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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 09.03.2011


Maria Kalaniemi - Vilda Rosor
Kristina Auer

Ein bisschen wie aus einer anderen Welt klingt die Musik der Finnin Maria Kalaniemi. Mit ihrem beeindruckenden Akkordeonspiel und ihrer einzigartigen, klaren Stimme vertont sie sowohl uralte...




...überlieferte Volksweisen als auch moderne und eigene Kompositionen und begeistert damit weit mehr Menschen als nur eingefleischte Fans der nordischen Volksmusik.

Nur selten mag frau/man angesichts der vielen dilettantischen StraßenmusikerInnen in den Genuss eines so makellosen Akkordeonspiels gekommen sein. Mit ihrer ungeheuren Professionalität und Virtuosität lässt Maria Kalaniemi keine Zweifel an der kreativen Ausdrucksstärke und künstlerischen Bandbreite ihres wunderbaren Instruments.

Kalaniemi, die 1964 geboren wurde, begann mit acht Jahren Akkordeonunterricht zu nehmen und entwickelte schon früh ihre Leidenschaft für die folkloristische Musik. Zunächst musste sie jedoch klassisch orientierten Unterricht nehmen, da Volksmusik als weniger anspruchsvoll verpönt war. Mit 19 Jahren setzte sie ihren Willen durch und schrieb sich an der Sibelius-Akademie in Helsinki für den damals neu eingerichteten Studiengang für Volksmusik ein, wo sie inzwischen selbst einen Leerstuhl innehat.

Im Laufe ihrer Karriere hat Maria Kalaniemi bereits bei mehr als 100 Alben mitgewirkt, von denen sich an über 20 maßgeblich beteiligt war. Ihr letztes Album "Bellow Poetry", auf dem sie alte finnische Runengesänge vertonte, erschien im Jahr 2006.
Ihre Stücke, Traditionals, ebenso wie moderne Kompositionen, vertont Kalaniemi stets nicht allein mit dem Akkordeon und ihrer Stimme, sondern lässt zahlreiche weitere Instrumente wie Geige, Banjo, Gitarre oder Harmonium in ihre Musik mit einfließen.

Auch auf ihrem neuen Album "Vilda Rosor" (Wilde Rosen) hat sich Maria Kalaniemi wieder auf eine Spurensuche in der Geschichte ihrer Heimat begeben. Diesmal geht sie jedoch der Kultur der schwedisch-finnischen Minderheit auf den Grund, der sie auch selbst angehört. Die Gesangsbeiträge auf "Vilda Rosor" singt sie daher alle auf Schwedisch.
Den Großteil der zehn Stücke des Albums stellen Traditionals dar, die Kalaniemi auf alten Grammophonaufnahmen gefunden und die sie für "Vilda Rosor" neu arrangiert hat. So zum Beispiel die mittelalterliche Ballade "Magdalena på källebro", die mit ihrer träumerischen Melodie und der zurückgehaltenen Gitarrenbegleitung an den Minnesang erinnert. Das geheimnisvolle "Sven i Rosengård", das mit einer ebenso typisch mittelalterlichen Melodie und unter sphärischer Begleitung von einem Brudermord erzählt, und "De rosor och de blader" aus dem 19. Jahrhundert, das den typischen Schwermut der Balkanmusik in sich trägt, sind zwei weitere dieser Traditionals. Außerdem findet sich auf dem Album mit "Under fullmånen" auch ein klagender und leidenschaftlicher finnischer Tango.

Kalaniemi hat für das "Vilda Rosor" auch zwei zeitgenössische Kompositionen ihres 1998 verstorbenen Freundes Lars Hollmer und eine Eigenkomposition aufgenommen. Die modernen Stücke "Videpiano", "Circus 2" und "Vilda Rosor" fügen sich dabei problemlos und harmonisch unter die teils jahrhundertealten Folk-Stücke.

AVIVA-Tipp: "Vilda Rosor" klingt wie eine Zeitreise in ein längst vergangenes, verzaubertes Märchenland. Durch Kalaniemis hochgradig virtuoses Spiel, gepaart mit ihrer reinen Stimme und der Bandbreite der begleitenden Instrumente, ist ihre Musik meilenweit entfernt von einer klischeehaften, spießbürgerlichen Volksmusik, ihr Schaffen stellt vielmehr die liebevolle Erhaltung eines uralten künstlerischen Erbes dar.


Maria Kalaniemi
Vilda Rosor

Label: Skycap Records / Rough Trade
VÖ: 8.4.2011

Weitere Infos finden Sie unter:

www.mariakalaniemi.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

M.A. Numinnen & Sanna Pietiäinen - Finnischer Tango

Amsterdam Klezmer Band - Katla

(Quelle: Skycap Records, www.laut.de)


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Beitrag vom 09.03.2011

AVIVA-Redaktion 






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