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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 09.08.2011


Céline Rudolph - Salvador
Lisa Erdmann

Bei diesem Album muss frau gleich zweimal hinhören, so unglaublich schmeichelnd und sanft klingt das, was Madame Rudolph da singt! Mit ihrem 3. Solo-Album widmet sich die gebürtige Berlinerin dem...




...Liedgut von Chansonnier Henri Salvador und überträgt die französischen Texte in ein butterweiches, lyrisches Deutsch.

Céline Rudolphs Gesang gleicht einem fragilen Sommerflirt, wie ihn frau lange nicht mehr gehört hat. Auch wenn die Tochter einer Französin ihre letzten beiden Alben ausschließlich mit portugiesischen, englischen und französischen Texten schmückte, klingt "Salvador" mit seinen deutschen Kompositionen, als hätte die 42-Jährige schon immer in dieser Sprache gereimt. Wie leichte Meeresbrisen gehen die Melodien ins Ohr und lassen den Alltagsärger wunderbar belanglos wirken.

Dies liegt natürlich nicht zuletzt auch an den Tonfolgen von Henri Salvador. Der 2008 verstorbene Sänger, Gitarrist und Songwriter gilt in Frankreich seit vielen Jahren als eine Legende für Jazz und Chanson. Nach Rudolphs Debütalbum "Brazaventure" aus 2007 und ihrem zweiten Werk "Metamorflores" aus 2009 ist "Salvador" nun eine somnambule Hommage an den französischen Ausnahmekünstler.

"Ich brauchte weiche Sounds", erklärt die in 2010 als beste nationale Sängerin mit dem Echo Jazz ausgezeichnete Céline. "Viele Ns, viele Os, viele As. Es muss einen Fluss haben, Wärme und Intimität. Es ist eine Klanggestaltung, ganz wie in meinen geliebten Vokalisen - Text und Sound in einem." - und genau diesen weichen, warmen Melodien lauscht frau auch auf diesem Longplayer, auf welchem die Chansonniere die französischen Originaltexte mit viel Witz und Charme in ihre "Vatersprache" transportiert.

Den Anfang macht die mit "Wintergarten" betitelte Version des Liedes "Jardin D´Hiver", bei der Madame Rudolph zu zarten Bossa-Rhythmen, weichem Piano und lateinamerikanischem Gitarrensound ihr persönliches Paradies besingt. Frau sehnt sich sofort nach lauen Sommernächten und fühlt sich plötzlich federleicht. An dieses Gefühl knüpft auch der zweite Titel "Syrakus" nahtlos an. Eröffnet mit buttrigem Skat-Gesang verschmilzt Céline Rudolphs Stimme schließlich mit den Klängen einer Akustikgitarre und trägt die Hörerin in weite Ferne, am besten direkt nach Syrakus.

"Bin im Paradies, auf ´ner Überdosis Glück, Liebesachterbahn, süßer Liebeswahn, bin auf Wolke Sieben, von Sternenstaub geküsst" - Die einstige "Maladie D´Amour" wird folgerichtig zum karibischen "Liebeskrank", bei dem die Verse wie ein leichter Melodienregen auf die Hörerin tröpfeln. Aber auch "Die Eifersucht" findet sich auf Salvador kunstvoll vertont. Zwischendurch geht es jedoch vor allem um das Sich-Treiben-Lassen. Egal ob "Das Rote Boot" oder das "Ticket zum Mond", weit weg kommt frau mit Celiné Rudolph in jedem Fall.

"Es ist authentisch, so, wie ich die Musik jetzt sehe", beschreibt Céline Rudolph ihr aktuelles Werk. "Es ist für mich ganz natürlich, weil es französisch, brasilianisch, afrikanisch und deutsch auf einmal ist. Und auch wenn ich versuche, Bezüge zu Salvador und seiner Zeit, zu diesem Paris herzustellen, in dem Juliette Gréco und Miles Davis ein Traumpaar waren, ist es nie Retro. Es ist eine Poesie, die wir vielleicht heute nicht mehr so leben, aber trotzdem einwandfrei im Hier und Jetzt."

Céline Rudolph im Netz: www.celinerudolph.com

AVIVA-Tipp: Ein Longplayer mit Wohlfühlcharakter. Céline Rudolph vertont die unbekümmerte Leichtigkeit des Seins mit elf zarten Klanggeschichten, welche frau bereits beim ersten Hören überzeugen - "Salvador" tut einfach immer und immer wieder gut.


Céline Rudolph
Salvador

Label: Universal Music Classic & Jazz, VÖ: August 2011


Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

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Beitrag vom 09.08.2011

Lisa Erdmann 






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