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AVIVA-BERLIN.de im September 2021 - Beitrag vom 31.03.2010


Best of Vanessa Paradis
Nadja Grintzewitsch

Ihre Karriere begann im zarten Alter von 14 Jahren, als sie mit "Joe le Taxi" die internationalen Hitlisten stürmte. In Frankreich verdrängte Vanessa Paradis damit selbst Popikone Madonna aus...




...den Singlecharts. Das war im Jahr 1987, es folgten zahlreiche weitere musikalische Erfolge. Höchste Zeit also für ein Best Of Album des öffentlichkeitsscheuen Multitalents!

Vanessa Paradis ist vor allem eines nicht: karrierefixiert. Von Kameras hält sie sich meist fern, sie hasst es, in den Schlagzeilen zu stehen. Wieso auch? Längst ist sie über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt und beliebt, ihre Alben halten sich wochenlang auf Spitzenpositionen. Die sympathische Chansonette, die mit dem Kopf in den Wolken zu leben scheint, hat alles erreicht, was frau sich nur wünschen kann – inklusive Hollywood-Beau Johnny Depp zu verzaubern und an ihrer Seite zu wissen. Seit 1998 sind die beiden ein Paar und leben mit zwei Kindern abwechselnd in Südfrankreich, Los Angeles oder auf der eigenen Insel in den Bahamas – urbodenständig in einer rustikalen Holzhütte. Die neugierige Boulevardpresse hat es inzwischen aufgegeben, reißerische Artikel schreiben zu wollen: Es gibt einfach keine Skandale, die auszuschlachten wären.

Im Schatten ihres erfolgreichen Langzeitgefährten steht Paradis dabei in keinster Weise. Musikalisch arbeitete sie bereits mit keinen geringeren als Serge Gainsbourg und Lenny Kravitz zusammen, vier ihrer Alben erreichten in Frankreich innerhalb kürzester Zeit Platinstatus. Doch nicht nur als Sängerin hat sich die inzwischen 37-jährige international einen Namen gemacht. Sie probierte sich mal hier, mal da aus, modelte mehrfach für die Marken Chanel und Miu Miu und spielte in verschiedenen französischen Produktionen an der Seite von hochkarätigen SchauspielerInnen wie Jean Reno, Alain Delon, Jeanne Moreau oder Jean-Paul Belmondo.

Die Doppel-CD "Best of Vanessa Paradis" enthält nicht nur die erfolgreichsten Songs der Chansonette, sondern auch bislang unveröffentlichte Klangperlen und Raritäten. Es ist ein Querschnitt aus nunmehr 23 Jahren musikalischer Karriere, in denen die Sängerin mal französische, mal englische Stücke veröffentlichte. Ein zauberhafter französischer Akzent mischt sich dabei in die Lieder, welche Paradis in englischer Sprache zum Besten gibt.

Die erste Scheibe vereint erstmals absolute Paradis-Klassiker wie "Marilyn & John", "Be my Baby", "Divine Idylle", "Pourtant" oder eben "Joe le Taxi" gemeinsam auf einer CD. Absoluter Anspieltipp ist jedoch gleich das erste Stück, die brandneue Single "Il y a", welche aus gewohnt lyrischen Versen besteht: "Parfois on regarde les choses / telles qu´elles sont / En se demandant pourquoi / Parfois, on les regarde / telles qu´elles pourraient être / En se disant pourquoi pas". (Manchmal betrachtet man die Dinge, wie sie sind und fragt sich: "Warum?" Und manchmal sieht man sie, wie sie sein sollten und sagt sich: "Warum nicht?")
Ja, tiefgründige Texte sind, neben der zarten, je nach Lied kindlichen oder auch hocherotischen Stimme, das Markenzeichen von Vanessa Paradis.

Ein absoluter Leckerbissen für alle Fans der französischen Nymphe dürfte die zweite CD des Albums sein. Auf ihr findet sich eine wunderschöne Akustikversion der Single "Marilyn & John". Eingespielt mit Gitarren und grazilen StreicherInnen ist diese Fassung eindeutig noch schöner als das Original aus dem Jahr 1988.

Ebenfalls bislang unveröffentlicht ist das fünfte Stück der Scheibe, eine Neuaufnahme von Cole Porters "I love Paris". Für diese Klangperle holte sich die Paradis gleich ein ganzes Jazzensemble heran, ihre glasklare Stimme bildet einen interessanten Kontrast zu den schmissigen Klängen des Orchesters. Bislang ein einmaliges Experiment, welches sie jedoch dringend ausbauen sollte.

Das letzte Lied der CD, "Varvara Pavlovna", fand bei seiner Entstehung wenig Beachtung und ist dennoch eng mit den frühen Tagen der Chansonette verknüpft. Diese musikalische Rarität war im Jahr 1987 auf der B-Seite der Single "Joe le Taxi" zu hören und wird die Eine oder Andere sicherlich in nostalgische Schwärmereien versinken lassen.

AVIVA-Tipp: Seit über 20 Jahren zieht Vanessa Paradis die Menschen in ihren Bann. Als Sängerin, Werbeikone und Schauspielerin hat sie schon längst Kultstatus erreicht. Eine Zusammenstellung ihrer Greatest Hits war somit schon lange fällig. Das Doppelalbum wird durch drei bislang unveröffentlichte Songs und ein farbenfrohes Fotobooklet äußerst vorteilhaft ergänzt. Zusätzliches Plus: Die CD hat eine Opendisc-Funktion. Es lohnt sich also, sie mal ins Computerlaufwerk einzulegen...

Weitere Informationen zum Album und Hörproben auf der Website von Universal Music:
www.vanessaparadis.de

Das Video zu "Il y a" (Regie: Johnny Depp):
www.myvideo.de

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Vanessa Paradis - Au Zenith


Vanessa Paradis
Best of

Label: Barclay (Universal), VÖ: März 2010



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Beitrag vom 31.03.2010

AVIVA-Redaktion 






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