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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 02.08.2007

Erkennen von Sprachproblemen bei Kindern
Marietta Harder

Claudia Schäfer geht in ihrem Ratgeber "Hilfe, mein Kind spricht nicht richtig" Ausdrucksschwierigkeiten auf den Grund und gibt Eltern Hilfestellungen beim Umgang mit Stotterern, Brummern, Piepsern



Lala, Opa oder hei√ü - die ersten Silben eines Babys sind f√ľr jedes Elternteil Grund zur Freude und wecken Stolz. Doch was, wenn aus dem Gelalle keine richtigen Worte entstehen und das Kind auch in den kommenden Jahren zu falscher Aussprache neigt? Und woran erkennen Eltern, ob ihr Kleinkind tats√§chlich Hilfe bei der Sprachentwicklung braucht oder ob es nur Anfangsschwierigkeiten hat?

Der im Juni 2007 erschienene Ratgeber von Claudia Sch√§fer "Hilfe, mein Kind spricht nicht richtig" befasst sich mit diesen Fragen und bietet Hilfe f√ľr Eltern, deren Kinder Probleme beim Spracherwerb haben. Und dazu geh√∂ren rund ein Drittel aller Eingeschulten! An dieser Zahl wird deutlich, dass Probleme beim Sprechen nicht selten sind und viel fr√ľher erkannt werden m√ľssen. Denn hat sich der Fehler erst einmal festgesetzt, ist er schwierig zu beheben und kann f√ľr das Kind auch im Jugend- und Erwachsenenalter eine enorme H√ľrde darstellen: Wer sich nicht ausdr√ľcken kann, wird geh√§nselt, entwickelt kein Selbstvertrauen und mutiert zur Au√üenseiterIn.

Die Erziehungswissenschaftlerin richtet sich mit ihrem Buch an Eltern von Kindergarten- und Grundschulkindern, da in den ersten sechs Lebensjahren die Aussprache gepr√§gt und die Sprachf√§higkeit entwickelt wird. Lernt das Kind also noch vor dem Schuleintritt, sich richtig auszudr√ľcken, wird es auch in Zukunft keine gro√üen Schwierigkeiten beim Sprechen haben. Aus diesem Grund sieht es die Autorin als besonders wichtig, sich rechtzeitig zu informieren und keine Scheu zu haben, ExpertInnen (Logop√§dInnen) aufzusuchen, falls St√∂rungen beim Kind erkennbar sind. Andererseits legt sie gro√üen Wert darauf, sich in die Kinder hineinzuversetzen und Verst√§ndnis f√ľr deren Lernprozess (alle 90 Minuten lernt ein Kind ein neues Wort) aufzubringen, anstatt sie durch Erwartungsdruck zu √ľberfordern.

Zun√§chst stellt Claudia Sch√§fer die "normale" Sprachentwicklung bei Kindern dar und erl√§utert in einer √ľbersichtlichen Tabelle, zu welchen Problemen es w√§hrend der ersten sechs Jahre kommen kann. So haben LeserInnen nicht nur die M√∂glichkeit, die Entwicklung ihres eigenen Kindes besser einzusch√§tzen, sondern erkennen eindeutig, ob eine St√∂rung vorliegt, die behandelt werden muss.
In diesen ersten beiden Kapiteln arbeitet die Autorin auch mit zahlreichen Beispielen und verdeutlicht so praxisnah fehlerhafte Ausbildungen beim Spracherwerb. Der Ausdruck "Dummidiefel" f√ľr "Gummistiefel" bedeutet bei einem vierj√§hrigen Kind beispielsweise keine St√∂rung, sondern wird als normal eingestuft, w√§hrend dieses Wort aus dem Mund eines √§lteren Kindes problematisch ist.

