entfaltet sich Pallots Stimme ebenso wie im darauf folgenden bluesigen "Spirit Walks" auf Gänsehaut-Niveau. Mit "Blessed" und "Big White House" deckt sie die Balladen-Fraktion mal im rauchig-warmen R´n´B-Beat, mal mit zuckersüßer Country-Stimmung ab.

Der dritte bisher unveröffentlichte Song auf "The Sound And The Fury" ist "The Road". Er ist durch den gleichnamigen, dystopischen Roman von Cormac McCarthy und den Ereignissen um den Tod Margret Thatchers inspiriert. Ein verzerrter, irgendwie wütender Beat, flirrende Schnipsel einer arabischen Flöte und ein schleppender, fast sprechender Gesang erzeugen darin eine hypnotische Kraft. "No, he walks this road alone", heißt es im Refrain und obwohl Pallot sich zunächst nur auf den Romanhelden von McCarthy bezog, erkannte ein anderer das politische Potential. Der Regisseur Damian Weilers fragte den Song für seine Dokumentation über die Situation von Refugees (Flüchtlinge) in Calais an.
Nerina Pallot, deren indische Mutter in den 1960er Jahren selbst immigrierte, sagte zu und machte das Film-Material gleich zum offiziellen Video.

AVIVA-Tipp: Es macht Spaß Nerina Pallots musikalischer Entfaltung beizuwohnen. Ein überraschend abwechslungsreiches Balladen- und Power-Spektakel, das gekonnt mit den Musikgenres spielt.

Nerina Pallot
The Sound And The Fury

Label: Idaho/INgrooves/Rough Trade
VÖ: 11.09.2015
www.nerinapallot.com

Das Video zu "The Road" und ein Statement von Nerina Pallot gibt es bei youtube zu sehen.


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Beitrag vom 14.09.2015

Clarissa Lempp 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
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Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
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Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

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Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
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