Ana Moura - Leva-me aos Fados - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Music



AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 26.03.2010


Ana Moura - Leva-me aos Fados
Nadja Grintzewitsch

Mit ihrem inzwischen vierten Album hat die portugiesische Fadista in ihrem Heimatland bereits Platinstatus erreicht, über 20.000 Alben gingen dort über die Ladentische. Auch dieses Mal setzte sie...




...auf ihre Erfolgsmischung: klassische Arrangements in Verbindung mit ihrer dunklen, sehnsuchtsvoll-seufzenden Altstimme.

Es gibt Worte, die kommen nur in bestimmten Sprachen vor und gelten als unübersetzbar. Beispiele hierfür sind das bekannte deutsche Wort "Torschlusspanik" - die Angst, ein bestimmtes Ziel aus Altersgründen möglicherweise nicht mehr zu erreichen - oder das jiddische "Shlimazl". Letzteres steht für eine Person, die chronisches Pech hat.

In der portugiesischen Sprache kennt frau/man das Wort "Saudade", welches sich mit Ausdrücken wie "Weltschmerz" oder "Sehnsucht" nur unzureichend beschreiben lässt. Von "Saudade" handeln jedoch die Lieder der Stilrichtung Fado, welche ähnlich dem amerikanischen Blues oder dem argentinischen Tango in den urbanen Armenvierteln erfunden wurde und inzwischen salonfähig geworden ist.

Fado wird traditionell auf der "Guitarra Portuguesa" begleitet, einem birnenförmigen Zupfinstrument, auf dem sechs Doppelsaiten angeordnet sind. Dadurch klingt die Begleitung besonders voll und virtuos. Meist kommt noch eine Bassgitarre hinzu, die einen ordnenden Rhythmus vorgibt, sehr selten weitere Instrumente. Die begleitenden Musiker sind ausschließlich männlich, in den Kompositionen herrschen Molltöne vor.

Von diesem Konzept weicht Ana Moura auf ihrem neuen Album kaum ab – aber das muss sie auch nicht, denn allein ihre Stimme hat hohen Wiedererkennungswert. Mal wehmütig und melancholisch hauchend, mal mit einer frischen Leichtigkeit erzählt sie von tiefem Gefühlskummer und schwelgt in vergangener Liebesfreud. Dazwischen immer wieder die zwölfseitige portugiesische Gitarre, deren Stahlseiten einerseits die melancholische Grundstimmung wie nebenbei auflockern, auf der anderen Seite einen metallischen Gegenpart zu den luftig-beschwingten Lyrics bilden. Gitarrist Custódio Castelo brilliert auf diesem Instrument, kommuniziert, flirtet und streitet mit der Sängerin: Es ist ein ständiger, ganz aus dem Leben gegriffener Dialog zwischen "Guitarra Portuguesa" und Moura´s Altstimme, dem frau/man gerne zuhört.

Wie bei den vorangegangenen drei Platten ließ sich Moura auch diesmal von Jorge Fernando produzieren, einem der erfahrensten portugiesischen Fado-KomponistInnen und MusikerInnen überhaupt. Er war es auch, der die meisten der Stücke auf dem neuen Album komponierte. Für die Fadista erfand er klassische Arrangements, in denen ihr Gesang und die erzählten Geschichten im Vordergrund standen.

Nur mit dem letzten Lied der CD, "Nao é um fado normal", zu Deutsch passenderweise "Dies ist kein richtiger Fado", erlaubt sich Moura einen winzigen Ausbruch aus dem traditionellen Schema. Neben den klassischen Gitarren mischen sich andere Klangfarben wie Holzblasinstrumente, Streicher und gar ein ganzer Männerchor in das Stück.

AVIVA-Tipp: Frau/Man muss der portugiesischen Sprache nicht mächtig sein, um diese Musik zu verstehen, denn sie geht nicht nur ins Ohr, sondern direkt ins Herz. Ana Moura meinte einst hierzu: "Fado ist so besonders, weil er vor allem von Emotionen und Gefühlen handelt. Dafür braucht es keine Übersetzung." Mit rudimentären Spanisch- oder Lateinkenntnissen und der Nase im Booklet gelingt es einer/m dennoch einigermaßen, den Versen zu folgen.


Weiterhören auf AVIVA-Berlin

Ana Moura – Para Além da Saudade

Mariza – Terra

A Tribute to Amália Rodrigues

Sara Tavares – Alive in Lisboa


Ana Moura
Leva-me aos Fados

Label: Universal Music, VÖ März 2010


Kunst + Kultur > Music

Beitrag vom 26.03.2010

AVIVA-Redaktion 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

. . . . PR . . . .

KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

. . . . PR . . . .

MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

. . . . PR . . . .

Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

. . . . PR . . . .

Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

. . . . PR . . . .

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris
Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

. . . . PR . . . .

 Roamers – Follow your Likes
Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

Dear Future Children. Ab 14. Oktober 2021 im Kino

. . . . PR . . . .

Dear Future Children
Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour unter: www.camino-film.com/filme/dearfuturechildren

Iris Schürmann-Mock – Frauen sind komisch. Kabarettistinnen in Porträt

. . . . PR . . . .

Iris Schürmann-Mock - Frauen sind komisch
Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Maren Kroymann, Carolin Kebekus ... In zehn ausführlichen und fünfzig kurzen Porträts stellt die Journalistin und Autorin die Königinnen der Kleinkunst vor. Ihre Disziplinen: Comedy, Poetry Slam, Tanz, Pantomime, Chanson, Rap.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.aviva-verlag.de

fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen

Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

. . . . PR . . . .

Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
Alle Infos, der Trailer und Termine unter: www.walterkaufmannfilm.de


Kooperationen

GEDOK-Berlin
Paula Panke
RuT - Rad und Tat e.V.
Begine