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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 27.01.2008

Eine kurze Geschichte des Nationalsozialismus - von 1919 bis heute
Annegret Oehme

Ernst Pipers Werk erm├Âglicht einen soliden ├ťberblick ├╝ber die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft und ihrer Anf├Ąnge. Erschienen im Hoffmann und Campe Verlag



Schon seit Jahren ist der Markt mit B├╝chern zum Thema Nationalsozialismus nicht mehr zu ├╝berblicken. Von d├╝nnen B├╝chlein bis zu vielb├Ąndigen Werken finden sich zahlreiche gute, m├Ą├čige und auch schlechte Darstellungen.
Nun hat der Hoffmann und Campe Verlag diesem Themenfeld ein weitere Lekt├╝re hinzugef├╝gt.

Der Historiker und Germanist Ernst Piper beginnt mit seinen Ausf├╝hrungen beim Werkzeugschlosser Ernst Drexler, einem Mitglied der deutschen Vaterlandspartei, der am 19. M├Ąrz 1918 den "Freien Arbeitsauschuss f├╝r einen guten Frieden" gr├╝ndete. Mit der Unterst├╝tzung des Sportreporters Karl Harrer sollte daraus bald eine Partei werden, die sich "Deutsche Sozialistische Arbeiterpartei" nannte und ab dem 16. September 1919 auch Adolf Hitler zu ihren Mitgliedern z├Ąhlte.
Es war eine fruchtbare Zeit f├╝r anarchistische und antidemokratische Gruppierungen in jenen Jahren, denn dem noch jungen Staat fehlt es an Akzeptanz und Unterst├╝tzung von vielen Seiten. Piper schildert, wie das System der Weimarer Republik von innen und au├čen her unterlaufen und ersch├╝ttert wurde, bis es schlie├člich an sein Ende gelangte und die Feinde der Republik den Sieg davon trugen.
Am 30. Januar 1933 ├╝bernahm Hitler bekannterma├čen die Macht und f├╝hrte das noch junge Deutschland in seine schw├Ąrzeste Epoche. Entgegen den Phantasien der neuen Machthaber sollte diese aber keine 1000, sondern nur 12 Jahre dauern. Am Ende lag alles in Schutt und Asche. Der Schuldfrage und der Rolle der Siegerm├Ąchte widmet Piper ein ausf├╝hrliches Kapitel am Ende des Buches.
Der Appell, sich der Verantwortung gegen├╝ber der deutschen Geschichte nicht zu entziehen oder diese zu verdr├Ąngen beschlie├čt sein Buch.

Es ist ein mutiges Unterfangen, die Geschichte des Nationalsozialismus auf 346 Seiten darstellen zu wollen, bei dem vieles unerw├Ąhnt bleiben muss. So ist schon die Tatsache problematisch, dass Piper mit seinen Darstellungen im Jahr 1919, wenn auch mit kurzen R├╝ckblenden, beginnt. Was fehlt, ist ein kurzer Blick in die Zeit davor, um die Situation jener Zeit zu verdeutlichen.

Dennoch leistet das Buch, was der Titel verspricht in Form einer "Kurzen Geschichte des Nationalsozialismus". Mit der Darstellung der Schuldfrage leistet Piper gar aufkl├Ąrerische Arbeit und zeigt Wurzeln gegenw├Ąrtiger Probleme.
Das am Schluss des Buches aufgef├╝hrte Namensregister, die Zeittafel und die Abk├╝rzungserl├Ąuterung erm├Âglichen es, sich schnell im Buch zurechtzufinden. Die abschlie├čende Liste weiterf├╝hrender Literatur gestattet schlie├člich, was die kurze Geschichte aus Platzgr├╝nden nicht konnte: einen tieferen Einblick in die Entwicklung des Nationalsozialismus.

Zum Autor:
Der 1952 in M├╝nchen geborene, promovierte Historiker Ernst Piper war viele Jahre lang als Verleger aktiv. Er lebt heute mit seiner Familie in Berlin und ist als Privatdozent an der Universit├Ąt Potsdam t├Ątig. Pipers bisher ver├Âffentlichte B├╝cher weisen ein breites Oeuvre auf, das von Alfred Rosenberg, Hitlers Chefideologen, ├╝ber Theodor Herzls "Judenstaat" bis hin zur Geschichte der Stadt M├╝nchen reicht. Weitere Informationen unter: www.ernst-piper.de.

AVIVA-Tipp: Ernst Pipers "Kurze Geschichte des Nationalsozialismus" erm├Âglicht einen, wenn auch groben, ├ťberblick ├╝ber Ideologie und Entwicklung des Nationalsozialismus von 1919 bis in die Jahre nach 1945 und in Ans├Ątzen bis in die Gegenwart. In verst├Ąndlicher Sprache stellt Pipers popul├Ąrwissenschaftliches Werk die grundlegenden Sachverhalte dar und macht mit den wichtigsten Personen vertraut.

Ernst Piper
Kurze Geschichte des Nationalsozialismus. Von 1919 bis heute

Hoffmann und Campe Verlag, erschienen November 2007
ISBN 978-3-455-50024-0
17, 95 Euro
352 Seiten, Hardcover, gebunden

Literatur Beitrag vom 27.01.2008 AVIVA-Redaktion 





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