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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 11.07.2011


Marlen Pelny - Fischen
Marie-Luise Wache

Nachdem die Wahlberlinerin als Lyrikerin und Songwriterin manchmal in eigener Sache, oft für andere Projekte Texte verfasste und Musik schrieb, veröffentlicht sie nun ein erstes Soloalbum,...




... bestehend aus ihren eigenen, teils vor einigen Jahren entstandenen Lieblingsliedern.


Der Titel "Fischen" lässt anklingen, wie es zu dem poetischen Pop-Debüt Marlen Pelnys kommen konnte: So ist das Album eine Sammlung von sorgfältig ausgesuchten Songs, die der Lyrikerin und Songwriterin im Laufe der Zeit besonders ans Herz gewachsen sind und die sie im Frühjahr 2011 liebevoll vertonte.

Marlen Pelny, 1981 in Nordhausen geboren, ist eher als Lyrikerin und Songschreiberin bekannt, denn als Sängerin. Öffentlich in Erscheinung trat sie erstmals durch das Lyrikprojekt "augenpost". Zusammen mit der Autorin Ulrike Almut Sandig plakatierte sie in den Jahren 2003 bis 2006 im Rahmen des illegalen, aber aufsehenerregenden Projekts, Gedichte an Leipziger Häuserwände. Nach der Veröffentlichung ihres Lyrikbandes "Auftakt" im Jahr 2007 suchte sich Marlen Pelny ihren ganz eigenen Weg zwischen Poesie und Musik. So schrieb sie Musik für diverse Kurzfilme, vertonte Hörbücher und spielte die zweite Gitarre in der Berliner Band "Zuckerklub".

Wie eng Poesie und Pop in ihrer Arbeit zusammenhängen und was sie in den letzten Jahren beschäftigte, ist nun auf diesem, sehr persönlichen und poetischen Album, hörbar.

Undramatisch und ehrlich besingt und bespricht Marlen Pelny die Ruhe(losigkeit) im Alltag und den Facettenreichtum der Gefühlswelt: den manchmal schlimmen und manchmal angenehmen Schmerz, die winzigen und die großen Freuden sowie die lähmende Verwirrung und das gleichzeitige Hochgefühl des Verliebtseins. Ihre Texte vertont sie auf Deutsch und Englisch zusammen mit Schlagzeuger Nikolas Basler. Musikalisch eher im Jazz beheimatet, fügt er dem erfrischend einfachen Pop Marlen Pelnys eine Extranote hinzu, die dem Rhythmus ihres Gesangs und ihren Melodien eine Untermalung bietet und gleichzeitig als Bindemittel von Musik und Text funktioniert. Mit ihrer Direktheit und dem Instrumental-Pop erinnert Marlen Pelny am ehesten an die Musik von Element of Crime oder die Hansen Band und das Projekt "Keine Lieder über Liebe". Denn genauso wie bei diesen Größen deutsch-lyrischen Pops, ist Marlens Musik eine melancholische und zum nachdenklichen Schwelgen auffordernde Begleitung durch den Tag und besonders die Nacht.

Anspieltipps: In "Sonntagmorgen" überzeugt Marlen Pelny mit ihrer Textkunst und formuliert die Verarbeitung und den Schmerz um eine beendete Beziehung poetisch und dabei ganz wunderbar unkitschig. "Über uns" ist eines der Schmuckstücke auf dem Album, dessen melancholische Tiefe sich besonders beim nächtlichen Hören erschließt. Im "Song von Oben" ist das Zusammenspiel von Marlen Pelnys Gitarrenspiel und Gesang sowie dem Schlagzeug Nikolas Baslers am schönsten Raum gegeben worden. "Pirouette" glänzt mit einem leichten Gitarrenspiel und einem poetischen Text über die Schwierigkeiten und Chancen des Verliebtseins. Mit klaren Worten zeichnet sie ein Bild im Kopf der Hörerin, das jeder vertraut zu sein scheint.

AVIVA-Tipp: Auf "Fischen" hat Marlen Pelny mit ihren Songs kleine musikalische Kunstwerke zwischen Pop, Poesie, Konzert und Lesung geschaffen, die die Hörerin verzaubern und in eine tiefsinnige, lyrische Welt entführen.


Marlen Pelny
Fischen

Label: Kook / Broken Silence VÖ: Mai 2011
marlenpelny.wordpress.com

Die CD wird nur auf Konzerten von Marlen Pelny zu kaufen sein. Zum Download steht das Album auf Musicload oder Amazon jederzeit zur Verfügung.


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Beitrag vom 11.07.2011

AVIVA-Redaktion 






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