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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 23.12.2009

Mercedes Sosa - Cantora
Claire Horst

Die Argentinierin war die bekannteste S├Ąngerin ihres Landes und eine der gr├Â├čten Musikerinnen Lateinamerikas. Im Oktober 2009 ist sie in Buenos Aires verstorben. Doch nicht nur als S├Ąngerin, auch...



... mit ihrem politischen Engagement f├╝r Demokratie und B├╝rgerInnenrechte wird sie in Erinnerung bleiben.

Die auch "La Negra" genannte S├Ąngerin war seit 2008 Botschafterin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF und hatte internationale, ebenfalls politisch engagierte K├╝nstlerInnen zu einer gemeinsamen Aufnahme aufgerufen. Auf dem Album "Cantora", das in Argentinien bereits Platinstatus erreicht hat, sind diese Duette nun zu h├Âren. Zum Teil sind es sehr bekannte K├╝nstlerInnen wie Lila Downs und Shakira, von anderen haben in Europa nur Eingeweihte schon einmal geh├Ârt - hier sind also Entdeckungen zu machen.

Dem Anlass entsprechend, interpretieren die K├╝nstlerInnen hier zum gro├čen Teil Lieder mit sozialkritischen Texten. Thematisiert werden Armut, Krieg und Ungerechtigkeit, doch zugleich rufen die MusikerInnen zum Weitermachen, zur Lust am Leben auf. Dieser Thematik ist es vielleicht zu verschulden, dass einige der Titel haarscharf am Sozialkitsch vorbeischrammen - Streicherensembles eignen sich eben hervorragend, um Lieder ├╝ber die Ungerechtigkeit der Welt zu vertonen.

Doch es w├Ąre ungerecht, das Album als hohlen Pathos abzutun. Die grandiose und unglaublich ausdrucksstarke Stimme von Mercedes Sosa rettet noch den abgeschmacktesten Titel. Wie vielseitig ihr musikalisches Talent war, zeigt dieses Album noch einmal ganz deutlich. Der S├Ąngerin gelingt es, mit den unterschiedlichsten PartnerInnen zusammenzuwirken und sich dabei selbst immer treu zu bleiben. Ganz hervorragend zeigt das der Song "Cancion para un nino en la calle", (Lied f├╝r ein Kind auf der Stra├če) der Sosas gef├╝hlvolle Gesangspartien mit dem Rap von Ren├ę Perez Joglar verbindet. Perez Joglar ist S├Ąnger der puertoricanischen HipHop-Combo "Calle 13", die ihrerseits Reggaeton, Salsa und folkloristische Elemente verschmelzen l├Ąsst. In diesem Track gelingt etwas sehr Kompliziertes: Moderne und Tradition, Coolness und politische Botschaft zu verbinden und dabei glaubw├╝rdig zu bleiben.

Ganz anders dagegen die beiden ersten Titel auf dem Album. Sie richten sich an ein traditionelleres Publikum und bleiben durchg├Ąngig auf einer gef├╝hligen, schmelzenden Linie. Gerade der Einstiegstitel, "Aquellas Pequenas cosas" ("Diese kleinen Dinge"), den Sosa mit dem katalanischen Liedermacher Joan Miguel Serrat singt, erinnert mit seinen dahinpl├Ątschernden Pianopassagen und schmachtenden Geigen leider eher an amerikanische Filmmusik - wenn da nicht ihre Stimme w├Ąre. Einige weitere Titel wie der zweite, "Zona de promesas" ("Ort der Versprechungen") mit dem Argentinier Gustavo Cerati, wirken ebenfalls, als h├Ątte da jemand zu tief in die Packung mit dem Weichsp├╝ler gegriffen. Tats├Ąchlich hat Cerati mehrere Soundtracks komponiert. Auch das Duett mit Jorge Drexler "Sea" ist ein emotionaler Schmusesong. Der uruguayische Musiker erhielt f├╝r den Titelsong zum Film "Die Reise des jungen Che" einen Oscar.

Doch bekanntlich sind die Geschm├Ącker verschieden, und das ist ein Pluspunkt des Albums: Die gro├če Bandbreite der musikalischen Stile von HipHop und Rock ├╝ber Tango, Bossa Nova und Folklore f├╝hrt nicht zu einem willk├╝rlichen Einerlei, sondern l├Ąsst die Bewunderung f├╝r Mercedes Sosas k├╝nstlerisches K├Ânnen wachsen. Schon ein kurzes Anspielen der ersten Titel beweist die gro├če Bandbreite des Albums und damit einmal mehr die unglaubliche Vielseitigkeit der K├╝nstlerin.

Gemeinsam mit Fito P├íez und Liliana Herrero hat sie einen beschwingten und temperamentvollen folkloristischen Song eingespielt, "Zambas del cielo" ("Samba des Himmels"). Wie in den meisten hier vertretenen Liedern ist es die zugrunde liegende melancholische Grundhaltung, die die Stimme der "Negra" hervorragend zur Geltung bringt. Auch dieser Titel ist nichts f├╝r kalte Gem├╝ter, denn mit Gef├╝hlen wird hier nicht gegeizt. Timbre in der Stimme geh├Ârt dazu. Paez stammt wie Sosa aus Argentinien und verbindet Rock und Folklore.

Folklore, das bedeutet auch traditionelle Instrumentierung von den Panfl├Âte bis zum Tamburin und zur Harfe. Ein besonderer Anspieltipp ist der Titel "Razon de Vivir" ("Lebenszweck") , den die K├╝nstlerin gemeinsam mit der mexikanischen S├Ąngerin Lila Downs eingespielt hat. Die starken Stimmen der beiden Frauen werden von der zur├╝ckhaltenden Instrumentierung hervorgehoben. Der spanische Liedermacher Joaquin Sabina dagegen verbindet in "Violetas para Violeta" ("Veilchen f├╝r Violeta") rockigen Gesang, traditionelle Instrumente und Rockgitarren - nichts f├╝r Puristen.

AVIVA-Tipp: Musik f├╝r kalte, lange Winterabende. Obwohl nicht alle Titel gleicherma├čen ├╝berzeugen, ist das Album eine gelungene Zusammenstellung. Es pr├Ąsentiert die beeindruckende Vielseitigkeit der spanischsprachigen Musik und bietet MusikerInnen wie Shakira die M├Âglichkeit, sich von einer neuen Seite zu pr├Ąsentieren. Nicht zuletzt wird die Lebensleistung der Ausnahmek├╝nstlerin Mercedes Sosa so noch einmal gew├╝rdigt. Mit ihrem Tod ist das Album zu einem Nachruf an sie geworden.

Zur K├╝nstlerin: Mercedes Sosa wurde 1935 geboren. 1950 erhielt sie ihren ersten Plattenvertrag, nach dem Putsch 1976 wurden ihre Platten verboten. Nachdem sie auf einem Konzert verhaftet worden war, ging sie 1980 ins Exil nach Moskau. Wenig sp├Ąter kehrte sie nach Argentinien zur├╝ck. Sie setzte sich ihr Leben lang f├╝r die Rechte der Indigenas und Campesinos ein und k├Ąmpfte gegen die argentinische Diktatur.
Die K├╝nstlerin im Netz: www.mercedessosa.com.ar (spanisch)

Mercedes Sosa
Cantora

Sony/RCA Victor
V├ľ: 30. Oktober 2009

Music Beitrag vom 23.12.2009 Claire Horst 





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