Robyn - Body Talk Pt. 1 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Music



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 17.06.2010


Robyn - Body Talk Pt. 1
Lisa Erdmann

Die Königin der Metamorphose ist zurück, um all den farblosen Pop-Prinzessinen den Kampf anzusagen. Mit einem Hofstaat aus Elektro-Punks, Fembots und Dancehall Queens läutet Robyn den ersten Teil...




... ihrer Albumtrilogie "Body Talk" ein und erobert prompt sämtliche Klanggebiete.

Robin Miriam Carlsson ist der lebende Beweis dafür, dass Skandinavierinnen ein Gen für musikalisches Gespür haben müssen. Die Schwedin hat nämlich, im Gegensatz zu vielen anderen Solokünstlerinnen, das Talent, sich einerseits immer wieder neu zu erfinden und sich andererseits musikalisch treu zu bleiben. Diesen Spagat zwischen kreativem Wandel und konstantem Widerkennungswert scheint Robyn mit Leichtigkeit zu vollziehen - und das ist auch auf ihrem neuesten Album unüberhörbar.

Die ersten musikalischen Schritte der 1979 in Stockholm geborenen Klangexpertin waren weniger überzeugend: im Altern von 16 Jahren veröffentlichte sie bei einem Major-Label ihr Debütalbum, welches zum Leid der Künstlerin im Mainstream-Meer unterging. Seit 2005 macht Robyn jedoch, unterstützt von Punkband-Mitglied Klas Ahlund, mit ihrem eigenen Label endlich auch ihren ganz eigenen Sound. Dass sich dieser als akustischer Hochgenuss entpuppte, bewies im selben Jahr ihr erstes selbst produziertes Album "Robyn". Der Longplayer schoss zielstrebig auf Platz Eins der schwedischen Hitlisten und wurde in ihrem Heimatland mit Platin, in England mit Gold ausgezeichnet. In Deutschland kam "Robyn" erst zwei Jahre später, 2007, in die Plattenläden.

Nun, fünf Jahre später, versorgt die 31-Jährige ihre Fans endlich mit Klang-Nachschub. Warum die Musikerin in Zeiten von Download-Piraterie und Itunes-Shop dennoch auf physische Alben setzt und sich gar die Produktion einer ganzen Album-Trilogie vorgenommen hat, kann frau nur mutmaßen. Freuen kann sie sich jedoch umso mehr - spätestens nach dem ersten Hören von "Body Talk Pt. 1" - auf den Rest des Jahres 2010, welches neben allerlei Chartgedudel endlich auch wieder jede Menge guter Musik bereit zu halten scheint.

Eröffnet wird das Kurzalbum, welches mit acht Titeln irgendwo zwischen EP und LP liegt, mit einem angriffslustigen Minimaltitel in Robyn-Manier. "Don`t Fucking Tell Me What To Do" heißt der synthetische Elektropop-Song, der mit anheizenden Bässen im Dubstep-Bereich anläuft. Unabhängiger und freier denn je spricht sich die Sängerin in diesem clubtauglichen Opener den Frust von der Seele und erzählt der Hörerin ungeniert, welche alltäglichen Laster sie quälen: "My TV is kiling me, My drinking is killing me, My smoking is killing me" - und noch etliches mehr macht der Künstlerin zu schaffen.

Der zweite Titel ist zugleich das Album-Highlight. Hier leiht die Skandinavierin den Fembots, einer Fusion aus Frau und Roboter, ihre wunderbare Stimme - "In fact i´m a very scientifically advanced hot mama" - und rappt mit burschikosem Charme über die emotionalen Bedürfnisse der künstlichen Geschöpfe. Auch der von dem aus Philadelphia stammenden Club-DJ "Diplo" unterstütze Titel "Dancehall Queen" hat es in sich: eine digitalisierte Reggae-Pop-Nummer, die zugleich als halbsatirische Hommage an den europäischen Chart-Rave und Rap der 90er Jahre und dessen Acts wie Dr Alban, Leila K und Neneh Cherry daherkommt. "Dancing Queen" ist der ideale Song, um tanzfreudigen Hörerinnen zukünftig die lauen Sommernächte bis zum Morgengrauen zu verlängern. Robyns somnambule Version des schwedischen Volksliedes "Jag Vet En Delig Rosa (zu Deutsch: "Ich kenne eine liebliche Rose") kann mit infantiler Anmut, Retro-Mikrophon und zartem Glockenspiel punkten und rundet das Minialbum gelungen ab.

Robyn im Netz: www.robyn.com

AVIVA-Tipp: Trotz der geringeren Titelanzahl ist "Body Talk Pt. 1" ein durchgängig facettenreicher Trilogieauftakt, welcher der Hörerin gewissermaßen als Konzeptalbum ins Ohr geht. Von feinstem Elektrosound über bassreiche Dancehallklänge und akustischen Balladen bis hin zu nostalgischen Volksliedern - bei der geneigten Hörerin bleibt kein Klangwunsch offen, mehr noch, der fast-Longplayer hält sogar noch einige wohltuende Überraschungen bereit.


Robyn
Body Talk Pt. 1

Label: Konichiwa Records / Ministry of Sound Germany, VÖ: Juni 2010


Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Robyn - Robyn

Lady Sovereign - Public Warning

Cibelle - Las Vênus Resort Palace Hotel

Kelis - Flesh Tone



Kunst + Kultur > Music

Beitrag vom 17.06.2010

Lisa Erdmann 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Dear Future Children. Ab 14. Oktober 2021 im Kino

. . . . PR . . . .

Dear Future Children
Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ähnliches Schicksal: Doch sie haben nicht vor aufzugeben: Hilda in Uganda, Rayen in Santiago de Chile, und Pepper in Hongkong. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour unter: www.camino-film.com/filme/dearfuturechildren

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

. . . . PR . . . .

Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/ zuhurstoechter

Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

. . . . PR . . . .

Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
Alle Infos, der Trailer und Termine unter: www.walterkaufmannfilm.de

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

. . . . PR . . . .

Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris

. . . . PR . . . .

Unda Hörner - Scharfsichtige Frauen. Fotografinnen in Paris
Biografische Porträts der Fotokünstlerinnen, Porträtfotografinnen und Fotoreporterinnen Marianne Breslauer, Gisèle Freund, Dora Maar und Lee Miller im Paris der 1920er und 1930er Jahre.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.ebersbach-simon.de

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Roamers – Follow your Likes, Kinostart: 22. Juli 2021

. . . . PR . . . .

 Roamers – Follow your Likes
Der Dokumentarfilm ROAMERS erzählt von der Suche "Digitaler Nomaden" auf der Jagd nach dem nächsten, perfekten Moment nach Sinn und Halt in einer neuen, digitalen Welt unzähliger Möglichkeiten.
Mehr zum Film und Termine der Kinotour in Anwesenheit der Regisseurin Lena Leonhardt unter: www.camino-film.com/filme/roamers

Iris Schürmann-Mock – Frauen sind komisch. Kabarettistinnen in Porträt

. . . . PR . . . .

Iris Schürmann-Mock - Frauen sind komisch
Liesl Karlstadt, Valeska Gert, Maren Kroymann, Carolin Kebekus ... In zehn ausführlichen und fünfzig kurzen Porträts stellt die Journalistin und Autorin die Königinnen der Kleinkunst vor. Ihre Disziplinen: Comedy, Poetry Slam, Tanz, Pantomime, Chanson, Rap.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.aviva-verlag.de

fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen


Kooperationen

GEDOK-Berlin
Paula Panke
RuT - Rad und Tat e.V.
Begine