Zu Beginn bietet die Autorin au√üerdem eine √úbersicht der h√§ufigsten St√∂rungen beim Sprechen (Stottern, N√§seln, Piepsen) und erl√§utert in diesem Zusammenhang wissenschaftliche Fachbegriffe wie Dyslalie. Dadurch erfahren Eltern, wo die Schwachstellen ihres Kindes liegen und was sie dagegen tun k√∂nnen. Spricht "ein Kind mit zwei Jahren nicht mehr als zehn sinnvolle W√∂rter", liegt eine Sprachbehinderung vor und "polternde Kinder machen zwischen den einzelnen W√∂rtern kaum Pausen", machen "aus einem ‚ÄöBand' ein ‚ÄöBad'". An diesen im Buch zahlreich zu findenden Beispielen k√∂nnen Mutter und Vater die F√§higkeiten ihres Spr√∂sslings √ľberpr√ľfen und leicht zuordnen.

Des weiteren zeigt der Ratgeber zahlreiche Ursachen f√ľr Sprachschwierigkeiten auf und geht in diesem Zusammenhang auf kognitive Einschr√§nkungen und zu viel Fernsehkonsum ein. So k√∂nnen schon zwei Stunden t√§glich vor dem Bildschirm zu einer Lese- und Rechtschreibschw√§che bei Vorschulkindern f√ľhren oder ihre Sprachentwicklung negativ beeintr√§chtigen.

In ihrem letzten Teil wendet sich die ehemalige Lehrerin einer Montessori- Grundschule schlie√ülich dem Themenkomplex der √úbungen zu und bietet Spiele f√ľr zu Hause an, mit denen Eltern ihre Kinder f√∂rdern k√∂nnen, ohne Druck aufzubauen. Mundgymnastik und Gesangs√ľbungen, die jede/r in seinen vier W√§nden leicht nachahmen kann, erleichtern es den LeserInnen, gleich mit dem spielenden Lernen anzufangen. Auch hier ist eine Gliederung und somit deutliche Einordnung der St√∂rung zu finden. Je nach Problem wird die passende √úbung vorgestellt. Um die Feinmotorik zu f√∂rdern, sollten Kinder zum Beispiel "Kn√∂pfe einstecken" oder "Reis umsch√ľtten" (ab 3 ¬Ĺ Jahren). F√ľr das Training der Aussprache eignen sich hingegen Zungenbrecher oder Rollenspiele.

Zu der Autorin:
Claudia Sch√§fer, geboren 1963, ist studierte Erziehungswissenschaftlerin und Inhaberin des Montessori-Diploms. Sie h√§lt regelm√§√üig Seminare zu p√§dagogischen Themen und ver√∂ffentlichte bereits zwei Elternratgeber: "Montessori in der Pubert√§t" (2005) und "Montessori f√ľr zu Hause" (2002).

AVIVA-Tipp:
Ist es normal, dass mein zweieinhalbj√§hriges Kind "Nane" statt "Banane" sagt? Wird es die richtige Aussprache (noch) lernen? F√ľr Eltern mit diesen und √§hnlichen Fragen zur Sprachentwicklung ihres Kindes bietet der Ratgeber "Hilfe, mein Kind spricht nicht richtig" (2007) eine Reihe von hilfreichen Antworten und √úbungsm√∂glichkeiten. Claudia Sch√§fer beschreibt verst√§ndlich und anschaulich die m√∂glichen Sprachfehler bei Kindergarten- und Grundschulkindern und erm√∂glicht Eltern, mit dem Problem richtig umzugehen.

Weitere Informationen zum Thema:

www.elternimnetz.de/cms
Alltag Leben, Lernen, Sprachstörungen
www.stotter-infoseiten.de

Claudia Schäfer
Hilfe, mein Kind spricht nicht richtig
Sprachförderung in der Familie
Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv), erschienen Juni 2007
ISBN: 978-3-423-34419-7
9,50 Euro
192 Seiten

Literatur Beitrag vom 02.08.2007 AVIVA-Redaktion 





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