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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 16.04.2010

Cibelle - Las VĂȘnus Resort Palace Hotel
Lisa Erdmann

Auf ihrem dritten Werk prĂ€sentiert sich die Multiinstrumentalistin als Cabaret-SĂ€ngerin in einem post-apokalyptischen Paradies und entfĂŒhrt ihr Publikum in einen exotischen Klang-Dschungel voll...



...schillernder SkurrilitĂ€ten. Ein Konzept-Album, das die HörerInnen als zuckriger Cocktail verfĂŒhrt.

Die 1978 in SĂŁo Paulo geborene Cibelle Cavalli machte erstmals in 1999 als SĂ€ngerin auf Mitar "Suba" Subotićs Album "SĂŁo Paulo Confessions" auf sich aufmerksam. In 2003 folgten Gastvocals fĂŒr Celso Fonsecas LP "Natural" sowie das mit "Cibelle" betitelte DebĂŒtalbum der damals 22-JĂ€hrigen. In 2006 veröffentlichte die SĂ€ngerin ihr zweites Solo-Album "The Shine of Dried Electric Leaves", welches in Zusammenarbeit mit Mike Lindsay (Tunng), Apollo Nove und Yann Arnaud (Air) aufgenommen und produziert wurde und Duette mit Seu Jorge, Spleen und Devendra Banhart enthĂ€lt.

Auch das aktuelle Album der Klangexpertin, welches mit der UnterstĂŒtzung des Produzenten Thom Monahan ("Au Revoir Simone", "Devendra Banhart") in London, SĂŁo Paulo und Vancouver aufgenommen wurde, trĂ€gt die verheißungsvolle Überschrift "Konzept-Album". Das kreative Erschaffen einer musikalischen Welt, die mit facettenreichen Klangbildern zum Leben erweckt wird, zĂ€hlt zu den Markenzeichen der KĂŒnstlerin.

So verwundert es die Hörerin kaum, dass auch der neueste Longplayer der Paulista, "Las VĂȘnus Resort Palace Hotel", als vertrĂ€umtes Eldorado ins Ohr geht und wieder jede Menge bunter Überraschungen bereithĂ€lt. Zart gehauchte Texte wechseln mit energiegeladenem Gesang und Akustik-Sounds der Musica Popular Brasileira legen sich ĂŒber elektronische Instrumentierungen - ein Hörerlebnis, welches sowohl die lateinamerikanischen Wurzeln der SĂ€ngerin als auch Pop-Elemente ihrer Wahlheimat England vereint.

Eröffnet wird der tropische Cabaret-Soundtrack mit einem Willkommensgruß der Musikerin. "The Planet has crashed and all that`s left is just a lump of rock floating in space" erklĂ€rt Sonja Khalecallon, das Alterego der Exotica, zwischen buntem Paradiesvogelgezwitscher. Auf diesem durch das All schwebenden Felsen findet frau alles, was das gestrandete Herz begehrt: einen Dschungel voll wilder Tiere, einen Ozean, der ins Nichts des Alls zerfließt und eine Beachbar, die zur besten Party des Universums lĂ€dt. "Welcome to Las VĂȘnus Resort Palace Hotel. I Hope you enjoy the show and please, don`t feed the monkeys."

Was das Intro verspricht, wird bereits vom ersten Titel "Underneath The Mango Tree" erfĂŒllt. Der 1998 von Bond-Girl Ursula Andress in dem Film "James Bond jagt Dr. No" zum Besten gegebene Song erwacht dank Cibelles zart-sinnlicher Stimme zu neuem Leben und verwandelt das Heim der Hörerin unweigerlich in einen von Palmen gesĂ€umten Karibik-Traum.

Auch das von Electro-Pionier und Individualist Raymond Scott in den 1960er Jahren produzierte "Lightworks" wird von der Brasilianerin kraftvoll aufpoliert und versprĂŒht mit rauschenden Drums und klingender Bassgitarre jede Menge Retro-Charme. Cibelles Komposition "Frankenstein" lĂ€sst mit Ukulele und glockenhellem Tamburin hawaiianische TĂ€nzerinnen auf die BĂŒhne treten und das synthetisch anmutende "Escute Bem" mischt exotisches Portugiesisch mit psychedelischen Klangmustern zu einer aufregenden Reise in die Vergangenheit.

Krönenden Abschluss des post-apokalyptischen Kurzurlaubs bildet das einst vom berĂŒhmtesten Frosch der Welt prĂ€sentierten "It`s Not Easy Being Green", welches Sonja Khalecallon a.k.a. Cibelle in feminin-laszive Bossa Nova Rhythmen hĂŒllt.

Cibelle im Netz: www.myspace.com/cibelleblackbird

AVIVA-Tipp: Das paradiesische SĂŒdsee-Konzept "Las VĂȘnus Resort Palace Hotel" ist der perfekte Audio-Urlaub fĂŒr Zwischendurch. Das Album changiert zwischen Fifties-Sound und elektronischer Moderne und einige der zuweilen exzessiven Titel könnten getrost auf dem nĂ€chsten Tarantino-Soundtrack ihren Platz finden.

Cibelle
Las VĂȘnus Resort Palace Hotel

Label: Crammed Discs, VÖ: April 2010

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

"Cibelle - The Shine Of Dried Electric Leaves"

"Au Revoir Simone – The Bird Of Music"

"Madita – Too"



Music Beitrag vom 16.04.2010 Lisa Erdmann 





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