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AVIVA-BERLIN.de im November 2021 - Beitrag vom 01.05.2010


Buika - El Último Trago
Lisa Erdmann

Auf ihrem vierten Album widmet sich die Mallorquina dem klangreichen Erbe der legendären Chavela Vargas. Mit ergreifender Leidenschaft und mediterranem Pathos erweckt Buika die schönsten...




... Liebeslieder der mittlerweile 91-jährigen Ranchera-Sängerin zu neuem Leben - und hüllt die verzauberte Hörerin in laue Sommernächte mit intimer (Jazz-)Bar-Atmosphäre.

Die 1972 auf Mallorca geborene Concha Buika zählt zu der Sorte von Sängerinnen, die heutzutage als weitgehend ausgestorben gelten. Ihr musikalisches Repertoire reicht von Rumba und Flamenco über Copla Andaluza und Bolero bis hin zu Latin-Jazz, House- und Pop-Musik, wobei ihre unverwechselbare, rauchig-gefühlvolle Stimme konsequent überzeugt. Die Tochter politischer Flüchtlinge Äquatorialguineas gilt nicht nur als eine der außergewöhnlichen Sängerinnen Spaniens, sie kann darüber hinaus bereits mehrere Auszeichnungen und Grammy-Nominierungen ihr eigen nennen.

Mit ihrem mittlerweile vierten Album "El Último Trago" widmet sie sich nun den wohl bekanntesten und größten Liedern der mexikanischen Folk-Legende Chavela Vargas, die sich übrigens erst im Jahr 2000, im Alter von 81 Jahren öffentlich zu ihrer Homosexualität bekannte. Unterstützt wird Buika von keinem Geringeren als dem mit fünf Grammys ausgezeichneten kubanischen Pianisten und Komponisten Chucho Valdés, welcher mit seinem virtuosen, phrasierungsreichem Spiel - ein einzigartiges Konglomerat aus lateinamerikanischer Harmonik und afroamerikanischer Rhythmik - Weltruhm erlangte.

Auch wenn es der Hörerin scheint, als hätten der Jazz- und Klassikmusiker Valdés und Buika, Sängerin eher traditionell hispanoiden Liedguts, musikalisch wenig gemeinsam, so teilen sie doch hörbar die Liebe zu ihren afrikanischen Wurzeln und das makellose Gespür für die richtige Portion Emotionalität und Leidenschaftlichkeit der mediterran-lateinamerikanischen Liederwelt. Im April vergangenen Jahres trafen sie einander im Abdala-Studio in Kuba und nahmen unter Mithilfe des Produzenten Javier Limón die Vargas-Hommage "El Último Trago" auf.

Das aus der Zusammenarbeit entstandene Klangwerk kann sich mehr als hören lassen. Der liebeskummerschwere Opener "Soledad" erzählt mit zartem Klavier, einem zurückhaltendem Cajón und einer nur zu erahnenden Cabasa von sehnsuchtsvoller Einsamkeit, versprüht aber dennoch einen Hauch kubanischer Leichtigkeit. Der Dritte Song, "Las Ciudades", erzählt von der Traurigkeit einer endenden Liebe. Die Mallorquina öffnet auch hier der Hörerin ihr Herz und trifft sie damit im selbigen. Frau möchte mit ihr weinen, leiden und sich in ihrem Pathos ergehen.

Das Herzstück der "Celebración", der gleichnamige Titel "El Último Trago" (Der letzte Schluck), wird dank Buikas anmutender Vertonung zum kostbaren Tropfen, der keinesfalls verschwendet oder gar zu Ende gehen darf. Valdes` zart hüpfendes Klavierspiel legt sich dabei unter die mal kraftvollen, mal beinahe säuselnden Töne der Enddreißigerin.

Der letzte Titel des Longplayers, "Vamonos", erinnert mit Versen wie "Lass uns fortgehen, dorthin, wo uns niemand verurteilt, dorthin, wo uns niemand sagt, dass wir etwas Schlechtes tun" die Hörerin wieder daran, welche Frau sich einst diese bedeutsamen Zeilen von der Seele sang.

Concha Buika schien von Anfang an prädestiniert, die unvergleichlichen Canciónes der mexikanischen Legende mit den indianischen Wurzeln neu zu vertonen. Ihr tief-rauchiges, Schwermut-getragenes Timbre, das vor Energie und Emotionalität nur so strotzt, erinnert mehr als einmal an das der mittlerweile 91-Jährigen Vocalista.

Die beiden außergewöhnlichen Künstlerinnen verbindet jedoch noch mehr: Beide sangen einst in rauchigen Bars, beide sind heute Musen des Regisseurs Pedro Almodóvar. Chavela Vargas, die sich früher am liebsten in Männerkleidung, rauchend, trinkend und äußerst eigensinnig präsentierte und als eine der engsten Vertrauten Frida Kahlos galt, outete sich erst vor wenigen Jahren und beschrieb sich in einem späteren Interview mit dem wunderbaren Satz: "Ich bin eine Frau, mutig, wild, lesbisch und gut."

Auch Concha Buika steht heute offen zu ihrer Bisexualität und erklärte ihre einzigartige Persönlichkeit einst mit den Worten "I am bisexual, three-phase and tridimensional."

Buika im Netz: www.buika.casalimon.tv und www.myspace.com/conchabuika

AVIVA-Tipp: El Último Trago ist ein wahres Meisterwerk der Gefühle. Mit ihrer herausragenden Stimme, welche das Herz Buikas in jeden einzelnen der zwölf Songs legt, kehrt die Artista ihr musikalisches Innenleben nach Außen und offenbart der Hörerin eine faszinierende Intimität. Die bezaubernde Melange aus modernen Jazz-Elementen und Lateinamerikanischen Flamenco- und Rancheraklängen hüllt das Auditorium in eine Gefühlswelt, welche wohl nur von romanischen Sprachen so wohlklingend in Worte gefasst werden kann.


Buika
El Último Trago

Label: Warner Music Spain, VÖ: April 2010


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Beitrag vom 01.05.2010

Lisa Erdmann 






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