Helen Schneider and SWR big band - The World We Knew. The Bert Kaempfert Album - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Kunst + Kultur Music



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2021 - Beitrag vom 21.10.2010


Helen Schneider and SWR big band - The World We Knew. The Bert Kaempfert Album
Claire Horst

Als einseitig kann man Helen Schneiders Interessen wirklich nicht bezeichnen. Die Sängerin mit klassischer Klavierausbildung war immer offen genug für so unterschiedliche Genres wie Blues, ..




... Rock`n`Roll und Musical.

Dass es dabei auch zu eher gruseligen Kooperationen kam - in einer Musical-Bearbeitung spielte sie June Carter neben Gunter Gabriel als Johnny Cash - ist vielleicht ein Nebeneffekt dieser großen Neugier und Offenheit. Schneider gebührt auch die zweifelhafte Ehre, als erste internationale Künstlerin im Ostberliner Tränenpalast aufgetreten zu sein.

Folgerichtig steht die 58jährige Sängerin zu den vielfältigen Einflüssen, denen sie ihre musikalische Karriere verdankt. Dass dazu nicht nur Vertreter der Hochkultur wie Bert Brecht und Kurt Weill gehören (auch deren Werken hat Schneider sich bereits gewidmet), zeigt sie nun mit ihrer Hommage an den Komponisten Bert Kaempfert. Abgesehen von professionellen MusikerInnen kennt wohl kaum jemand den Namen des Mannes, der Hits wie Frank Sinatras "Strangers in the Night" oder "It´s Only a Paper Moon" schrieb. Seine Lieder kennt dagegen jede/r, der oder die schon einmal Radio gehört hat.

Das muss man sich erstmal trauen: Ein ganzes Album dem Vater des Easy Listening zu widmen. Seine Lieder singt Helen Schneider mit Hingabe, aber ohne sich anzubiedern. Dem Album ist es anzuhören, dass es vor allem aus der Liebe zu diesen Schlagern entsprungen ist. Schneider und die SWR big band unternehmen keinen Versuch, die Songs durch Neuarrangements zu entstauben. Wem also allzu gefällige Klänge auf die Nerven gehen (Kaempferts Kompositionen wurden schon des Öfteren als "Fahrstuhlmusik" bezeichnet), wird mit "The World We Knew" nicht glücklich.

Wer den Albumtitel aber ernst nimmt und sich in ein sentimentales Wohlfühlbad versinken lassen kann, dem sei Helen Schneiders Werk ans Herz gelegt. Gut gelaunte, swingende Musik ohne allzu viel Tiefgang versetzt die HörerInnen in die 50er Jahre, als die musikinteressierte Hausfrau noch den Kochlöffel im Takt schwang und ihre Tochter sich im Petticoat drehte. Die Titel von Bert Kaempfert stehen für diese Epoche. Er arrangierte Songs für Elvis Presley und Frank Sinatra, stand wochenlang in den US-Charts und produzierte die Beatles, als sie noch nicht "Beatles" hießen.

AVIVA-Tipp: Bert Kaempfert wollte "Musik machen, die nicht stört", und das ist ihm gelungen. Auch die Interpretationen von Helen Schneider sind nicht nur nicht störend, sondern machen sogar Spaß. Schneiders Freude am Drama, ihr Hang zum Theaterspielen kommt hier so richtig zum Einsatz, wenn sie sich ohne Zurückhaltung der Sentimentalität und Romantik dieser "Evergreens" hingibt.


Zur Musikerin: Helen Schneider wurde 1952 in New York geboren. Mit sieben Jahren erhielt sie bereits eine klassische Pianistinnenausbildung bei Roberta Berlin. Als Solistin sang sie im Jugendchor mit den "New York Symphonikern", bevor sie, inspiriert vom Chicago-Blues, ihre erste Band gründete und mit dieser sechs Jahre durch die Clubs Neuenglands tingelte. Ihr erster Plattenvertrag 1976 ermöglichte Helen Schneider die Veröffentlichung ihres Debütalbums "So Close". Nach einer großen Europa-Tournee und einem Gastauftritt in "Bios Bahnhof" brachte sie ihr erstes Rock`n`Roll-Album heraus und ging anschließend mit Udo Lindenberg auf Tour. Nach ausgedehnten Ausflügen in die Welt des Musicals und des Films kehrte Helen Schneider 2007 mit dem Album "Like a Woman" wieder zu ihren Anfängen zurück. Seit 2006 lebt sie in Berlin. (Quelle: www.helenschneider.de)

Helen Schneider im Netz: www.helenschneider.com

Helen Schneider & SWR Big Band
The World We Knew - The Bert Kaempfert Album

VÖ: 24.09.2010
Label: Edel Records
16,99 Euro

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:


Helen Schneider - Dream A Little Dream

Helen Schneider – Like a woman

Helen Schneider im Interview



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Beitrag vom 21.10.2010

Claire Horst 






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KINDER DER HOFFNUNG. Kinostart 4. November 2021

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KINDER DER HOFFNUNG von Yael Reuveny
Seit zehn Jahren lebt die israelische Regisseurin Yael Reuveny (SCHNEE VON GESTERN) in Berlin. In Super-8-Aufnahmen aus ihrer Kindheit und Kurzporträts ihrer Mitschüler*innen in Israel heute dokumentiert sie, was aus den Träumen und Idealen ihrer Generation geworden ist. KINDER DER HOFFNUNG kommt zum Jahrestag der Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 ins Kino.
Mehr zum Film, der Trailer und Kinotour unter: www.filmkinotext.de/kinder-der-hoffnung.html

MITRA. Kinostart: 18.11.2021

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MITRA
Inspiriert vom Schicksal seiner Familie erzählt Regisseur Kaweh Modiri die Geschichte der Iranerin Haleh, die 37 Jahre nach der Hinrichtung ihrer Tochter die Frau wieder trifft, die sie dafür verantwortlich macht. Paraderollen für Jasmin Tabatabai, Shabnam Tolouei und Singer-Songwriter Mohsen Namjoo, der auch die Filmmusik komponierte.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/mitra

PLAN A – Was würdest du tun? Ab 9. Dezember 2021 im Kino

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PLAN A – Was würdest du tun?
1945 plant eine Gruppe Holocaust-Überlebender die größte Racheaktion der Geschichte: Für jeden jede/n ermordete/n Jüdin/Juden soll ein/e Deutsche/r sterben. Doch kurz bevor der erste Giftanschlag ausgeführt werden kann, wird der Plan aufgedeckt.
Mehr zum Film, Kinotour mit Filmgespräch, den teilnehmenden Kinos und der Trailer unter: www.camino-film.com/filme/plan-a

Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

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Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Zuhurs Töchter. Kinostart am 04.11.2021

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Zuhurs Töchter
Das Regie-Team Laurentia Genske und Robin Humboldt zeichnet in ihrem neuen Werk das Porträt der beiden Transgender-Teenager Lohan und Samar, die in ihrer neuen Heimat Deutschland endlich ihre weibliche Identität entfalten können.
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